Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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“Eisbaden macht süchtig!”

(Las ich heute in einem Werbeprospekt unserer Eisbadesauna.)

Die 151, die gehörte entweder einem Süchtigen oder einem der hundert Leute, die wir vom Saunafenster aus auf dem Meer herumspazieren sahen.

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Frost geniessen dürfen

Gestern war der kleine Herr Maus, als ich ihn vom Kindergarten abholen kam, zum ersten Mal diese Woche nicht draussen.

Das Thermometer ist ja die ganze Woche nicht über -10 Grad geklettert. Nein, auch nachmittags nicht.
Der grosse Herr Maus war deshalb die ganze Woche im Kindergarten nicht draussen, weder vormittags noch nachmittags. „Ich will auch mal wieder raus!“, sagte er, als er sah, dass der kleine Bruder draussen spielte.

Denn die Hasengruppe, die auch bei Regen immer rausgeht, die war jeden Nachmittag, wenn ich zum Abholen kam, auf dem Spielplatz. Sie waren dick verpackt, und die Betreuer hielten sie die ganze Zeit in Bewegung. Der kleine Herr Maus hatte rote Bäckchen, warme Füsse, warme Hände – und gute Laune. Er lachte und gluckste, berichtete mir vom Tag, umarmte nochmal seine Lieblingsbetreuerin, stieg bereitwillig in den Fahrradanhänger und sagte: „Zu Hause will ich aber noch draussen bleiben!“

Als ich ihn gestern abholen kam, bekam er als erstes einen Wutanfall. Nein, er wolle nicht mit nach Hause kommen. Nein, er wolle den Wolloverall nicht anziehen. Und die Handschuhe schon gar nicht. Nein, er wolle sowieso kein Eislicht bauen. „Blöde Mama!“ schrie er.

Seine Lieblingsbetreuerin, die ich auch sonst wegen ihrer Ansichten sehr schätze, nahm mich beiseite und erklärte mir, wie ihr Versuch, bei der Besprechung heute für mehr Rausgehen auch bei Frost – das sich die meisten Eltern nämlich wünschen würden – zu plädieren, direkt nach hinten losgegangen sei. Auch die Hasen haben jetzt bei Frost unter -10 Grad drinzubleiben. Anordnung von oben. Punkt.

„War nichts zu machen“, seufzt die Lieblingsbetreuerin. „Dabei sind H. und ich so gerne draussen mit den Kindern. Na und S., die ist eine so alte Kindergärtnerin, für die ist das gar keine Frage, dass wir bei jedem Wetter rausgehen…“

Ich verstehe ja, dass man bei diesen Temperaturen nicht stundenlang draussen sein kann. Ich könnte mir auch denken, dass es sich in einem Kindergarten nicht lohnt, die Kinder jeweils eine halbe Stunde anzuziehen, um dann eine halbe Stunde draussen zu sein und dann die Kinder wieder eine halbe Stunde auszuziehen. „Ach“, winkt die Lieblingsbetreuerin ab, „das ist eigentlich kein Problem. Wir haben ja Zeit. Und die An- und Auszieherei ist für die Kinder eigentlich eine ganz schöne Beschäftigung. Und die sind alle so gut ausgerüstet heutzutage!“, setzt sie noch hinzu.

Das Gefühl habe ich auch. Die Winterausrüstung finnischer Kinder kann mit moderner Weltraumtechnologie locker mithalten. Es spricht sich unter Eltern schnell herum, welche Sachen wirklich warm und praktikabel sind und welche Mist. (Was dann zum Beispiel dazu führt, dass praktisch alle finnischen Kinder seit Jahrzehnten das gleiche Modell Stiefel spazierenführen. Aber sie haben warme Füsse.) Und die Kinder werden tatsächlich witterungsgerecht gekleidet im Kindergarten abgeliefert – dafür, dass die meisten Kinder dann nicht länger an der frischen Luft sind als der Weg vom Haus zum Auto, vom Auto zum Kindergarten und wieder zurück dauert… Ein Jammer.

Als ich den kleinen Herrn Maus gestern dann doch noch in seine vielen Schichten Winterklamotten gestopft bekommen hatte und wir zu Hause angekommen waren, da bat er darum, ob ich nicht mit ihm in den Wald gehen könne. Mal nachgucken, ob die Pilze wirklich alle weg seien.

Das war der beste Vorschlag, den er machen konnte. Ich bin nämlich auch nicht gern den ganzen Tag drin.


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sataviisikymmentä

Die 150 wohnt nur eine Strasse und ein paar Häuser weiter. Stand da gestern, als ich die „Schneller! Schneller!“ rufenden Herren Maus vom Kindergarten nach Hause strampelte, hing an der Leine, frass Strom und wärmte sich auf.

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sataneljäkymmentäkahdeksan, sataneljäkymmentäyhdeksän

Seit ich wieder arbeiten gehe, erfreuen sich bei mir Neuvolatermine besonderer Beliebtheit…

Gemütlich mit dem Bus hin und zurück fahren ist nicht, wenn ich an dem betreffenden Tag auch noch ein bisschen arbeiten möchte. Fahrrad fahren ist auch nicht, wenn fast -20 Grad herrschen und das in die Neuvola zu transportierende Kind dazu zweimal zwanzig Minuten im Anhänger sitzen müsste.

Autofahren ist eigentlich auch nicht, denn wenn ich mit dem Kind bis fast auf Arbeit gefahren bin, das Kind seinen Neuvolatermin wahrgenommen hat, ich es danach bis fast wieder nach Hause in den Kindergarten gefahren habe und dann den gleichen Weg zurück, diesmal bis ganz auf Arbeit, gefahren bin – was für eine Umweltschweinerei! – dann finde ich dort nämlich nicht mal einen Parkplatz. Zwar hat der Herr Picasso einen Aufkleber, mit dem ich theoretisch direkt vor der Institutstür parken dürfte, aber dort ist nach halb neun kein Parkplatz mehr zu bekommen. Woanders sowieso nicht.

Einen Uniparkplatz aber kenne ich, da findet sich oft noch das eine oder andere Plätzchen, weil man von da ein paar Schritte laufen und ein paar Stufen steigen muss. So auch heute.

(Die 149 stand auch dort. Die 148 war uns vorher schon entgegengekommen, als wir von der Neuvola gerade wieder losgefahren waren.)

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Zeig uns deine Stadt!

stadtlogo1

 

Januar: Typisch meine Stadt!

Typisch Turku?! Hm. Der Fluss? Die Föri? Winterliches Matschwetter?
Ja, auch, aber vor allem: Der Lieblingsdom!

„Lieblingsdom“ deshalb, weil er so ganz und gar unprotzig ist. Weil zwischen seinen roten Ziegelsteinen Dohlen nisten. Weil wir dort geheiratet haben und alle unsere Kinder getauft wurden. Weil immer, wenn ich seinen Turm sehe, mein Herz einen kleinen Hüpfer macht und ich denke: Zuhause.

(„Zeig uns deine Stadt“ ist ein Fotoprojekt von den „Shootingqueens“.)


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Endlich!!!

Drei Zentimeter Schnee! (Gut, das ist noch ausbaufähig, aber wenigstens sieht es schon mal wie Winter aus…) Und Frost! Und Sonne!!!

Gestern sahen wir zum ersten Mal seit Wochen wieder ein bisschen Sonne. „Was ist das?!“ fragte der kleine Herr Maus erstaunt, als plötzlich oranges Licht durch das Panoramafenster der Eisbadesauna hereinströmte, und unterbrach seine Wassermantscherei. „Aber da ist ja immer noch kein richtiges Eisloch!“ beschwerte sich der grosse Herr Maus, als er seine Fussspitzen ins Meer tunkte und sich einen Eiszapfen von den Stufen abbrach. Immerhin sahen wir die ersten, fragilen Eisschollen auf der Bucht schaukeln.

Für heute früh dann hatte ich „Wecker pünktlich stellen und gleich aufstehen!“ angeordnet. Zu Recht. Bei -13 Grad dauert das Anziehen nämlich ein bisschen länger. Dafür war es fast schon hell, als wir losfuhren. Nicht, weil wir so spät losgekommen wären – wir stopfen mittlerweile recht routiniert die Kinder in Fleecejacken, Wolloveralls, Wollsocken, Handschuhe, Schneeanzüge, Mützen und Fahrradhelme – sondern weil keine einzige Wolke den sonnenaufgangstürkisen Himmel verdeckte. Der Schnee quietschte unter den Spikereifen. Ich schwitzte. Mein Fahrrad durfte heute mit ins Büro kommen. Auf der Einkaufsliste: Schlossenteiser.