Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Skiferien, anders

Ein Kommentar

Da das Wetter in Südfinnland oft nicht mitspielt, bleibt einem eigentlich nur die Flucht in den Norden (Frost! Schnee!) oder den Süden (Wärme! Sonne!). Da beides aber beliebte Alternativen sind, sind sie für Otto Normalverbraucher kaum erschwinglich, wenn nicht sowieso seit fast einem Jahr ausgebucht.

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Tallinn ohne Touristenmassen ist aber auch schön.

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Bisher dachte ich immer, das Schlimmste an Reisen, die mit dem Schiff von Helsinki aus anfangen, wären die jeweils zwei Stunden Autobahn von Turku nach Helsinki und zurück. Dabei sind die jeweils zweieinhalb Stunden auf der Fähre nach Tallinn und zurück das Allerschlimmste.

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Die aufgebrezelten, drängelnden, unfreundlichen und oft besoffenen ”Kreuzfahrt”passagiere habe ich nämlich gefressen. Solche, die einem bellenden Hund hinterherlächeln, aber einem zwei Minuten lang lautstark seinen Unmut kundtuenden Dreijährigen nur ein ”Sch! Sch!” zu sagen haben, ganz besonders.

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Der Unterschied zwischen einer Stockholmfähre und einer Tallinnfähre besteht nicht nur in der Grösse der mitgeführten Alkoholtransportgeräte, sondern auch darin, dass in Tallinn die finnischen Passagiere schon besoffen sind, bevor sie die Fähre besteigen.

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Die Kinder überboten sich gegenseitig im Nichthören, Herumzappeln, Miteinanderstreiten und Sichindreckeckenherumdrücken. Rückblickend waren sie aber insgesamt doch wieder ganz wunderbare, begeisterte Reisekinder.

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Doof ist, wenn das Hauptziel der Reise in ”gut essen” besteht, man sich dann am zweiten Tag so lange nicht für ein Restaurant entscheiden kann (Touristenfalle, zu edel mit den Kindern, kein Palatschinken im Angebot, zu ungemütlich, zu teuer, zu gross, zu klein, zu weit weg…) bis die Kinder fast umkippen, man dann die nächstgelegene Lokalität ansteuert und dort nicht nur das Schnitzel so ungeniessbar ist, dass man es ungegessen zurückgeben muss, sondern auch in der Suppe irgendetwas Ungeniessbares war, weswegen man die folgenden anderthalb Tage auf wackeligen Beinen unterwegs ist und der Magen nichts anderes als Orangensaft aufzunehmen bereit ist.

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Die Sonne sahen wir auch in Tallinn nicht.

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Wegen letztem und vorletztem Punkt hielt sich auch die Lust am Fotografieren in Grenzen, weswegen es hier keine Touristenstadtfotos geben wird.

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Den Kindern war das alles egal. Die kann man in Städten am glücklichsten machen, indem man der ganzen Familie ein Mehrtagesticket kauft und stundenlang Strassenbahn fährt. Das haben wir dann auch ausführlich gemacht.

Ein Kommentar zu “Skiferien, anders

  1. Oh, Mann, wie bitter!
    Besonders das mit dem Ungenießbaren in der Suppe *schüttel*
    LG,
    Britta

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