Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Warum es in meinem Blog keine Werbung gibt. Und warum die Leser das wissen sollten.

43 Kommentare

Werbung funktioniert bei mir nicht. Je penetranter sie mir untergejubelt werden soll, desto mehr verkehrt sich ihre Wirkung bei mir ins Gegenteil.

Schon immer ist meine Antwort auf die unsägliche “Ich bin doch nicht blöd!”-Kampagne gewesen: “Genau! In diesen Saftladen, wo ich am Eingang als potentieller Ladendieb dazu genötigt werde, meine Tasche abzugeben, und wo ich mich von Mitarbeitern blöd anmachen lassen muss, weil ich das angebotene Produkt in einer Farbe kaufe, die der Mitarbeiter persönlich nun gerade abartig findet, in so einen Laden gehe ich ganz bestimmt nicht nochmal. Ich bin doch nicht blöd!”

Wenn mir in einem Mütterblog nach dem anderen der gleiche gesponserte Schulrucksack angepriesen wird, dann führt das bei mir zu hektischer Suche nach Alternativen. Auf affiliated links klicke ich grundsätzlich nicht. Blogs mit regelmässiger Werbung verlinke ich nicht. Und komplett gesponserte Blogs besuche ich nicht. Soll sich der Sponsor über die Zugriffszahlen durch andere Leser die Hände reiben.

Nicht mit mir.

Was ist denn jetzt so schlimm daran, mit seinem Blog Geld zu verdienen? So ein Blog verursacht ja schliesslich auch Kosten! Du bist ja bloss neidisch…!

Ich sach’ ma’ so: Es gibt Blogs – Modeblogs, Kosmetikblogs, Technikblogs, was weiss ich, oder Firmenblogs – die per Definition auf Produkttests und Marketing aufgebaut sind. Fein. Kann man machen. Weiss ich, woran ich bin, lese ich nicht. Ich rede hier aber von persönlichen Blogs – “Internettagebuch” sagte man früher™, “Mütterblogs” sind das zumeist heute – in die sich immer mehr Werbung einschleicht. Ich will nicht mit affiliated links unterlegt lesen, aus welcher Bettwäsche jemand aufsteht, mit welchem Duschgel er sich wäscht, was es zum Frühstück gibt, welche Lampe dabei über dem Tisch hängt… Ich übertreibe?! Ab wann fängt Werbung an zu nerven? Wo zieht man die Grenze? Eben.

Und kommt mir nicht mit Mundpropaganda unter Müttern…! Ich bin in einem kleinen Elternforum angemeldet, in dem es oft Postings gibt, die mit “Einkaufsberatung erbeten” anfangen. Mutter a berichtet dann, sie sei von Produkt x völlig überzeugt. Mutter b stimmt ihr zu. Mutter c wendet ein, sie fände aus den und den Gründen Produkt y besser. Mutter d schlägt eine komplette Alternativlösung vor. Am Ende kann man sich irgendwie mit Hilfe der genannten Argumente entscheiden. Unter gesponserten Blogposts kommen derlei Diskussionen nicht gut an; Mutter c und d halten lieber den Mund, wenn sie nicht als Trolle geächtet werden wollen.

Gerade macht ein Artikel in der Bloggerwelt die Runde, der aufzählt, wie viel so ein Blog kostet und dass man das den Lesern, die über Werbung die Nase rümpfen, doch mal sagen muss: Serverhosting, Internetflatrate, Computer, Kamera, Software, Fahrtkosten, Steuerberater…! Und all die Zeit, die man benötigt: Blogartikel schreiben, Fotos bearbeiten, Buchhaltung, Finanzamt, Korrespondenz mit Sponsoren, Beantwortung von Werbeanfragen, Abholung von Warensendungen…!

Entschuldigung, aber… geht’s noch?!

Computer, Kamera, Internet… haha, das schafft man sich also nur für den Blog an?! Wozu braucht man eine eigene Domain, wenn man nur ein bisschen Alltagsblabla ins Internet reinschreiben möchte und es viele gute, komfortable kostenlose Bloganbieter gibt? (Tatsächlich zahle ich zwei Euro pro Monat an WordPress, weil der kostenlose Service eben auch mit Werbung finanziert wird. Die lasse ich mit diesen monatlichen zwei Euros ausblenden.) Und auf Steuerberatung, Finanzamt, Abholung von Warensendungen, Korrespondenz mit Sponsoren, Beantwortung von Werbeanfragen könnte man leicht verzichten, wenn man eben einfach… keine Werbung machte.

Ja, ich stecke ziemlich viel Zeit in meinen Blog. Weil mir das Spass macht. Andere sehen in der Zeit eben fern oder spielen Computerspiele oder stricken. Was jeder eben gern in seiner freien Zeit macht. Gerade weil ich mich nicht bezahlen lasse, kann ich ja tun und lassen was ich will. Ich kann schreiben, worüber ich will. Ich kann auch mal vier Wochen gar nichts schreiben. Oder eine inhaltliche Kehrtwende machen. Oder meinen Blog von heute auf morgen schliessen. Mein Blog stresst mich kein bisschen.

Wenn jemand meinen Blog liest und gut findet, was ich schreibe, und sich deshalb von mir einen Artikel für eine Zeitschrift, einen Blog, einen Kalender, einen Reiseführer.. wünscht, dann lasse ich mich gern dafür bezahlen. Aber ich werde mich nicht dafür bezahlen lassen, mit meinen Blogartikeln einen Rahmen für eine billig zu habende Werbeplattform zu schaffen. Dafür sind sie nämlich zu teuer.

43 Kommentare zu “Warum es in meinem Blog keine Werbung gibt. Und warum die Leser das wissen sollten.

  1. Das ist absolut richtig!
    Danke für diese klare Darstellung!
    (Ich bin aus genau den gleichen Überlegungen heraus gerade dabei, meinen Blog werbefrei zu stellen.)

  2. Ganz deiner Meinung ! Allerdings hat man ja als Normaluser eines Gratis-Wordpressblogs keinen Einfluss darauf, ob da irgendwelche Werbung erscheint oder nicht.

  3. Ja, genauso geht es mir auch. Ich habe jetzt schon mehrfach Anfragen bekommen, damit ich in meinem Blog Produkte bewerbe. Doch ich mag nicht, aus ähnlichen Gründen wie du. Nervig, wenn urplötzlich in mehreren Blogs zugleich z.B. ein und derselbe Leuchter im Zentrum stehen und über den grünen Klee gelobt werden – mal mit Angabe, dass es sich um Werbung handelt und mal nicht. Für wie dumm wird man gehalten?
    Da tut es gut zu lesen, dass man nicht ganz alleine mit seiner Ansicht steht.
    Liebe Grüße
    Andrea

  4. Liebe Karen,

    und gerade deswegen lese ich schon seit Jahren bei Dir :-) mach weiter so.

  5. Ganz genau so sehe ich das auch! Die in dem Beitrag aufgezählten Kosten fand ich echt mehr als lächerlich.
    Wenn es keinen Spaß macht, sondern nur ein Geschäft ist, möchte ich den Blog nicht lesen.
    Ich schreib auch manchmal über Dinge, die es zu kaufen gibt und die ich gut finde.
    Aber einfach nur, weil ich es will. Und nicht, weil mich jemand dafür bezahlt.
    Viele liebe Grüße, Dörthe

  6. Du hast absolut recht mit dem was Du schreibst und tust. Ich finde es eigentlich ziemlich seltsam, dass man es inzwischen allgemein für selbverständlich hält, dass einfach überall Werbung ist. Schön, wenn jemand dagegen anschwimmt! Und darauf aufmerksam macht.

  7. Wenn jemand mit seinem Blog durch Werbung etwas verdient, finde ich zumindest, dass er/sie das in den betreffenden Produkttests anmerken sollte. Einige tun dies und erlauben sich trotzdem auch eine gewisse Kritik. Dann kann ich damit leben. Aber generell habe ich es auch lieber ganz ohne „Beigeschmack“.

    Übrigens: obwohl ich einen WordPress-Blog nutze, ist mir noch nie aufgefallen, dass dort (bzw. in Blogs generell) Werbung eingeblendet wird…. o_O. Adblog Plus scheint sehr effektiv zu sein (NEIN, das ist jetzt keine Werbung ;) …

  8. Ganz verwirrt. Wie, Werbung im WordPress-Blog? Waah, will nicht! Ich hab noch nie Werbung bei mir gesehen, hab ich da was verpennt?
    Zum Thema: Gut gegen den Strom geschwommen. ;-) Grundsätzlich hast du natürlich recht, mich nervt plumpe Werbung aus den genannten Gründen auch recht schnell. Ich denke es kommt auf die Art des Blogs an. Ab und zu mal und eindeutig gekennzeichnet find ich Werbung okay, aber wenn ein Blog sich Richtung Frauenzeitschrift entwickelt, mag ich das auch nicht und lese dann halt nicht mehr mit.
    Deinen Blog würde ich auch mit Werbung lesen, aber so hat er doch einen ganz besonderen Charme. Man merkt dass du Spaß daran hast und gerne Zeit mit ihm verbringst. :-)
    Ganz liebe Grüße in den Norden, ich geh jetzt sofort suchen ob ich Werbung auf meinem Blog finde, grrr. Und dann ziehe ich mich zum Nachdenken zurück, warum mir noch nie jemand Werbung angeboten hat. Schweinerei, das.

    • Ganz verwirrt. Wie, Werbung im WordPress-Blog? Waah, will nicht! Ich hab noch nie Werbung bei mir gesehen, hab ich da was verpennt?

      Es geht um die kostenlosen Blogs bei WordPress.com – nicht um selbstgehostete mit eigener Domain. Melde dich mal ab und deaktiviere evtl. vorhandene Werbeblocker, dann siehst du unter (einigen oder allen?) Beiträgen eine kleine Anzeige (wenn nicht der Blogautor die 2€/Monat zahlt).

      • Ah- Danke! Wieder was gelernt. Ich habe einen selbst (=Ehegatten) gehosteten Blog und deshalb keine Werbung. Ich bin echt ein Technikhonk.
        Jetzt ist mir die Werbung bei manchen WP-Blogs auch aufgefallen. Also hat sie vorher ihren Zweck verfehlt, denn ich habe sie nie bemerkt. Wirklich diskret platziert…:-)
        Schönen Tag allen!

  9. Ich hab ja einen Blog aus anderen Gründen als du, eher so als Kreativtagebuch, als Gelegenheit zum Schreiben, auch von Texten, auch von Theologie oder anderem Nachdenkenswerten. In erster Linie ist er mein Online-Tagebuch, auch nicht allzu persönlich, Du machst das anders, aber eben auch gut, deshalb lese ich sehr gerne bei dir mit. Und auch, weil meine Tochter mal in Turku gelebt hat und ich sie besucht habe und irgendwie auch noch dran hänge.
    Aber auf den Gedanken, dass der Blog mich was kostet (außer Zeit, aber das ist ja meine freizugestaltende Zeit) wäre ich noch gar nie gekommen. Ach übrigens, ich fotografiere sehr, sehr gerne und seit ich den Blog habe, auch wieder mehr. Das finde ich toll, aber jetzt auch noch die Kosten für die Kamera aufzuzählen, das fände ich schon irre….. Mein Blog macht Spaß, ich mach was ich will im Umfang, den ich will. Eben frei-willig.
    Werbung? Wenn ich Produkte, die ich verwende, eine besondere Wolle, lobe oder ihre Eigenschaften beschreibe, darf das gerne als Empfehlung nehmen, wer möchte. Mache ich manchmal auch. Aber das dürfte es auch schon sein. Mehr will ich auch nicht. Ich selber bin werberesistent, schalte im TV weg, habe alle Werbeblätter am Briefkasten durch eine entsprechende Aufschrift abgeschafft und kaufe immer schnell und zügig ein, sowieso bewusst, das was ich brauche. Und das meiste aus dem Supermarkt brauche ich eh nicht. Sehr befreiend war für mich die Aussage einer Discounter-Mitarbeiterin, als ich am Montagnachmittag nach einem bestimmten im Werbeblatt angepriesenen Produkte fragte, irgendwas für meine Kinder, als die noch klein waren. Sie sagte zu mir:
    „Da hätten Sie heute morgen um 8 kommen müssen, das war gleich weg!“ Das war es dann für mich, weil ich zu der Zeit eben vor der Klasse stand um das Geld zu verdienen. Seither: werberesistent – und das finde ich gut!
    Herzliche Grüße
    Ingrid

  10. … und nicht nur deshalb ist mir Dein Blog einer der liebsten. Danke!

  11. Liebe Karen,
    weil man das Rad nicht immer neu erfinden muss, erlaube ich mir deinen Beitrag von heute auf meinem (werbefreien) Blog zu verlinken und ein bisschen „Werbung“ für werbefreie Blogs zu machen. Da mein Blog mehr handarbeits- als skandinavienlastig ist, ist er wohl nicht deine erste Lesewahl, aber ich schaue hier seehr gerne vorbei und grüße dich herzlich über die Ostsee! Barbara

  12. Finde diese erwähnte Rechnung auch eher suspekt.
    Da sind mir deutlich zu viele Posten drauf, die sowieso anfallen. Auch ganz und gar ohne Blog.
    Und es sind die größten Posten. Schon die Kosten für Internet- und Mobilfunkverträge voll und ganz dem Blog anzulasten, ist völlig weltfremd. Auch der Computer würde vermutlich ebenso ohne Blog vorhanden sein. Genau wie Kamera, Speicherkarten, Festplatten etc.
    Und dieses Blog aus dem die Rechnung stammt, ist erklärterweise kein professionelles und dient nicht dem Lebensunterhalt.

    Ansonsten habe ich gegen Werbung etc. nichts. Wenn alles gekennzeichnet wird. Dann kann man ganz einfach für sich entscheiden, ob man das lesen will oder eben nicht.
    Ein jeder soll eben ganz einfach nach seiner Façon selig werden.

  13. Drei Hurras auf diese Einstellung! Ach was, zehn Hurras! Mich nervt grandios, wie viele Menschen so überhaupt kein Problem mit derlei haben. Und ja, man muss sich ab und zu mal aufregen dürfen. Auch wenn es meistens Zeitverschwendung ist (zum Glück nicht immer – von nix kommt nix). Danke für Blog – und Einstellung!

  14. So, nun übertreibe es mal nicht – von wegen 4 Wochen blogfrei. Ich lese deinen werbefreien Blog nämlich sehr gerne. :-)

  15. Postings mit Werbungsinhalt zu schreiben, ist nicht nur nervig und „völlig daneben“, sondern auch unethisch. Bloggs, die aber bspw. überm Header ein Werbefeld haben, sind ethisch korrekt und ich finde das ok. Mir geht es hauptsächlich um den Unterschied zwischen klar abgegrenzter Werbung (bspw über Suomen blogimedia, mit deutschen Anbietern kenne ich mich nicht aus) und Schleichwerbung. Obwohl man bei gesponserten Bloggeinträgen wohl kaum von „Schleich“werbung reden kann.

    Über den Punkt, dass man bei Werbung jeglicher Art als Verfasser natürlich trotzdem auf die Klickzahlen gucken muss, habe ich bisher gar nicht nachgedacht, danke für den Gedankenanstoß! Ich komme mir grade sehr naiv vor.

  16. Manchmal zweifelt man ja an sich selbst, denn ich würde gerne zu deinem
    Werbungsblogeintrag antworten, mache aber irgendwas falsch. Da dreimal
    kommentieren doof ist, spätere Kommentare aber erscheinen, frage ich mich,
    ob ich im Spamordner gelandet bin oder du noch eine andere Idee hast. Links
    oder ähnliches sind nicht drin und das du keine gegenteilige Meinung
    zulässt, passt nicht zu meinem (Blog)Bild von dir – die mail-Adresse im Impressum spuckt übrigens ebenfalls eine Fehlermeldung aus und anreisen, kann ich momentan leider nicht ;-)

    • WordPress spinnt ganz oft, was das Vorsortieren von Kommentaren angeht. :-(

      (Und ich nehme mir immer vor, öfter in den Spamordner zu gucken, aber…)

      Das mit der Mailadresse muss ich mal prüfen, was da los ist… die sollte eigentlich funktionieren…

  17. Ich liebe deinen Blog sehr und freue ich über jeden deiner Einträge, auch wenn ich ab heute weiß, dass du bei mir auf keinen Fall lesen wirst. Ich gehöre zu den DIY-Blog-Schreibleringen die sich bewusst für Werbung entschieden haben, alle Werbelinks kennzeichnet und in einer monatlichen Statistik (ich verzichte an dieser Stelle bewusst auf den link ;-) transparent auflistet, welche Blogeinnahmen es gab. Die mittlerweile über 200 Euronen im Monat unterstützen uns sehr bei der Vierseithofsanierung und der selbst gewählte Spendenanteil lässt mich trotz klammer Haus(halts)kasse großartige Projekte ünbertstützen und ein paar gute Dinge auf der Welt tun. Mein Bauchgefühl stimmt dabei und ebenso wie ich diesen Artikel mit seinen Zahlen befremdlich finde, mag ich auch nicht diese Negativecke, in die Blognebenherverdiener gestellt werden. Solange ich selbst raussuchen kann, für wen man wirbt – und das sind (außerdem meinem schwarzen Schaf dem Bücherriesen) Öko-Shops und nachhaltige Anbieter, bei denen ich mich freue, wenn ich sie so unterstützen kann – stehe ich dazu. Zum Ablehnen bekommt man natürlich auch immer genug …

  18. Den erwähnten Artikel habe ich heute auch gelesen und mich ein bisschen über die Rechnung gewundert. Andererseits: Wenn die Bloggerin dort das Blog wirklich als Nebenerwerb und nicht „nur“ als Hobby ansieht, sind einige der Kosten sicher berechtigt. Muss letztlich jeder selbst wissen.

    Ich verzichte auch auf Werbung (hatte auch erst wenige Anfragen) und überlege noch, ob ich die 24 € im Jahr auch mal investieren sollte. Andererseits: Die meisten in meinem Umfeld sind entweder ohnehin mit AdBlock unterwegs und sehen die Werbung nicht oder sind selbst bei WordPress angemeldet und sehen sie deshalb nicht. (Ich war ganz überrascht, als ich die Anzeigen vor einiger Zeit zum ersten Mal sah. Inzwischen steht es ja beim Erstellen eines Beitrags drunter.)

    Ob ich ein Blog lese oder nicht hängt vom Inhalt und persönlichen Sympathien ab – ich lese sehr gern hier, ich lese auch Blogs mit gelegentlicher Werbung – wenn das sonstige Drumrum stimmt.

    • Aber es macht doch gerade *keinen* Sinn, wenn man den Blog als Nebenjob sieht? Dann muss am Ende einfach ein Verdienst stehen. Wenn ich permanent ein Minusgeschäft mache, hör ich halt auf und/oder such mir was anderes.

      Auf die Haupttätigkeit angewendet wäre das ein „Was mein Bürojob mich kostet. Und warum alle Menschen das wissen und mich dafür huldigen sollten!“-Post, weil man da angezogen (Kleidungskosten! Aber ich will mal nicht so sein und berechne nur [$Billigladen]-Preise…) und gewaschen (Wasser! Shampoo! Duschgel!) hinmuss.

      • Ich habe es nicht so verstanden, dass sie „minus“ macht. Für mich war es eben eine Rechnung, was die Bloggerei so kostet und was deshalb *mindestens* über Werbung reinkommen muss. (Allerdings hab ich den Artikel auch nur überflogen, möglicherweise ist mir da etwas entgangen.)

        • In einem Kommentar erwähnt sie, dass sie im Januar exakt 0€ eingenommen hat.

          Aber das ist nicht so wichtig, mir ging es eher darum, dass man das Bloggen entweder als Hobby versteht. Dann stellt man keine Kosten/Nutzen-Rechnung auf. Man geht ja auch nicht zu seinem Fußballtrainer und verlangt von dem 8,50€/h, weil man schließlich Zeit fürs Training und die Spiele aufwendet.

          Oder man begreift es als Nebenjob. Dann darf man aber nicht heulen, wenn einem die Arbeitsmaterialien nicht gestellt werden bzw. man eine gewisse Vorleistung erbringen muss. (Das ist beim Schreiben doch normal? „Ja, ich schreib demnächst voll den guten Artikel, ehrlich! Aber ich hätte gern Stunden- statt Zeilenlohn und außerdem hätte ich das gerne jetzt, nicht erst wenn ich fertig bin!“ Kein erfolgreiches Gespräch mit einem Verlag. Jemals.) Wenn man dann merkt, dass über diesen Nebenjob nichts reinkommt, dann braucht man keine siebzehnseitigen Jammerposts schreiben, sondern muss irgendwas ändern. Und wenn man richtig viel Gewinn macht, dann muss man immer noch keine Jammerposts schreiben, sondern kann einfach sagen, dass das eben eine Nebentätigkeit ist, mit der man Geld verdienen möchte.

          Aber hier ist das eine ganz merkwürdige Mischung aus beidem? Sie tut Dinge, um die sie kein Mensch je gebeten hat, gibt dafür Geld aus und heult dann allen die Ohren voll, dass Bloggen ja sooo teuer ist. Anstatt es einfach zu lassen, wenns ihr nix bringt.

          (Ich glaub, wir sind inhaltlich eh nah beieinander. Ich fand nur das Argument mit dem Nebenjob komisch, weil man für jede Arbeit irgendwelche finanziellen Aufwendungen hat. Und kam dann ins Reden. *hust*)

  19. Naja, aber die Werbung auf wordpress, darauf hat der Blogger ja keinen Einfluss. Die wird von wp geschaltet. Und nur wp verdient auch daran

    • Einfluss nehmen kann man – hab‘ ich weiter oben schon erklärt – und das No adds upgrade kaufen. Ich finde das ok, weil – entweder nehme ich die Dienste von WordPress eben kostenlos in Anspruch und toleriere die Werbung, oder ich bezahle eben einen angemessenen Beitrag dafür. Irgendwie müssen die sich ja auch finanzieren.

  20. Liebe Karen,

    ich lese Deinen Blog mit jedem neuen Post. Ich bin gerne bei Euch und in Finnland dabei. Und ich genieße es sehr, nicht irgendwo Werbung zu finden. Danke, dass ich dabei sein darf. :)
    Ich glaube, die Kommentare unter Deinen Posts sprechen auch für sich, was Du an E-Mails bekommst das weiß ich nicht, aber die Kommentare musst Du nicht erst vorsortieren, sondern kannst sie gleich veröffentlichen. Du polarisierst auch nicht. Der einzige negative Kommentar eines Lesers, der mir in Erinnerung ist, ist der, dass Ihr Eurem Sohn ein billiges Klavier (Ironie) gekauft habt. Mir scheint, Du machst alles richtig, auch deshalb musst Du sicherlich nicht so viel sortieren und auswählen und im voraus lesen. :)
    Ich bin froh, Euch in den Weiten des Netzes gefunden zu haben.

    Ich habe den Artikel mal gelesen. Frische Brise hatte Anfang Januar angedeutet, was man als Blogger bisweilen für unverschämte Kommentare und E-Mails erhält. Das macht mich traurig. Der Artikel, den Du verlinkt hast, macht mich insofern ärgerlich, dass wir als Bloglesende gerne folgen können und dürfen, aber nicht unsere Meinung sagen sollen/können/dürfen. Da finde ich mich regelmäßig arg bevormundet. Außerdem fand ich das äußerst fair, dass jemand der Bloggerin überhaupt schreibt, warum er/sie ihr nicht mehr folgen möchte. Aber ich kenne ja die ganzen Hintergründe eines Bloggerlebens gar nicht, als dass ich beurteilen könnte, weshalb so unschön miteinander umgegangen wird. Ich finde es jedenfalls entsetzlich. Der Nachtrag zum Nachtrag zum Nachtrag zum Nachtrag des Artikels spricht ja auch Bände.

    Liebe Grüße aus Dresden,
    Stephanie.

    PS Mein Kommentar wirkt auf mich etwas wirr. Ich bin hungrig und müde. Da darf das sicher mal so sein. :) 15 Punkte hätte es in der Schule dafür nicht gegeben. Hehe.

    • Das mit den Kommentaren wundert mich auch immer wieder – ich habe tatsächlich noch NIE irgendwelche beleidigenden Kommentare bekommen. Ich habe wunderbare Leser! Danke euch! <3

      Ich habe aber generell das Gefühl, dass es auf Blogs, auf denen Kommentare beantwortet und auf denen Diskussionen zugelassen werden, generell weniger ausfällige Kommentare gibt als auf Blogs, wo dreissig Lobhudeleien unkommentiert bleiben, aber der eine kritische Kommentar dann nach Strich und Faden auf sämtlichen Kanälen niedergemacht wird. DAS finde ich viel schlimmer als als Blogger einfach mal einen Kommentar wegzustecken. Aber ja, ich hab' ja auch gut reden, weil, ich krieg' ja solche Kommentare auch fast nie… :-)

      (Ich bin auch gerade hungrig und müde. Heute darf auch mal wirr.)

      • Naja, gegen nen richtigen Troll machste nix. Der ist da und findet dich und alles und jeden in deinem Umfeld kacke, egal wie (und ob) man auf ihn reagiert.

        Ansonsten – und damit will ich deine phänomenalen Deeskalationsfähigkeiten natürlich keinesfalls schmälern! ;) – hängt viel von der persönlichen Definition von Troll ab. Wenn schon ein simples „Seh ich ja eher nich so…“ sämtliche DU MUSST HIER JA NICHT LESEN/WIE KANNST DU ÜBER MEIN LEBEN URTEILEN/ABER ANDEREN LEUTEN GEFÄLLT DAS!!1elf-Reflexe auslöst, dann relativiert sich die Trollkommentarstatistik recht schnell. Außerdem glaube ich auch, dass man so die ganzen Hobbypöbler an sich bindet, die sonst vielleicht einfach weitergezogen wären…

  21. Die massiven Negativkommentare von denen man bei bei Frau Frische Briese lesen musste, haben mich auch überrascht und glücklicherweise kenne ich so etwas auch nicht. Wahrscheinlich würde mir dabei tatsächlich die Lust am bloggen vergehen. Allerdings ist selbst mir schon passiert, dass ich fälchlicherweise unter Generalverdacht stand und eine völlig absurde Unterstellung blitzschnell über alle Social-Media-Kanäle verteilt wurde. Da ist mir vor der „Macht“ dieser Großblogs ziemlich mulmig geworden ….

  22. Jeder der mit seinem Blog Geld verdienen will darf natürlich mal die Kosten auflisten. Und ein professioneller Blog liegt auch nicht bei WordPress als Subdomain, sondern auf dem eigenen Webbereich und der verursacht Kosten. Das liegt eben einfach daran, dass man so Herr über seine Daten ist. ich glaube kaum das die ganzen Nutzer von kostenlosen Blogs eine Datensicherung haben. Gibt es einen Datenbankcrash ist alles weg – schon oft genug passiert. Auch fehlen viele Einstellmöglichkeiten und die Nutzung der Plugins ist begrenzt. In der Entwicklerumgebung von WordPress geht man auch langsam in die richtige Richtung – für gute Plugins wird Geld verlangt.

    Wir haben auch Kundschaft die erst einmal Luft holt wenn sie für die Einrichtung eines Blogs Geld bezahlen soll, weil gibt es ja alles umsonst und so ein paar Bilder und ein wenig schreiben – alles pillepalle.

    Ob Butterbrotmandalas oder ökovegane Leinenturnschuhe – jeder wie er will. Die Mischung macht es. Wer gut schreibt und dabei Geld verdient – von mir aus.

  23. @fraubergzwergin „ich glaube kaum das die ganzen Nutzer von kostenlosen Blogs eine Datensicherung haben“ – doch, ich! :-)

  24. Du hast absolut recht.
    Vorbildliche Einstellung.

    LG Bettina

  25. Ich finde es wunderwunderbar, dass dieser so herrliche blog, den ich neulich erst entdeckt habe und seitdem quer und kreuz rückwärts lese, werbefrei ist. Vor einem Jahr las ich -noch- sehr gerne ein Blog einer Zeichnerin, die in lustig schräger Sprache ihr Familien und Bloggerleben beschrieb und illustrierte. Mittlerweile ist es komplett zur Werbeplattform verkommen, was mich total enttäuscht hat. Mir gefallen Deine Finnlandias ungemein! Liebe Grüße aus Mainz, hier regnet es seit Wochen, heute mal ausnahmsweise ein Sonnentag, ansonsten + 7 ° und Sabbelwetter. Herzlich, Eva

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