Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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satayhdeksänkymmentäneljä

300 km weiter nördlich versinken sie im Schnee.

Hier „im Süden“ kam das Ganze – mal wieder! – weitgehend als Regen vom Himmel.

Das Fahrrad lasse ich seit gestern also wohl oder übel zu Hause stehen – obwohl es natürlich immer noch ein paar unbeirrte Finnen gibt, die auf uralten Fahrrädern mit profillosen Reifen in einem Affenzahn durch die Strassen rasen (unfallfrei, versteht sich!) – und humpele stattdessen mit bespikten Gummistiefeln über nasse Eisflächen zur Bushaltestelle.

Menno…!!!

(Aber wenn ich heute nicht Bus gefahren wäre, dann hätte ich vermutlich auch die 194 nicht getroffen…)

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satayhdeksänkymmentäkolme

Fast jeden Morgen treffe ich auf dem Weg zur Arbeit meine ehemalige Finnischkurskollegin Olga. Sie strampelt den Berg hoch, ich rolle den Berg runter. Manchmal rufen wir uns schnell ein, zwei Sätze zu, manchmal winken wir nur. Gestern war ich ein bisschen spät – oder Olga ein bisschen zeitig – und so stieg ich vor dem Kindergarten gar nicht erst aufs Rad, sondern wünschte ihr ein gutes neues Jahr, und sie hielt an und wünschte mir auch ein gutes neues Jahr, und wir lachten, weil wir uns auch bei -10 Grad und 10 Zentimetern Schnee mit dem Rad begegnen, und sie zeigte mir ihren neuen Fahrradmotor, ohne den sie ihre zwei Jungs nicht mehr fortkriegen würde im Fahrradanhänger, und ich erzählte ihr, dass wir letztes Jahr sogar extra Spikereifen für den Anhänger gekauft haben, aber dass die Jungs jetzt mittlerweile zum Kindergarten laufen, da der grössere kaum noch in den Anhänger passt und der kleinere endlich auch in angemessener Geschwindigkeit dahin läuft, wo er hinlaufen soll, und sie erzählte mir, dass sie ihre beiden Jungs demnächst früh zu zwei verschiedenen Betreuungsplätzen fahren müsse, und wir seufzten ein bisschen und lachten doch dabei, und dann radelten wir in entgegengesetzte Richtungen unserer Arbeit entgegen, und als ich den Berg hinunterrollte, kam da die 193 gefahren.

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satayhdeksänkymmentäkaksi

Wenn wir Eisbadesaunieren gehen, brauchen wir Badesachen, Schuhe (gegen angefrorene Füsse), ein Saunamützchen (gegen kalte Ohren; denn manchmal, da geht da am Meer ganz schöner Wind) – und heissen Johannisbeersaft (weil der so gut schmeckt und so schön von innen wärmt).

Mittlerweile haben wir alle eine eigene Thermosflasche und verbrauchen den Johannisbeersaft literweise. Da kann es schon mal zu Engpässen kommen. Heute mussten wir mit heissem Wasser in den Thermosflaschen losfahren und erst noch einen Umweg über den Supermarkt machen, um Johannisbeersaftkonzentrat zu kaufen.

(Die 192 musste dort auch irgendwas kaufen.)

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Feierabend

16:02 Uhr. Der grosse Herr Maus steht vor seinem Fach im Kindergarten und steigt in seinen Schneeanzug.

„Muss ich heute Klavier üben?! Immer muss ich Klavier üben! Ich hab‘ keine Zeit dazu! Ich hab‘ so viel vor! Ich will nicht immer Klavier üben! Ich will ganz viel spielen. Ich hab‘ das alles schon geplant. Wenn ich Klavier üben muss, dann habe ich gar keine Zeit dazu!“

16:04 Uhr. Der grosse Herr Maus zieht sich seine Stiefel an.

„Was machen wir denn heute noch? „Nichts“?! Ich will aber was machen! Warum sagst du denn immer, ich soll was spielen?! Mir fällt langsam gar nichts mehr ein, was ich spielen könnte! Warum können wir denn nicht irgendwas machen?! Mama, mir wird wirklich langweilig!!!“

(Hat’s nicht leicht, so ein Sechsjähriger…)


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Am letzten Weihnachtsferientag

Skilanglauf mit (kleinen) Kindern ist ja eher so Rutschen, Anhalten, Gucken, Bergab-zwischen-die-Beine-Nehmen, Zeigen, Erklären, Loben, Vom-Boden-Aufhelfen.

Wenn man aber mit jedem Kind einzeln eine ihm angemessene Runde skifahren geht, kann man das am Ende des Tages dann doch getrost unter „Sport“ verbuchen.

(Selbstverständlich wollte das dritte Kind nach sieben Stunden Trainingslager auch noch skifahren. Gibt ja schliesslich beleuchtete Loipen.)


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satayhdeksänkymmentäyksi

Ab -15°C fühlt es sich beim Autofahren wieder so an, als würde ich einen Lada fahren. Die Lenkung ist zäh, Schalten erfordert einen gewissen Kraftaufwand, das arme französische Auto zittert rumpelt in der finnischen Kälte.

Immerhin wurden das Fräulein Maus und ich schon auf dem Weg von der Haustür zum Parkplatz richtig wach.

Der Mond hing gross und orange wie im Ulrikchenbuch über den blauen Feldern. Der Koski dampfte. Am Sportplatz, auf dem wir auf dem Weg zu Fräulein Maus‘ Trainingslager vorbeikommen, war der Warnwestenmann auch am heutigen Feiertag mit dem Wasserschlauch zugange, damit dort bald Eishockey gespielt werden kann.

Und die 191, die war in blauer Frühe auch schon unterwegs.

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Neujahr 2015

Silvester feierten wir diesmal zum ersten Mal, seit wir Kinder haben, mit Freunden der alleinerziehenden Freundin und waren somit doppelt so viele Kinder wie Erwachsene. Prima war das mit der kleinen ausgelassenen Schar!

Weil wir seit dem Jobwechsel des Ähämanns keinen Schlüssel zum Parkhaus mehr haben, um von dessen Dach wie jedes Jahr das von der Stadt organisierte Kinderfeuerwerk anzugucken, unsere Kinder aber noch zu klein sind, um mit ihnen fürs Mitternachtsfeuerwerk auf irgendeinen Hügel im Stadtzentrum zu wandern, fanden wir als Alternative eine echte und zu Recht ziemlich geheim gehaltene Perle im Nachbarstadtteil: ein vom örtlichen Energieversorger organisiertes Feuerwerk um 20 Uhr, das kein bisschen überlaufen war, aber so gross und hübsch, dass ich ein vergleichbares zum letzten Mal bei der Eröffnung des Turkuer Kulturhaupstadtjahrs gesehen habe.

Kurz nach Mitternacht verabschiedeten sich die Freundin und die Hälfte der Kinder, und die restlichen Kinder – die die Freunde noch gar nicht gehen lassen und noch ganz lange tanzen und spielen und überhaupt noch mehrere Stunden aufbleiben wollten – fielen, schon im Halbschlaf, ins Bett.

Am Neujahrsmorgen schliefen wir alle bis um elf. Nach dem Frühstück wankten wir mit halbgeschlossenen Augen aufs Sofa fürs Neujahrskonzert. Wir haben freilich schon für Kinder weitaus attraktivere Neujahrskonzerte als das diesjährige gesehen, aber die Kinder hielten von Anfang bis Ende aus. Der kleine Herr Maus liess sich zu einem kleinen Parallelkonzert auf der Triola inspirieren, das Fräulein Maus himmelte die goldene Konzertharfe an, und der grosse Herr Maus fragte nach jedem Stück: „Kommt jetzt der Radetzkymarsch?!“

Neujahrsspaziergangsauna fiel wetter- und müdigkeitsbedingt aus, stattdessen guckten wir gleich noch die am Vortag aufgenommene Weltraummaus.

Und während der Ähämann unser Mittagessen zubereitete, ging ich einem besonderen Neujahrsritual nach: ich meldete vom Sofa aus den grossen Herrn Maus für die Schule, den Hort und den Muttersprachunterricht an.