Suomalainen Päiväkirja

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Mopedausrüstung

9 Kommentare

Mit kaputten Schuhen fing es an. Zwei Wochen getragen, vorn alles abgeschabt, Loch drin. Ich schob es darauf, dass es sich bei den Schuhen um ausgesprochene Billigschuhe handelte. Soll man eben nicht kaufen, sowas. Dann erschienen zwei Löcher an den Innenseiten seiner Überhosen, die nach zwei Tagen so gross waren, dass er die Pedalen seines Fahrrads darin hätte verstecken können. Ich schob es darauf, dass die Überhosen schon seit drei Jahren durch wechselnde Kinder im Gebrauch gewesen waren. Irgendwann zerfallen die eben.

Als ich dem kleinen Herrn Maus aber neue Überhosen gekauft hatte, in denen nach zwei Tagen wieder der erste Riss auf Knöchelhöhe innen erschien, als auch seine brandneue Matschhose sofort ein Löchlein an derselben Stelle bekam und seine Wanderschuhe, die er jetzt als Übergangsschuhe trägt, verdächtig abgeschabt auszusehen begannen an den Spitzen, da fragte ich dann doch mal nach im Kindergarten, ob das denn bei anderen Kindern auch passiere.

„Oh, das kommt vermutlich von der Moped-Rallye, die die Jungs hier jeden Nachmittag fahren“, gab die Lieblingsbetreuerin zur Auskunft.

Ist ja auch schön. Da hat man sein Kind erfolgreich ohne nennenswerte Schäden an Schuhen und Kleidung durch die Rutschauto- und Laufradzeit zum selbständigen Fahrradfahren gebracht – und dann fängt es mit knapp vier an, Bobbycar Plastemoped zu fahren! (Und ist natürlich inzwischen so gross, dass nicht nur die Schuhspitzen, sondern auch das halbe Bein über den Boden geschleift werden dabei…)

Weil ich aber jeden Nachmittag beim Abholen sehen kann, wieviel Freude er daran hat, und weil ich seinen Betreuern so dankbar bin, dass sie den Kindern dieses Spiel ermöglichen, ist Verbieten keine Option. Bobbycar-Schuhschoner gibt es – ich habe einmal laut gelacht – bis Schuhgrösse 27. Und so billige Klamotten und Schuhe kann ich nicht mal auf dem Flohmarkt erstehen, dass ein Neukauf alle zwei Wochen drin wäre.

Was tun? Es gibt keine falschen Spiele, nur… genau. Dank eines Brainstormings mit den Damen aus dem Babyzimmer besitzt der kleine Herr Maus jetzt seine ganz eigene Moped-Schutzkleidung:

Mopedschuhe aus Billigschuhen und altem Fahrradreifen (den allerdings ein Schuster anbringen musste aus Mangel an geeignetem Schneidewerkzeug und Kleber unsererseits) sowie Mopedgamaschen, selbst umgenäht (von Hand, jawoll!) aus einer billigen Überziehhose, die ihm jetzt über jegliche Überhosen, Matschhosen, Schneeanzüge drübergezogen werden können. (Der kleine Herr Maus erkannte natürlich sofort den Schwachpunkt: „Aber dann kommen da doch Löcher rein!“ Jahaaa, aber die flicke ich dann meinetwegen mit Jeesusteippi Panzerband!)

Hat sich jetzt schon zwei Wochen bewährt. Und für ein paar Winter-Mopedstiefel reicht der Fahrradreifen auch noch. Wobei, ich fände es ja schön, wenn die Kinder diesen Winter mal wieder Schlitten fahren könnten statt Moped…!!!

(Ha, ein Do-it-yourself-Beitrag! Von mir! Ja, alles in Ordnung! ;-) )

9 Kommentare zu “Mopedausrüstung

  1. ”Konstit on monet, sanoi akka, kun kissalla pöytää pyyhki.”

    ;-)

  2. hah, was für eine geniale Idee mit den Billigschuhen und den Fahrradreifen!
    damit könntest du fast in Produktion gehen, ich wette, da fänden sich Abnehmer (denn selbst mein Großer mit seinen 10 Jahren hat ab und an noch Bobbycar-Anwandlungen…)!

    LG
    sjoe

  3. ha! das ist ja eine geniale Idee! Wenn diy, dann aber gleich richtig, was?
    Grüße,
    Kathrin

  4. Genial muß ich mir merken!

  5. Das ist ja soooo clever! Man habt Ihr glückliche Kinder!

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