Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Wie man’s macht…

12 Kommentare

Letztes Jahr wollte ich den Juli in Finnland verbringen. Denn zwar fangen der Sommer und die Sommerferien offiziell am 1. Juni an, aber so richtig sommerlich wird es doch meist erst im Juli.

Tja. Wir fuhren also Mitte Juni nach Deutschland, und als wir Anfang Juli wiederkamen, war es zwar tatsächlich immer noch schön warm, aber: es gab keine Erdbeeren mehr! Nicht auf dem Markt, und nicht im eigenen Garten. Überhaupt, im Garten herrschte zu dem Zeitpunkt schon eher Herbst. Das meiste war vertrocknet. Zwar hatten die netten Nachbarn, die sich freundlicherweise um die Bewässerung unseres Gartens gekümmert hatten, ihr Bestes getan – aber in den folgenden Tagen merkte ich, dass man bei den Temperaturen und der fast nicht vorhandenen Erdschicht in unserem Garten gut und gerne dreimal am Tag hätte giessen müssen, um die Pflanzen halbwegs am Gedeihen zu halten. (”So zwei-, dreimal die Woche reicht!”, hatte ich den Nachbarn gesagt. Haha!) Die Radieschen waren verholzt, die Erbsen hart, die Erdbeeren längst durch, die Johannisbeeren auch. Die Laternchenpflanze, die nach vielen erfolglosen Aussaatversuchen endlich aus den von des grossen Herrn Maus’ Kindergärtnerin extra für uns ausgebuddelten Wurzeln so üppig wucherte, hatte in der Dürre alle Blüten abgeworfen, so dass wir im Herbst wieder keine Lichterkette basteln konnten. Immerhin konnten wir später noch ein paar Monatserdbeeren, Blaubeeren und einen Kürbis ernten.

Dieses Jahr sollte alles anders werden. DIESES JAHR BLEIBEN WIR IM JUNI IN FINNLAND! Ich wollte Erdbeeren essen. Und Frühkartoffeln. Und Johannisbeeren. Und alle Pflänzchen so mit Wasser verwöhnen, dass sie dann, wenn wir Mitte Juli wegführen, gross genug wären, um auch mit ein bisschen weniger Wasser weiterhin gut zu gedeihen.

Tja. Die Erdbeerpflanzen brechen fast zusammen unter ihren Früchten – nur rot werden die seit Wochen nicht. Der kleine Herr Maus begutachtet seit drei Wochen gierig die Minitomaten, die grün und hart im eisigen Nordwind baumeln. Die Radieschen sind gerade mal drei Millimeter dick. Kresse und Erbsen haben gerade mal ihre ersten zwei Keimblättchen entfaltet und ziehen die Köpfe ein, bis besseres Wetter kommt. Der Hopfen schmiegt sich frierend an das Gestell, das wir ihm extra gebaut haben, und wagt sich nicht weiter in die Höhe, denn bekanntlich ist es weiter oben ja noch kälter. Die Wicken sind im Blumenkasten abgesoffen. Dem Basilikum haben wir Asyl auf dem Küchenfensterbrett gewährt.

Vielleicht würfeln wir nächstes Jahr mal unsere Urlaubsplanung…

12 Kommentare zu “Wie man’s macht…

  1. Ach, was solls. Egal wann man verreist, man verpasst daheim immer was.
    Ich fürchte, wir werden nur einen Teil unserer Heidelbeeren ernten können. Und die Hortensienblüte verpassen.
    Wohin geht es denn im Urlaub? Nach Süden in die Berge?

    • Früher hab‘ ich auch so gedacht. Ist ja egal. Aber der finnische Sommer ist zu kostbar, um ihn zu verpassen…

      Jedes Jahr denke ich auch wieder: ich würde auch mal wieder ganz in Finnland bleiben und hier herumreisen. Mal das Blaue Mökki im Sommer besuchen und so. Aber dafür ganz auf warme, dunkle Sommernächte verzichten? Auf Eis und Cocktails? Und auf Berge?!!!!

      Und so fahren wir dieses Jahr eben auch wieder in die Berge. Eigentlich wollten wir in den Süden in die Berge fahren, aber aus verschiedensten Gründen fahren wir dann jetzt doch erstmal wieder in den Südwesten in die Berge

  2. Danke für die Verlinkung :-)

    Ich habe leider mit Lampionblumen im eigenen Garten auch kein Glück.

    • Hier hat die eigentlich niemand. (Mir fielen deshalb fast die Augen raus, als ich sie vorletzten Herbst im Kindergarten als Tischschmuck sah. Und so kam es, dass die Kindergärtnerin mir erklärte, aussäen brächte überhaupt nichts, am besten wären Wurzeln. Am nächsten Tag lag so ein Päckchen Wurzeln in des grossen Herrn Maus‘ Fach.) Wenn wir also eine echte Lampionlichterkette basteln wollen, müssen wir das mit eigenen machen…

      Bis jetzt sieht es auch ganz gut aus: Sie haben sich vermehrt. Sie wachsen. Sie blühen. Jetzt muss dann nur noch bis zu den fertigen Laternchen alles gut gehen…

      • Hier gab es auch eine sehr komplizierte Geschichte mit der essbaren Lampion-Variante. Den dritten Versuch habe ich irgendwann mit dem Gedanken „Wird eh nix mehr“ raus gestellt, Wochen später kamen sie dann sehr zögerlich. Ich bin noch skeptisch, ob’s wirklich zu Lampions kommt…

  3. Unsere Lampion-Blumen wuchern, bloss vergesse ich immer, rechtzeitig zu „ernten“, da freuen sich die Schnecken.

  4. Wir haben uns unter dem finnischen Sommer auch einige Grad wärmer vorgestellt! Aber dafür ist das viele Licht echt super :)
    Grüße aus Norwegen, wo es heute zum ersten Mal warm war!

  5. Wir fahren in diesem Jahr auch wieder in die Berge – Südtirol :D.

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