Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

WohnRullerpark

9 Kommentare

Gleich hinter unserem Wald entsteht ein neues Wohngebiet. Das heisst, es soll wohl ein Wohngebiet entstehen: die Strassen sind asphaltiert und mit Strassenschildern und Verkehrszeichen versehen, Bäume und Büsche sind gepflanzt, Bänke aufgestellt, Stromkästen und Strassenlaternen installiert – nur Häuser gibt es noch keine. Noch nicht einmal Baustellen. Auf den zukünftigen Baugrundstücken wuchern Kornblumen und Kamille in kniehohem Gras.

Der Asphalt ist da nicht ganz so schön glatt wie auf der Schlittschuhbahn oder im Verkehrspark und „Mit den Gullideckeln haben sie’s ein bisschen übertrieben!“ empörte sich der kleine Herr Maus, aber dafür ist man jederzeit in fünf Minuten hingelaufen und kann dann da wunderbare Runden fahren.

Also wegen uns braucht da keiner so schnell ein Haus zu bauen.

Die Strassenlaternen dort bleiben allerdings vorerst – die Umwelt dankt! – ausgeschaltet. Wenn man nicht mehr erkennen kann, wo sich die Gullideckel befinden, um die man tunlichst herumrullert, ist es sowieso höchste Zeit, den Heimweg anzutreten, wenn man für den Rückweg durch den Wald keine Stirnlampe dabeihat.

9 Kommentare zu “WohnRullerpark

  1. Fast könnte man sagen, es wäre eine verkehrte Welt…“Bäume und Büsche sind gepflanzt, Bänke aufgestellt“. Also hierzulande sind die „landschaftsgestalterischen Elemente“, wie ich es als Fachjargon mal lernen durfte, immer erst als letztes dran. Vermutlich weil normalerweise für Bäume, Büsche und Stauden nur noch wenig Geld übrig bleibt.
    Oder bildet das neue Wohngebiet vor der Haustür nur eine seltene Ausnahme?

    • Ich hab irgendwie das Gefühl, dass die Stadt die Grundstücke extra schmackhaft zu machen versucht. Denn die Lage ist, gelinde gesagt, eher bescheiden. Auf einer Seite eine Raststätte mit Tankstelle, auf der zweiten ein Feld, auf der dritten eine stark befahrene Schnellstraße (für Finnische Verhältnisse, aber laut genug) und auf der vierten ein bewaldeter Hügel. Die vierte Seite ist dummerweise die, die mehr oder weniger nach Süden geht, im Winter bleibt es also die meiste Zeit finster. Ein einzelnes Grundstück scheint mittlerweile aber vergeben zu sein, vielleicht gibt’s ja auch noch eine Miese-Lage-Prämie.

      • Also in Deutschland würde man wahrscheinlich in einem Hochglanzprospekt damit den Traum eines jeden „Eigenheimlers“ beschreiben…nahgelegene Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten, günstige Verkehrsanbindung, ausgewogene Mischung aus urbanen und landschaftlich-bezaubernden Wohnumfeld, ruhige Nachbarschaft…man neigt halt gerne mal zum Träumen!? Da bräuchte man sicherlich nicht einmal eine Miese-Lage-Prämie!? :D

        Aber irgendwie trifte ich gerade etwas vom Thema ab…

        • Hier klingt das dann so (frei übersetzt):

          Die Gebiete befinden sich an einer Umgehungsstraße und die Entfernung zum Turkuer Stadtzentrum beträgt weniger als fünf Kilometer. Es wurde versucht, auch professionellen Bauherren vielseitige Möglichkeiten zum Häuserbau zu bieten.

          Besser geht’s nicht…

          • Ach ja…die finnische Riviera!? :D

            Als ich das letzte (und bisher leider auch das erste) Mal im Januar 2011 in Turku war, hatte ich schon irgendwie das Gefühl, das sich da noch große Dinge anbahnen würden!? :D

            Aber nun gut, man will ja nicht sarkastisch sein. Immerhin gibt es bei uns vor der Haustür eine ganz ähnliche Baustelle. Bänke gibt es da aber glaube auch nicht. Dafür aber umso mehr schnörkellosen Beton…immerhin fließt aber die Elbe daran vorbei.

  2. Bemerkenswert finde ich den Teil: Bänke aufgestellt. Seit meinen schwedenreisen habe ich nämlich einen „bankfimmel“. D.h. Ich zähle die Möglichkeiten, sich auf einer Bank ganz kostenfrei, ohne Verzehrzwang einfach nur hinsetzen zu können. In Schweden überall. In Finnland anscheinend auch, wenn erst Bänke stehen und dann Häuser kommen (sollen). Hier fast nirgendwo. Neid, mal wieder. Ihr habt es wirklich schön.

    • Abgesehen davon, dass vor sechs, sieben Jahren in Turku ein ganz besonderer Schlaumeier veranlasst hat, alle Bänke von den städtischen Spielplätzen zu entfernen, damit da abends keine Jugendlichen herumlungern können (Haha!) – was damals besonders nervig war, da wir zusätzlich zu den zwei kleinen Kindern im Spielplatzalter ein Stillkind hatten und so eine Bank auf dem Spielplatz da schon recht praktisch gewesen wäre – sieht es mit Bänken hier wirklich ganz gut aus. Sogar auf den Spielplätzen gibt es wieder welche. ;-)

      • Ha, genau das haben wir jetzt auch. Vor der Bücherei haben sie einen Spielplatz ganz neu gebaut, das finden die beiden großen Kinder ganz toll, aber ich muss mich zum Stillen auf die Spielgeräte setzen oder im Stehen stillen.

  3. Angeregt durch das Thema, habe ich mich dann gestern doch noch einmal bei uns umgeschaut und nachgezählt. Bei uns vor der Haustür gibt es nämlich seit diesem Sommer die „Pieschener Melodien“…bisher ist es eine rötliche Asphaltstraße (im Fachjargon bezeichnet man es wohl als „shared space“ und irgendwann kommen dann auch noch ein paar Mehrfamilienhäuser dazu) mit immerhin vier Bänken, ein paar Fahrradständern, zwei Trampolinen samt „Kletterhügel“, zwei Schaukeln, einer Tischtennisplatte und einem Tischkicker. Hab ich schon erwähnt, das alles ziemlich…rot ist? Vermutlich gehen deshalb auch die liebevoll angelegten Pflanzflächen etwas unter!? :D

    Vielleicht sollte man noch einmal in ein paar Jahren die Entwicklung beider Wohngebiete vergleichen!? :D

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