Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Von wegen EU…!

27 Kommentare

Wir können dem ausgefallenen finnischen Sommer noch dankbar sein.

Denn eigentlich hatten wir unsere Zugreise nach Deutschland erst für die Herbstferien geplant. Und so sässen wir jetzt auf gekauften Tickets, während Dänemark mal eben den Zugverkehr mit Deutschland auf unbekannte Zeit einstellt.

(Und schrieb ich nicht noch, man fühle sich wie ein Flüchtling?!)

Was für eine beschissene „Europäische Union“.

Weder Europa noch Union.
Jeder sich selbst der Nächste.

27 Kommentare zu “Von wegen EU…!

  1. Man kann gespannt sein, wann dieses sogenannte Europa endlich zu einer „Union“ zusammenfindet …

  2. Vielleicht brauchen solche Evolutionsschübe immer irgendwelche Notsituationen als Katalysator?

    • Vielleicht bringt die Notsituation aber einfach nur zu Tage, was man vorher nicht wahrhaben wollte – dass da wirklich keine Union ist: keine Solidarität, kein Ziehen am gleich Strang; stattdessen Neid, Egoismus, Misstrauen. :-(

  3. Deutschland hält die Regeln/Gesetze/Vereinbarungen nicht ein!

    Können die Politiker denn nicht VORHER die Ungarn fragen, ob sie denen die Asylbewerber abnehmen dürfen. Die Ungarn hatten noch nicht mal Zelte, da mußte jeder sein eigenes mitbringen und waren völlig überfordert mit der Menge an Menschen.

    In Deutschland übrigens nach wie vor eine Meinung zu Gunsten der anderen europäischen Nationen. Leute aus ALLEN 28 EU-Staaten sind bei uns weiterhin sehr und besonders willkommen.

  4. Saksan toiminnalle on annettava kiitosta. Harvasta poliitikosta kasvaa valtiomies (tai liittokansleri Merkelin tapauksessa „Staatsfrau“).

    Tämä ei ole puoluepoliittinen kommentti. „Valtiomiesteoiksi kutsutaan rohkeita ja pyyteettömiä ratkaisuja, jotka koituvat valtion tai kansakunnan suuremmaksi onneksi. Valtiomieheksi nimitetyt ovat usein poliitikkoja, joiden katsotaan valtaa käyttäessään uhranneen henkilökohtaisen tai ryhmäedun kansakunnan edun vuoksi. Valtiomiehen status edellyttää usein, että henkilö saa laajaa arvonantoa muiltakin kuin vain omalta poliittiselta taustaryhmältään tai puolueeltaan.“ (Wikipedia)

  5. Ich verstehe sowieso einiges nicht. Ungarn will keine Flüchtlinge – aber statt es ihnen zu erleichtern, weiterzuziehen, sperrt man sie erstmal ein. Dänemark kappt die Zugverbindungen – dabei geht es in dem Fall nur um den „Transit“ nach Schweden (wieso bevorzugen die Flüchtlinge denn Schweden ?)
    Über Finnland lese ich gar nix in den Nachrichten.

    • Ungarn und Dänemark berufen sich halt auf das Dublin-Abkommen (https://de.wikipedia.org/wiki/Dubliner_%C3%9Cbereinkommen), aber aus menschlicher Sicht (und der Gerechtigkeit unter den EU-Staaten wegen) hielte ich es auch für angebracht, die Flüchtlinge einfach durchzuwinken.

      Gerade die nach Skandinavien weiterwollenden Flüchtlinge wollen ja meist eben gerade deshalb da hin, weil sie schon Familie oder Verwandte da haben. (Die Tage las ich eine Reportage vom Münchner Hauptbahnhof, wo Helfer sich mit Flüchtlingen verständigen wollten, und – es gab zu wenig Dolmetscher – ein Flüchtling, nach seinem Alter befragt, antwortete: „Finnland!“ :-) ) Und wäre das nicht viel einfacher, sie einfach da hin zu lassen, wo jemand sie erwartet, sie mit Unterstützung und bestenfalls schon einem Unterschlupf rechnen können, statt sie nach den Regeln in einem anderen Land festzuhalten (und versorgen zu müssen)?!

      Eine Schlagzeile gab es immerhin über Finnland in der letzten Woche in deutschen Medien: http://www.sueddeutsche.de/politik/asylsuchende-in-europa-finnlands-premier-ueberlaesst-sein-haus-fluechtlingen-1.2635844 :-)

      • Das kommt dann – NACH der Registrierung. Dann werden Familien zusammengeführt.
        Dänemark tritt gerade übrigens seine glorreiche Vergangenheit in die Tonne, indem es in vorderasiatischen Medien Anti-Werbespots schaltet, Botschaft „Dänemark ist gar kein tolles Ziel, um Schutz zu suchen“. Hoffentlich sehen das viele Urlauber demnächst ähnlich…

  6. Der Logik zufolge entsteht aber ein sich selbst verstärkender Effekt und die Länder, die schon viele Flüchtlinge aufgenommen haben, nehmen noch mehr auf (mit allen Kosten und Integrationsproblemen), während in anderen Ländern gar keine aufgenommen werden… Ich sehe die Integrationskapazität in Deutschland und besonders Schweden schon arg an der Grenze und fände es nur gerecht, wenn die Flüchtlinge ausgeglichener verteilt würden. Außerdem waren Syrien, Libyen etc. ja früher keine armen Länder… bis vor ein paar Jahren gab es aus diesen Staaten so gut wie keine Flüchtlinge. Deshalb glaube ich auch gar nicht, dass sie schon so viele Anhaltspunkte in Europa haben.

    • Ich verstehe auch nicht (das heisst, ich verstehe schon, aber ich finde es blöd), warum sich manche Staaten so gegen eine Quotenregelung wehren… das wäre das einzig Gerechte. Und etwas, was wirklich was mit „Union“ zu tun hätte.

      (Nach Finnland kommen z.B. sehr viele Somalier. Da glaube ich schon, dass die vor allem deswegen kommen, weil sie schon Freunde oder Verwandte hier haben. Denn mal ehrlich – wer kommt schon freiwillig nach Finnland? ;-) )

  7. Das es höchste Zeit ist etwas zu machen wird seid drei Monaten gesagt. Aber kein Land macht irgendwas.
    In Deutschland sind sich auch die Zeitungen nicht einig. Bis vor etwa zwei Wochen wurde noch gegen Asylbewerber gehetzt. Jetzt auf einmal sind alle willkommen und alle wollen sie aufnehmen. Jetzt wird gegen die EU-Staaten gehetzt, die Grenzen schliessen oder wenig aufnehmen.
    Für jeden pipikram gibt es Regeln, aber wenn es um Nachteile der Staaten geht, wird man sich nicht einig. Es existiert ein kleiner Systemfehler, denn einstimmig kann man bei 28 Staaten nicht sein. Deswegen dauern auch die Entscheidungen so lange.

  8. Das Like gilt dem Beitrag/ nicht dem Verhalten der EU

  9. Moin,

    was mich – wohnend in einem armen Stadtstaat, in dem es auch ohne die Menschen, die nun hilfesuchend nach Deutschland kommen, wahrlich schon genug ungelöste oder schlampig gelöste Probleme gibt ( Kürzung an Bildung, wir sind immer ganz weit hinten; Sozialem und Gesundheit, sprich Stelleneinsparungen, wo es nur geht; bereits eine große Anzahl von schlecht integrierten Ausländern mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben , um nur ein paar zu nennen) – am allermeisten abnervt, ist die komplette Planungs- und Sorglosigkeit, mit der agiert wird.
    Integration hat vor allem was mit Geld zu tun. Wenn das nicht locker gemacht wird, um die Situation für alle zufriedenstellend zu gestalten, wundere ich mich nicht, dass Fremdenfeindlichkeit hier einen Aufschwung erlebt.

    Zwei Beispiele für diesen Irrsinn fallen mir stellvertretend ein:
    Bei uns wie auch anderswo werden die Flüchtlinge u. a. in Zeltstädten untergebracht. Es gibt genau keinen Plan, was im unaufhaltbar näher rückenden Winter mit ihnen passieren soll. Das ist vollkommen absurd, aber nicht so absurd wie das Histörchen am Rande dieses Beispiels – einer dieser besagten Zeltstädte liegt in Autobahnhörweite. An Bauland, das man erwerben und bebauen kann – insgesamt dürfte man mit runden 300.000 € dabei sein. Es wurde ernsthaft erwogen, dass man den Flüchtlingen diese Lärmbelästigung durch Autos nicht zumuten könne. Ein Schlag ins Gesicht für die, die dort bauen wollen… Diese Argumentation dient sicher dazu, die Hilfesuchenden mit Herz und Hilfe aufzunehmen. *Irionie off*. Ehrlich, die Gedanken sind frei – aber manche darf man nicht so unreflektiert morgens in der Lokalpresse äußern und drucken lassen.

    Dazu kommt, dass die Menschen völlig unüberlegt und unabhängig von Glauben und Gewohnheiten zusammengelegt werden, was -auf dem begrenzten Raum von diesen Unterkünften logischerweise- Spannungen und nicht nur verbale Auseinandersetzungen erzeugt. Ein Bekannter aus dem Polizeidienst, der -wir erinnern uns- ohnehin schon schlecht besetzt ist, berichtete von massiven Einsätzen mit vielen Streifen, die natürlich an anderen Stellen im Stadtgebiet fehlen.
    Dass solch ungeregelte und chaotische Vorgehensweise für Unmut in der Bevölkerung sorgt, finde ich nur nachvollziehbar.

    Ich möchte ganz deutlich betonen, dass ich Fremdenfeindlichkeit nicht und zwar überhaupt und ganz und gar nicht unterstütze, aber woher sie rührt, ist in meinen Augen offensichtlich.
    Und – wie gesagt – es ist Zeit, System, Pläne und vor allem Geld, sehr viel Geld ins Spiel zu bringen.

    Sozialer Unfrieden, hohe Arbeitslosigkeit, Ethnien, die man dafür verantwortlich machen kann – das kommt mir alles nur zu bekannt vor und ohne einschneidende Maßnahmen steuert Frau Merkel uns direktemang zurück nach 1933.

    Zum K*tzen!

    So, ich hoffe, ich habe nicht zu viele Schreibfehler hier eingebaut (tippe auf dem Smartphone) und ich hoffe vor allem, ich habe mich hinreichend vom braunen Gedankengut distanziert.

    Mit dennoch vielen freundlichen Grüßen,

    Britta

    • Liebe Britta, ich verstehe Dich. Zu den Spannungen in den Unterkünften würde es übrigens auch kommen, wenn da nur eine Ethnie liegen würde. Das passiert einfach, wenn man Menschen auf Feldbetten in Hallen zusammenpfercht über Wochen und Monate. Diese sind zudem, davon können wir ausgehen, traumatisiert. Ich gebe Dir auch Recht, dass Geld her muss. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es auch an uns liegt. Klatschen am Bahnhof ist sicher schön, aber eben auch nach 1-2 Nächten und Tagen vorbei. Jetzt ist Ausdauer gefragt, auch privat. Initiative und Ideen. Zum Beispiel „sitzen“ die in den Heimen ja tatsächlich nur rum und haben nix zu tun. Sie warten. Manchmal auch draußen auf der Straße, wo man das gern herumlungern nennt. Das stößt dann besonders dem besorgten Bürger auf. Deshalb denke ich, wäre es eine gute Idee, zu so einer Unterkunft zu gehen, ins Gespräch zu kommen und dem einen oder anderen mal die Stadt zu zeigen. Oder einen Kaffee zu trinken. Oder, ich gehöre da ja auch zu denen,die da eher gehemmt sind, zu einer der in allen großen Städten zahlreich veranstalteten Picknicks und Feste zu gehen. Da ergeben sich die Kontakte ganz von allein. Und wenn man dann „dran “ bleibt. Denn Geld ist zwar bitter nötig, aber damit allein kann das, was auf uns zukommt, nicht gelöst werden.

    • In Autobahnnähe in einem festen Haus mit Dreifachverglasung zu wohnen ist noch mal was ganz anderes als im Zelt. So mal angedacht.

  10. Ich glaube nicht mehr an Europa. Aber um ehrlich zu sein, war ich da immer skeptisch. Irgendwie hatte ich von Anfang an denn Verdacht, dass die „Vereinigung“ zu mehr Nationalismus führt, die Globalisierung zu Angst vor dem Verlust der Identität führt. Und manchmal, wenn ich gesehen habe, wie schnell manche Länder in die EU aufgenommen wurden… Da gings doch immer nur um die Erweiterung des Marktes, nie wirklich um die europäischen Werte. Und nun, in dieser kritischen Situation zeigt sich, dass viele gern nehmen, nicht aber geben wollen. Aber bei den ost- und südosteuropäischen Ländern wundert mich das nicht, der Nationalismus in Ungarn war schon in den 70ern und 80ern unerträglich, in Polen träumt man von Großpolen, die baltischen Länder sehen sich eh als Opfer, die Tschechen und Slowaken haben bei ihrer Teilung gezeigt, wie gut sie zu Europa passen und die anderen sind eh schlichtweg zu arm. So wundert es mich tatsächlich nicht, wie sich diese Länder im Moment verhalten. Obwohl so entsetzlich wie in Ungarn hätte ich es mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorgestellt. Was mich aber wirklich entsetzt sind Länder wie Großbritannien. Die spielen ja schon immer gern eine extra Rolle mit extra Gesetzen, scheinbar ist das Kolonialmachtsdenken da noch ein bisschen genetisch hinterlegt, jedenfalls bei den Regierenden, und nun auch Dänemark.
    Nein, ich bleibe dabei. Egal wie es ausgeht, selbst wenn man sich in Brüssel durchringten sollte, was nicht passieren wird, allen Ländern, die keine Flüchtlinge aufnehmen, die Fördermittel zu streichen, die EU ist gescheitert. War zu sehr auf Profit ausgerichtet. Und das scheitert immer, früher oder später.

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