Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Rekord

Als ich im Oktober den Adventskalender der finnischen Pfadfinder auf dem Blog zum Verkauf anbot, da dachte ich, der grosse Herr Maus könne auf die Art vielleicht 30, 40 Stück verkaufen.

Es wurden 268! Zweihundertachtundsechzig!!!

Vier Wochen lang waren wir die besten Kunden der Post. Die meisten Kalender gingen nach Deutschland, in die Schweiz und nach Österreich, einige nach Portugal, Frankreich und Amerika, einer sogar nach Gambia! Der grosse Herr Maus und ich klebten Briefmarken im Akkord (die dann grösstenteils nicht gestempelt wurden). Ich bestellte Nachschub direkt beim Adventskalenderwichtel, und wenn ich den grossen Herrn Maus montags zu den Pfadfindern brachte, stand da immer schon eine Kiste für uns bereit, mit seinem Namen drauf und den bestellten 40, 60 oder 80 Kalendern drin – bis auf die eine Kiste, die uns der Adventskalenderwichtel sogar nach Hause lieferte. Die Pfadfinder kriegten sich gar nicht wieder ein vor Freude. Sie werden viele tolle Sachen machen können nächstes Jahr, ohne dass wir Eltern viel dazuzahlen müssen.

Danke! Das war grossartig!

Danke für die freundlichen Emails (die ich leider nicht immer ausführlich beantworten konnte), danke für das Vertrauen, einer quasi wildfremden Person einfach mal so das Geld vorzustrecken, danke für die Kämpfe mit bürokratischen Hürden (man sollte denken, in der Eurozone sollten Überweisungen ins Ausland nichts anderes sein als solche ins Inland – und für unsere finnische Bank sind sie das tatsächlich auch – aber, ach…), danke für die vielen aufgerundeten Beträge, ohne die der Versand tatsächlich recht teuer für uns geworden wäre (ich wollte ja eigentlich die Briefumschläge aus eigener Tasche beisteuern, weil ich so mit 30, 40 Stück rechnete), danke für die vielen Rückmeldungen per Mail, Blog und Post, dass die Kalender pünktlich angekommen sind…

Danke für 268 verkaufte Kalender – der Wahnsinn, echt! – von mir, vom grossen Herrn Maus und seinem ganzen Pfadfinderstamm.

(Gerne nächstes Jahr wieder!)

Der grosse Herr Maus bekam dann heute auf der Pfadfinderweihnachtsfeier sein goldenes Wichtelabzeichen – das bekommt man für mindestens 100 verkaufte Kalender – überreicht und war stolz wie Oskar!

(Und wer näht das jetzt auf seine Uniform Pullover?!)


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kaksisataaneljäkymmentäkuusi

Oder: Langes Wochenende. (Haha!)

Hier ist es ja so – vermutlich, weil es so wenige Ferien übers Schuljahr verteilt gibt: wir haben ausser den 10 oder 11 Wochen Sommerferien nur 2 Tage (!) Herbstferien, ein bis zwei Wochen Weihnachtsferien sowie eine Woche Skiferien – dass die Schulkinder einmal im Schuljahr an einem Samstag Unterricht haben, um damit irgendeinen Brückentag vorzuarbeiten. Bisher war das immer der Freitag nach Himmelfahrt. Das ist sehr praktisch, weil im Mai schon langsam auf Sommer und Ferien umgestellt wird und z.B. kein Training am Wochenende stattfindet – schliesslich will die finnische Familie ja ihre Sommerwochenenden im Mökki verbringen – und man hat tatsächlich ganze vier Tage frei.

Diesmal jedoch arbeiteten die Schulkinder* schon im Oktober den Montag vor dem Unabhängigkeitstag vor. Nun ist es ja so, dass wir im Dezember mitten im Weihnachtsfeiermarathon gut mal vier freie Tage gebrauchen könnten – wenn sie denn frei wären…!

Am Samstag schafften wir es immerhin bei schönstem Wintersonnenschein in die Eisbadesauna, bevor der kleine Herr Maus zum Fussballtraining musste.

Am Sonntag fanden die finnischen Turnmeisterschaften statt – organisiert von unserem Sportverein, was heisst, dass das Fräulein Maus mit ihrer Mannschaft nicht nur einen Auftritt hatte, sondern nachmittags noch Dienst als „Zettelmädchen“. Der Ähämann als engagierter Turnvater tat Dienst als Aufsichtsperson in der Turnhalle. Ich chauffierte wechselnde Familienmitglieder zwischen Turnhalle und Zuhause hin und her, und immerhin schaffte ich es nebenher noch, mit den Herren Maus eine Stunde lang ein paar Runden auf der Eisbahn neben der Turnhalle zu drehen.

Am Montag konnten noch nicht mal alle ausschlafen, weil der Ähämann eine Vorlesung zu halten hatte. Studenten bekommen keine Brückentage, und das Lehrpersonal guckt somit auch in den Mond. (Danke auch.) Ich reichte den Kindern das zweite Kilo Tiefkühlplätzchenteig zum Ausstechen und buk währenddessen drei Bleche Sternkekse. Während die Kinder mit Zuckerguss und Streuseln matschten die Plätzchen verzierten, kam der Ähämann heim und kochte schnell ein Mittagessen, das wir, weil der Tisch ja belegt war, auf der Picknickdecke auf dem Küchenboden einnahmen. Grosser Spass. Als die letzten Plätzchen verziert und alle Kinder umgekleidet waren, mussten der grosse Herr Maus, das Fräulein Maus und ich schon wieder los. Der grosse Herr Maus und das Fräulein Maus gingen gemeinsam zur Harfenstunde, weil sie auf dem Weihnachtskonzert am Montag ein Stück gemeinsam spielen werden und das mal unter Anleitung üben sollten. Danach hatte das Fräulein Maus noch Training. (Und auf dem Weg begegnete uns die 246.)

Immerhin der Dienstag war ganz und gar frei von Verpflichtungen. Wir gingen in der – sehr tiefstehenden – Mittagssonne nochmal alle gemeinsam schlittschuhlaufen und verzichteten ansonsten – bis auf das Anzünden einer eigenen blau-weissen Kerze – auf die obligatorischen Programmpunkte zum Unabhängigkeitstag.

Irgendwann muss man ja auch mal wirklich frei haben.


* Unsere Kinder waren fein raus: die gingen an dem Samstag gar nicht in die Schule, denn der grosse Herr Maus war im Pfadfinderlager, und das Fräulein Maus hatte einen Wettkampf. Ich kann da ja noch immer nicht aus meiner deutschen Haut und fragte gleich beim Elternabend, als ich den Termin erfuhr, sehr vorsichtig, wie man denn den Schultag und das Pfadfinderlager unter einen Hut bekommen könne, aber die Lehrerin winkte gleich ab und sagte: „Natürlich fährt er ins Pfadfinderlager! Das ist ein ganz normaler Abwesenheitsgrund.“

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Mitschriften

Was der kleine Herr Maus heute in der Vorschule gelernt hat:

Die Erde, die Sonne, ein Sonnensturm, das Magnetfeld der Erde, die Atmosphäre, und – tadaa! – Nordlichter!

(Kein Wunder, dass die Viertklässlerin von ihrem neuen Wahlfach enttäuscht ist – „Ich dachte, wir machen da solche Sachen wie mit Riikka in der Vorschule…!“ – die Latte liegt sehr hoch.)