Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Schnelle medizinische Hilfe

6 Kommentare

7:08 Uhr
Der grosse Herr Maus schnieft, reibt sich die Augen und stöhnt: „Mama! Ich brauche Medizin.“ Klar. Die Birken bekommen gerade nicht nur die ersten Blättchen, sondern fangen auch an zu blühen. Ich krame die Flasche mit der Heuschnupfenmedizin und die dazugehörige Pipette aus dem Schrank und stelle fest, dass der Inhalt der Flasche bei der Dosierung für grosse Kinder nicht mehr lange reichen wird.

8:47 Uhr
Anruf in der zuständigen Poliklinik. Ich höre mir diverse Ansagen vom Band an und klicke mich durch verschiedene Nummernmenüs. „Wir rufen dich zurück um ca. zehn vor eins heute Nachmittag“, bestätigt mir die Stimme vom Band. Auflegen.

13:03 Uhr
Anruf aus der Poliklinik. Ich erkläre mein Anliegen. „Alles klar, ich leite das weiter. Du bekommst eine SMS, wenn das Rezept fertig ist.“ „Dankeschön, auf Wiederhören!“

13:17 Uhr
Die SMS, dass das e-Rezept da ist und in jeder Apotheke in ganz Finnland eingelöst werden kann, trifft ein.

17:52 Uhr
Ich mache auf meiner Musikschule-Turnhalle-Supermarkt-Post-Rundfahrt einen Abstecher zur direkt neben der Post gelegenen Apotheke und lasse mir eine neue Flasche Heuschnupfenmedizin aushändigen.

(Was hat der grosse Herr Maus für ein Glück! Vor zehn Jahren sah das noch ganz anders aus…!)

6 Kommentare zu “Schnelle medizinische Hilfe

  1. Umgekehrt in Deutschland.
    Ich wollte gestern an der Uni einem Flüchtling helfen, sich für seinen Sprachkurs anzumelden. Das sah am Computer dann so aus:

    „In welcher Stadt wohnen Sie?“
    Bielefeld
    „Zu welchem Gebiet von Deutschland gehört Bielefeld?“
    ICH denke, ich kenne die Anwort und will da „Nordrhein-Westfalen“ eingeben.
    Es erfolgen jetzt aber Vorgaben und ich habe jetzt nur die Auswahl
    zwischen:
    „Nordeutschland“
    „Westdeutschland“
    „Ostdeutschland“
    „Süddeutschland.“
    und ICH kann nur eines davonankreuzen. O.k. es ist dann Westdeutschland.
    Ging dann die ganze Zeit so weiter mit absurden Fragen.

  2. Ein Traum.

    Ich laufe ja hier morgens auf dem Weg zur Arbeit bei der Kinderärztin vorbei, um ein Rezept für regelmäßig benötigte Medikamente zu bestellen. Weil die Praxis gerade geöffnet hat, stelle ich mich erstmal in die Reihe und warte brav, bis ich mein Sprüchlein aufsagen kann. Die Sprechstundenhilfe macht alles fertig – nur die Unterschrift der Ärztin fehlt. „Sie können es dann heute Nachmittag abholen.“

    Abholen geht theoretisch montags, dienstags und donnertags am Nachmittag (bis 17 Uhr) – an den anderen Nachmittagen ist die Praxis zu. Montag hat Saskia Therapie – da schaffe ich es nicht. Dienstag Nachmittag ist nur für Vorsorge geöffnet, da kann es klappen. Oder eben donnerstags (wenn nicht gerade Feiertag ist).

    Ich könnte das Rezept auch telefonisch bestellen – wenn ich denn mal durchkäme. In 95% meiner Anrufversuche lande ich in der Warteschleife und gebe nach 10 Minuten auf.

    Mit dem Rezept gehe ich zur Apotheke und hole mir meinen Abholschein, mit dem ich dann am nächsten Tag die Medikamente abhole.

  3. e-Rezept gibts bei uns auch schon. Und für die Fachärtze kann man sich auch übers Internet anmelden. Das erleichtert wirklich einiges an Rennerei.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s