Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Gartenbesitzer, fleissige und faule

18 Kommentare

Am Anfang unserer Strasse wohnt ein Klassenkamerad des grossen Herrn Maus. Sein Haus haben die Mäusekinder und ich damals, als wir noch täglich mit dem Bus in den vorherigen Kindergarten fahren mussten, von Tag zu Tag wachsen sehen. Die zwei Maurer, die daran arbeiteten, winkten uns jedes Mal, wenn wir vorbeikamen, und oft blieben wir stehen und schauten ihnen zu.

Als das Haus fertig war, pflückten wir auf der Wiese davor armeweise Huflattich. Einen Monat später war sie gelb von Löwenzahn. Im Sommer wuchs das Gras dort höher als die Kinder.

Dann liess die Familie dort einen Garten anlegen: immergrüne Gewächse, eine grosse Betonmauer, viel Schotter, viel Rindenmulch. Fast jedes Mal, wenn ich jetzt das Fräulein Maus zum Training fahre, sehe ich die Mutter des Klassenkameraden dort Unkraut zupfen. Oder mit der Löwenzahnzange den grossen Blattrosetten, die sich beharrlich auch auf Schotter und Rindenmulch ausbreiten, zu Leibe rücken. Wenn ich das Fräulein Maus zweieinhalb Stunden später wieder abhole, ist sie immer noch mit der Ausrottung der widerspenstigen Gewächse beschäftigt.

Also wir wären für so einen Garten ja allesamt zu faul.

(Und all die Hummeln, Bienen, Blaumeisen, Rotkehlchen, Spatzen, Mäuse und Eichhörnchen kommen auch lieber zu uns.)

18 Kommentare zu “Gartenbesitzer, fleissige und faule

  1. Dein neuer Sommerheader ist wunder-wunderschön :-)

  2. Wir haben neulich in der Bücherei ein Buch gesehen über Deutschlands schönste Gärten. Du glaubst nicht, wie viele davon mit Beton gestaltet sind….keine Ahnung, was die Leute daran finden! Schön ist es jedenfalls nicht!
    Ich bin jetzt auch dazu übergegangen mich am Giersch zu freuen, weil er gerade blüht und man die Blüten ganz wunderbar mit ein bisschen Storchenschnabel oder blühendem Schnittlauch auf den Tisch stellen kann :-)

    • liebe erdhummel, den giersch kann man auch essen! dazu bin ich übergegangen, als er mir an der kürbis und rhabarbergartenecke zuu drängelig wurde. schmeckt gedünstet mit mangold und spinat ziemlich würzig! schöne grüße von eva.

  3. Ich muss immer schmunzeln, wenn du Unkraut jähten schreibst – insbesondere dem Staatsfeind Nr. 1, dem Löwenzahn. Seit du das erste Mal darüber geschrieben hast, ist mir das erst richtig aufgefallen.

    Hufflatich – was macht ihr damit? Ich wollte das immer mals als Arzneimittel ausprobieren (die Blätter sollen gegen Husten helfen?) , aber was macht ihr armeweise damit? Kann man die einfach so in den Sallat tun? Nehmt ihr nur die Blätter oder auch die Blüten?

    • Mir fällt grade ein, dass meine alte Wohnung einen Garten hatte. Da habe ich zur Miete gewohnt. Der Vermieter (der nicht in der Nähe wohnte) erzählte mir, dass er für nächstes Jahr eine große Investition geplant habe – er wolle den ganzen Garten umgraben und einen „richtigen“ Rasen anlegen lassen, so dass wir Mieter nicht unter den Umständen einer „wilden Wiese“ leben müsste und zeigte missbilligend auf Löwenzahn und alles mögliche.

      Ich antwortete, dass er mit seinem Grundstück natürlich machen könne, was er wolle. Ich selbst sei mir den „schlechten Mietbedingungen“ allerdings sehr glücklich. Ich würde abwechselnd mit den Nachbarn den Rasen so ca. alle 7-10 Tage mähen, aber mehr sei ich nicht gewillt zu machen. Und wenn sich niemand darum kümmert, Löwenzahn und dergleichen wegzumachen, sähe seine neue „richtige“ Wiese nach ein paar Jahren sicherlich ähnlich aus wie jetzt. Er solle sich mal bei den Nachbarn umhören, ob die ihre Zeit mit der Pflege verbringen wollen.

      Ende vom Lied war dass die Wiese blieb wie sie war. Und genau wie ihr haben wir auch nicht immer alles gemäht, damit wir weiterhin viel Besuch haben – es war schön dem Treiben in dem kniehohen Durcheinander sich anzuschauen.

    • Ja, man könnte den Huflattich zu Tee verarbeiten – aber dazu gibt es mir hier zu viele Hunde, und mal ehrlich, trinken würde das Zeug sowieso keiner. ;-) Aber es sind eben nach dem langen Winter die ersten Blüten, und da kann man sich ruhig mehr als eine Vase damit in die Wohnung stellen. :-)

      Mir erzählte unser gesprächiger Hausmeister vorletzte Woche, dass er jetzt schnell nochmal überall mähen müsse, denn am Samstag wären ja die ganzen Schulabschlussfeiern und da hätten es die Mieter gern ordentlich. Also ich finde ja, die gerade mal grün gewordenen Wiesen mit Löwenzahn drauf hätten sich auf Fotos um Welten besser gemacht als das abgemetzelte Zeug, was dann nach dem Mähen noch vorhanden war. Aber mich fragt ja keiner…

      • Danke! Auf die Idee, dass ihr die Blumen als Dekoration benutzen könntet, bin ich merkwürdigerweise nicht gekommen. Vielleicht weil ich bei euch immer „Biologeneltern“ im Hinterkopf habe und dass es immer mal wieder Postings gab, in denen ihr Pilze oder Rababer gesammelt habt. ;)

        Und ja – diese Vorstellung von „Ordnung“ und „schöne Fotos“ teile ich auch nicht. Am Freitag hat ein armer Huoltomies die kniehohe „wilde Ansammlung von Pflanzen“ mühsam mit so einer Handmähmaschine (so eine Art Rasenmäher, der aussieht wie Metalldetektoren) 2 (!) Stunden lang abgesäbelt. Das war ein langer Streifen, der zwischen dem Weg zu den raput (A-E) von der Hofeinfahrt und einem allgemeinen Fußgängerweg lief; also eine Art Grünstreifen, der die Grundstückgrenze bildet. Jetzt ist da statt dem kniehohen Grünstreifen ein Gemetzel, dass 1 cm hoch ist. Kann nicht nachvollziehen, was an diesem Grünstreifen so schlimm war – denn von jeder rappu führt noch ein kleiner Stichweg zum allgemeinen Fußgängerweg, so dass man nicht durch den Wulst gehen muss, wenn man eine Abkürzung nehmen möchte. (Ist das irgendwie verständlich ausgedrückt?)

        Was daran jetzt schön ist, wenn die natürlich gewachsene „Hecke“ weg ist… und warum man jemanden beschäftigt, der das absäbelt… aber mich fragt ja auch keiner. :D (Bin nur Mieterin. Aber selbst als Besitzerin der Wohnung kann ich mir nicht vorstellen, dass bei einem Häuserkomplex von 5 Eingängen und runt 50 Wohnungen das im Detail abgestimmt wird.

  4. Liebe Karen, wie sagte ein Kollege meines Mannes…jede Straße hat den EINEN GARTEN…! Bei uns in der Straße sind wir der EINE GARTEN ;-). Kein englischer Rasen, nicht alles in Reih‘ und Glied, keine perfekt geschnittene Hecke…
    In dem Sinne – schöne Sommerferien und liebe Grüße von Petra*

  5. für rindenmulch – beton- und schottergärten zu faul zu sein scheinen viele menschen nicht zu verstehen….die rindenmulchschotterbetpon für pflegeleicht halten. es ist so grottig hässlich. und macht sich soo breit. auch in manchen schrebergärten, wie ich mit schrecken feststelle! da isses dann die rindenmulch-kies-kahlrasiert-variante. ich liebe meine wiese, die ich gelegentlich absense und die hummeln und bienen und wer noch alles in unserem garten unterwegs ist den freut es auch. neulich war der fuchs wieder da. fröhliche sommergrüße – ja, der header ist klasse! eva

    • In Schrebergärten?! Dass nicht jeder Hausbesitzer wirklich Lust auf einen Garten um sein Haus hat, kann ich noch nachvollziehen, aber wozu man sich einen Schrebergarten zulegt, wenn man ihn dann nur mit Kies zuschüttet, das verstehe ich echt nicht…

  6. Hallo Karen,
    ich hab mal eine andere Frage: wie kam das Kind in den Eimer und wie kam es wieder raus ? :-)

  7. @silbermondauge,
    das flutscht mit wasser ganz gut. meine töchter haben das mit großem vergnügen auch so lang es ging gemacht.

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