Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Drei Schulkinder

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Ich hatte mich vorher ja so ein bisschen gegruselt. Vor dem zeitigen Aufstehen – seit ich mich getraut hatte, ins Wilma in die seit kurz nach Juhannus dort stehenden Stundenpläne zu gucken, war klar, dass an vier Tagen der Woche mindestens ein Kind schon um acht Schule hat – und davor, dass dann plötzlich jeden Tag mindestens ein Kind zu irgendeinem Hobby kutschiert werden muss und überhaupt jeden Tag wieder dreitausend Termine unter einen Hut gebracht werden müssen.

Nach einer Woche vier Tagen mit drei Schulkindern kann ich vermelden: alles halb so wild!

Ich habe innerhalb der letzten vier Tage zwar mindestens dreihundertachtundzwanzig Termine in den Kalender eingetragen, aber das mit den Hobbys sieht bisher ganz gut aus: die beiden Herren Maus haben beide Plätze an der Musikschule bekommen, und zwar am gleichen Tag zur fast gleichen Zeit, das Fräulein Maus kann zumindest an manchen Tagen allein mit dem Fahrrad oder dem Bus zum Training fahren, und die Wochenenden haben wir fast wieder für uns, weil Schwimm- und Turntraining erst Sonntagabend sein wird, und zwar zur gleichen Zeit. Sogar der Deutschunterricht wird sich auf zwei statt der befürchteten drei Tage pro Woche beschränken, und zwar so, dass die Herren Maus direkt vom Deutschunterricht zur Musikschule gehen können und das Fräulein Maus an ihrem Deutschunterrichtstag direkt danach zum Training – sie hätten ja auch jeweils genau am anderen Tag Deutsch haben können; nicht auszudenken!

Sogar das mit dem Elternabend haben sie dieses Jahr so hingekriegt, dass ich sowohl die neue Lehrerin des grossen Herrn Maus kennenlernen als auch alle Infos zur schon in drei Wochen anstehenden Klassenfahrt des Fräulein Maus bekommen kann.

Die Besorgungen für die Schule beschränkten sich auf ein paar neue Hausschuhe für den kleinen Herrn Maus und eine kleine Thermosflasche für das Fräulein Maus, in der sie ab sofort ihre eigene Milch in die Schule transportiert. (Seit es landesweit in Kindergärten und Schulen nur noch fettfreie Milch geben darf, trinkt das Fräulein Maus nur noch Wasser. Dabei würde sie die Milch mittags so dringend brauchen, weil sie vom Schulessen auch nur Minimengen isst.)

Jeden Morgen fahren zwei mit dem Rad in die grosse Schule, eins stapft jeden Morgen allein los und kommt nachmittags selbstständig aus dem Hort nach Hause. Jeden Abend bin ich erstaunt, wie schnell ich von Arbeit zu Hause bin, wenn kein einziges Kind mehr unterwegs eingesammelt werden muss!

Der kleine Herr Maus hat – und seine Geschwister waren dabei mindestens so stolz wie er selbst – vor der versammelten Schule seine Schulanfängermütze überreicht bekommen. Und ich sehe auch beim dritten Mal wieder fasziniert zu, wie aus dem Kindergartenkind quasi über Nacht ein selbständiges, verantwortungsbewusstes, stolzes Schulkind geworden ist.

Und wie toll, dass ich seit einer Woche auch auf Arbeit jeden Tag mit kleinen Schulanfängern spielen arbeiten darf!

Das Schuljahr 2017/18 gefällt mir bisher ausnehmend gut.

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