Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Montag

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Eigentlich hatten wir das ja vor zwei Jahren schon mal, aber irgendjemand hat das Stöckchen jetzt wieder ausgegraben. Mich hat’s auch getroffen, und weil man ja nicht unhöflich sein will und für sowieso und überhaupt mehr Realität und Alltag im Internet jetzt also mal wieder eine Woche lang Alltagsfotos.

Montag also.

Überraschung am Morgen: Nebel. Richtig dicker Nebel, der sich in grossen Tropfen überall ansetzt. Halb dunkel ist es leider auch noch, als wir aufstehen müssen.

Der Ähämann hat um acht eine Vorlesung zu halten, das Fräulein Maus muss um acht in der Schule sein, der kleine Herr Maus halb neun in der Vorschule, nur der grosse Herr Maus hat heute erst um zehn, und zwar in der grossen Schule. Weil er nicht so gern alleine losgehen will und der Ähämann heute nicht wie sonst auf ihn warten kann, bringe ich erst den kleinen Herrn Maus in den Kindergarten, komme dann nochmal heim und gehe erst später mit dem grossen Herrn Maus gemeinsam los und begleite ihn bis zur Bushaltestelle. Dann fahren wir, uns wild zuwinkend, fünf Haltestellen um die Wette. Ich gewinne. Immer.

Um die Zeit ist natürlich mein Lieblingsfahrradparkplatz auf Arbeit schon belegt. Zum Glück nur halb, ich kann mein geflügeltes Ross dazuquetschen. Es ist nämlich so, dass die Parkplatzsituation für Fahrräder an der Uni fast so schlimm ist wie für Autos. Fahrradständer gibt es so gut wie nicht. Die meisten reihen einfach brav ihre Räder in langen Reihen auf. Es braucht dann aber nur mal ein kräftigerer Windstoss zu kommen oder jemand aus Versehen eins der Räder zu streifen, schon kann man lustiges Fahrraddomino beobachten. Dazu ist mir mein Fahrrad zu lieb und teuer.

Dann noch ein kurzer Umweg auf dem Unigelände. Seit Jahren möchte ich gern einmal die Herbstfärbung der Ahornbäume hier in einer Fotoreihe dokumentieren. Herbst für Herbst hat allerdings die Entscheidung für einen Baum mit passendem Bildausschnitt und passendem Lichteinfall jeweils so lange gedauert, bis die Verfärbung schon in vollem Gange war. Dieses Jahr habe ich sehr zeitig angefangen – und dann eine Woche lang grüne Bäume fotogafiert, während alle Bäume ringsum schon wunderbare rote und orange Flecken hatten. Überhaupt scheine ich mit der Auswahl meiner Bäume – wohlweislich habe ich mir gleich mehrere Fotoobjekte ausgewählt – auch diesen Herbst wieder kein glückliches Händchen gehabt zu haben. Es gibt nämlich durchaus individuelle Unterschiede: während sich manche Ahornbäume zwei Wochen lang wie ein rot-orange-gelb leuchtendes Chamäleon gebärden, werfen andere ihre Blätter innerhalb kürzester Zeit ohne weiteres Farbspektakel ab. Man ahnt es: meine ausgewählten Bäume geben sich eher blass, während ringsrum der Herbst voll den Farbkasten ausgepackt hat.

Dann aber. Bisschen arbeiten. Und Mittagessen. Auf dem Weg dahin noch schnell aufs Klo im Erdgeschoss, das Studentenklo. Ich bin immer wieder fasziniert, mit welcher Akribie die winzigen Fliessenquadrate in noch winzigerer Schrift beschriftet werden. Einmal im Jahr oder so wird das alles abgewischt; es dauert aber nicht lange, bis das Minigekritzel wieder da ist. Immerhin kann ich es noch ohne Lesebrille entziffern, yeah!

Nachmittags kommt die Sonne raus. Auf dem Heimweg muss ich die ganzen dicken Klamotten, die ich früh gebraucht habe, in den Rucksack stopfen. Auch der Rucksack des kleinen Herrn Maus platzt auf dem Heimweg vom Kindergarten fast aus allen Nähten. Der kleine Herr Maus vespert ein Honigbrötchen auf der Terrasse, bevor er zu den Nachbarskindern auf den Spielplatz rast. Das Fräulein Maus ist das neueste Opfer der Familienflunssa geworden, mit der wir seit Wochen Ringelpiez spielen, und liegt matt auf dem Sofa. Den grossen Herrn Maus fahre ich zu den Pfadfindern. Um die Stunde zu nutzen und nicht sinnlos hin und her fahren zu müssen, werkele ich am diesjährigen Fotobuch zum Geburtstag des kleinen Herrn Maus. Und es ist tatsächlich noch warm genug, um dabei draussen auf einer Bank im Abendsonnenschein zu sitzen. Und die bunten Bäume anzuschmachten.

Als wir heimfahren, geht gerade die Sonne unter. Die Bäume leuchten noch einmal mit ihr um die Wette.

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