Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Relativ kalt

13 Kommentare

Immer, wenn Deutsche mich fragen, wie man denn diese fiesen Wintertemperaturen aushalte… oder noch schlimmer, wieso ich denn eigentlich – egal zu welchem Anlass – frieren würde, ich müsse das doch gewöhnt sein, schliesslich lebe ich doch in Finnland, dann antworte ich: „Eben darum.“

Ich habe nämlich noch nie in meinem Leben so wenig gefroren wie in Finnland.

Mütze und Handschuhe kann man auch schon bei 5 Grad plus anziehen. Für Wollsocken und lange Unterhosen müssen die Temperaturen nicht erst unter 10 Grad minus sinken. Um warme Stiefel zu tragen ist nicht zwingend eine geschlossene Schneedecke erforderlich. Mit SkiÜberziehhose guckt einen auch in der Stadt keiner komisch an. Man kann auch mit Handschuhen ein Auto lenken. Und man kann seine Heizung ruhig so weit aufdrehen, dass man nicht schon fröstelnd die Wohnung verlässt.

Und während der Mitteleuropäer noch zittert – vor Wut natürlich, dass es nicht noch kälter ist – hat sogar BBC jetzt verkündet, dass Mützen und aufgedrehte Heizungen Leben retten können. Ach sag bloss…! (Und die Finnen, die haben’s natürlich mal wieder drauf!)

Heute habe ich übrigens zwei Mützen auf. Übereinander.

13 Kommentare zu “Relativ kalt

  1. Genau! Bei -12° C in Oulu im Winter habe ich viel weniger gefroren als danach bei +7°C und fiesem Dauerniesel in Bielefeld. :-)

  2. Von den Madrilenas lernen: Bei 15 Grad plus die Daunenjacke oder den Pelzmantel anziehen. Hilft! ;-)
    So beobachtet, allerdings vor 15 Jahren, im Oktober. Aber irgendwie logisch, dass es keine Heldentat ist, frieren zu müssen.

    Andererseits musste man dort immer in den Wohnungen frieren (>Pelzmantel?), denn der Winter wird dort als kurzzeitige Unterbrechung eines ewigen, heißen Sommers betrachtet, weswegen so manche Neubauwohnung nur wenig kälteresistent gebaut ist. Das wiederum ist für eine Berlinerin völlig unverständlich.

    • Mir wurde hier ja gleich in meinem ersten Winter die Geschichte von dem deutschen Gastprofessor erzählt, der sich wunderte, wie warm es im Haus seines finnischen Kollegen war, und ob der nicht einen gigantische Heizölverbrauch haben müsse. Sie verglichen dann Rechnungen. Der finnische Kollege verbrauchte für sein etwa gleich grosses Haus sogar weniger…

  3. Ach diese Frage HASSE ich! Ich friere hier immer noch, spätestens wenn ich Freunde besuche. Dass es in den Wohnungen so kalt ist und man zwingend den ganzen Winter sämtliche Türen zu haben muss, um die Wärme nicht aus dem gefühlt einen solala-warmen Zimmer zu lassen, finde ich schrecklich. Man bräuchte eine Daunenjacke um aus dem Wohnzimmer ins Bad zu gehen… Zu Hause heize ich dann etwas großzügiger. Seit 3 Jahren oder so ziehe ich auch nur Wollpullis und -Schals an im Winter, Baumwolle gehört zu den restlichen Jahreszeiten.

  4. Hihihi, heute lief eine Studentin vor mir, die offensichtlich keine Socken oder Sommersöckchen oder so trug. Unerklärlich, wie die das aushält. Ich habe da auch irgendwann meine Jugendlichkeit überwunden und trage warme Sachen im Winter.
    Allerdings heizen wir zu Hause auch nur spärlich. Und ja, ich wünsche mir mal wieder richtig kalte Temperaturen, anstellen von +-0 Grad und Feuchtigkeit.
    Liebe Grüße,
    Kathrin
    P.S.: Mein Sohn hat gestern (auf der 2cm Schneedecke) seine Langlaufski ausprobiert. Danke für die Tips =)

  5. Hm. Bei uns steht der Thermostat im Wohnzimmer auf 21°, obwohl ich den Eindruck habe, das ist etwas geschönt. Jedes Jahr im Oktober denke ich, wir gehen dieses Jahr auf 20°, das reicht auch – aber es klappt nicht.
    Die Sommeliers erklären gern, daß „zimmerwarm“ nicht 21° bedeutet, sondern 18. Damit müßte sich eigentlich leben lassen, schließlich kann man sich ja wärmer anziehen. Und draußen ist dann auch gleich weniger kalt (also geringerer Kontrast).
    Aber wo bestimmt gut geheizt sein muß, ist das Klo!

    • Natürlich liesse sich mit 18 Grad und drei Wollpullovern übereinander leben… aber angenehm ist es eben nicht. Ich muss da meinen Beitrag zum Umweltschutz leider anderweitig leisten.

      Und dann finde ich ja, je kälter es draussen ist, desto besser muss man drinnen aufgewärmt sein. Also das mit dem geringeren Kontrast funktioniert zumindest bei mir überhaupt nicht. Dann zittere ich draussen gleich. Und es käme ja auch keiner auf die Idee zu behaupten, so ein Bad im Eisloch fühle sich angenehmer an, wenn man direkt aus -5 Grad reinsteigt als aus 110 Grad…

      • Aber 10° kaltes Wasser fühlt sich bei 24° Lufttemperatur viel kälter an als bei 8°… ;)
        Manches ist auch einfach Gewohnheit. Zum Beispiel, daß viele Leute das Schlafzimmer heizen und sommers wie winters die gleiche Wäsche benutzen. Der Widerstandskraft ist das nicht zuträglich. Wir sind überhaupt keine Temperaturschocks mehr gewohnt. Da kann ein kalter Hausgang tatsächlich ein Beitrag zur Gesundheit sein – schließlich geht man ja da nur durch und läßt sich nicht häuslich nieder!

        • Das stimmt natürlich… aber ich gehe für diese Art Abhärtung lieber raus! :-)

          (Und so finnisiert, bei geschlossenem Fenster und aufgedrehter Heizung zu schlafen, bin ich auch noch nicht!)

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