Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Muttertag

5 Kommentare

Bei IKEA waren ausser mir noch fünf andere Leute.

Im Gartenmarkt herrschte Hochbetrieb. Keiner kaufte jedoch Tomatensetzlinge oder Radieschensamen – Hortensien und Rosenstöckchen in Geschenktöpfen waren der Verkaufsschlager des Tages.

Im Supermarkt warb auch zum Feiertag eine Mobilfunkgesellschaft beflissen um Kunden. Ein Mann – eine Erdbeertorte im Karton balancierend – trat interessiert ein paar Schritte näher, woraufhin seine Frau – einen Rosenstrauss im Arm – nervös ausrief: „Wir müssten schon längst da sein! Jetzt komm doch schon! Wir sind sowieso schon viel zu spät! Hörst du?!“

Unter den Turneltern hatte es fast Meuterei gegeben: Training? Am Muttertag?! Also wir müssen heute zu meiner Schwiegermutter und zu drei Omas, da kann mein Kind nicht kommen! Eins der Turnmädchen wurde eher abgeholt und mit quietschenden Reifen davongefahren.

Der Inder teilte am Telefon bedauernd mit: „In ungefähr 50 Minuten könnt ihr das Essen abholen. Tut mir leid, aber wir haben heute echt viel zu tun.“ Und tatsächlich, jeder Platz belegt, mit herausgeputzten Kleinkindern, gelangweilten Teenagern, Männern im Anzug und aufgedonnerten Müttern, die wahrscheinlich schon wieder darüber nachdachten, was sie dann um fünf wohl für ihre Familie kochen sollen.

Mein Muttertag: alleine (!) in Ruhe (!) den Gartenmarkt leergekauft. Den Rest des Tages in der Erde gewühlt und mir die Sonne auf die Nase scheinen lassen.

Was hab‘ ich’s gut!

5 Kommentare zu “Muttertag

  1. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem individuellen Muttertag!
    Ich halte das überwiegend für eine Feigenblatt-Veranstaltung, wie der Muttertag begangen wird. Deshalb hatte ich schon immer meine Probleme damit, ausgerechnet an einem Sonntag im Mai die Mütter zu bedenken. Wenn man Tag für Tag Achtung zeigt und einen partnerschaftlichen Umgang pflegt, ist das viel echter. Und dann brauche ich keinen besonderen Tag. (Außer, man gestaltet einen Tag so, dass die Mutter sich tatsächlich darüber freuen kann …)
    Lieben Gruß, Michael

    • Hm, ja… neulich las ich irgendwo „Ich lebe ja auch jeden Tag im Jahr und feiere trotzdem meinen Geburtstag“.

      Ich habe kein Problem mit dem Muttertag an sich – schon deshalb nicht, weil es hier ganz gleichberechtigt auch einen Vatertag gibt, der ganz ähnlich begangen wird – aber ich habe generell ein Problem damit, wenn man Feste nicht mehr so feiern kann, wie man es gerne möchte, sondern so feiern muss, wie es von einem erwartet wird.

  2. Wir sollten zusammen feiern ;-)

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