Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

In Watte

37 Kommentare

Irgendwann im Herbst stand ich an der grossen Kreuzung und sah so einen LKW, der normalerweise Schnee abtransportiert, vorbeifahren. Auf seiner Ladefläche befand sich etwas sehr seltsames: eine riesige, in die Höhe gereckte Faust. Ich starrte und starrte und dachte: „Die kennst du doch! Aber woher bloss kennst du die denn?!“ Im Hinterkopf hatte ich so eine Ahnung. Mehr nicht.

Ein paar Wochen später radelte ich durch den sogenannten Turkuer „Abenteuerpark“ – einen Park mit vielen verschiedenen Spielplätzen – und mir stockte das Herz. Auf einmal wusste ich genau, wo die Faust hingehört hatte. Auf den Platz nämlich, der jetzt leer war. Leer bis auf ein paar Steinchen am Boden und ein paar verwehte Herbstblätter.

Der Platz im Abenteuerpark, auf dem sich immer die meisten Kinder getummelt hatten. Mehr als auf den Klettergerüsten. Mehr als an der Seilbahn. Mehr sogar als unter dem Wasserpilz und in dem kleinen Bächlein an Hochsommertagen.

Die Faust hatte zu einem der Riesen gehört, bekletterbaren Skulpturen, auf denen sich immer kletternde, krabbelnde, „Guck mal wo ich bin!“ – rufende Kinder befanden. Sogar als wir einmal zwischen Weihnachtsfriedensverkündung und Christvesper in tiefstem Schnee dort waren, hatten die Riesen reichlich Gesellschaft.

Ich gebe zu, mir war es manchmal auch nicht ganz einerlei, wenn eins der Mäusekinder, kaum laufen gelernt habend, bis ganz nach oben krabbelte. (Genau so muss man sich das vorstellen.) Würde es sich da gut festhalten können? Würde es nicht einfach abrutschen? Sollte ich es nicht doch lieber wieder runterholen?
Und es wundert mich kein bisschen, dass irgendsoein Bürokrat jetzt angeordnet hat, die Riesen aus Sicherheitsgründen abzureissen.

Nur: es ist da nie ein Kind runtergefallen. Die haben nämlich genau gespürt, dass es dort eben keine Absperrung gibt wie am Klettergerüst, und dass es sicher wehtut, wenn man aus Unachtsamkeit abrutscht. Sie waren vorsichtig und bedacht. Und sie hatten Spass. Viel mehr Spass als auf den herkömmlichen Spielplätzen, die auch noch den unsinnigsten neuesten EU-Sicherheitsvorschriften Genüge tun.

Apropos EU-Sicherheitsvorschriften: neulich kam mir der kleine Herr Maus, als ich das Tor zum Kindergarten öffnete, in einem Affenzahn und vor Freude kreischend auf so einem Plastemoped entgegengerollert. Genaugenommen hätte er da gar nicht sein dürfen, denn die Kleinsten haben innerhalb des Kindergartenzaunes nochmal einen eigenen, eingezäunten Spielplatz.

(Eine EU-Vorschrift, die ich schon vor drei Jahren, als unser erster Kindergarten in ein funkelnagelneues Gebäude umgezogen war, als eine der traurigsten empfunden habe: plötzlich durften die beiden grossen Mäusekinder nicht mehr zusammen spielen auf dem Hof, fortan sassen das Fräulein Maus und der grosse Herr Maus jeder auf ihrer Seite des Zaunes. Und spielten. Irgendwie. Bis eine komplett herzlose Betreuerin kam und – statt das grössere Geschwisterkind zu fragen, ob es mit auf die Zaunseite des kleineren kommen möchte; so nämlich, wie das in unserem jetzigen Kindergarten gehandhabt wird – die beiden aufforderte, nicht mehr am Zaun zu spielen.)

Die Lieblingsbetreuerin des kleinen Herrn Maus stand lächelnd dabei und sagte zu mir: „Wieviel Freude die Kinder haben! Wie schön, dass sie sich so viel bewegen! Da drin“ , zeigte sie auf den Kleinkindergefängnishof, „können die sich ja gar nicht richtig bewegen. Neuerdings gibt es ja sogar eine EU-Vorschrift, wie tief der Sand auf Kindergartenspielplätzen sein muss! Aber da kann man doch gar nichts machen ausser buddeln! Die ganz Kleinen können da nicht mal richtig laufen, die sinken ja nur ein. Rennen kann man nicht. Rutschauto fahren kann man nicht. Sandwägelchen schieben kann man nicht. Nur rumsitzen…! Deswegen lassen wir die Kinder jetzt immer hier raus auf den Weg. Und guck doch mal, wie schön das ist!“, sagte sie begeistert, während der kleine Herr Maus und seine zwei besten Freunde auf ihren Plastemopeds schreiend auf uns zurasten – und uns gekonnt umkurvten. Kurz vorm Tor liessen sich sich auf den Boden fallen, kicherten, schnappten sich ihre Mopeds und zerrten sie wieder das kleine Hügelchen hoch.

Ich erzählte der Lieblingsbetreuerin, wie entsetzt ich war, als ich erfuhr, dass die Riesen wegmussten. „Ach“, winkt sie ab, „das ist dermassen traurig! Ich war da seit zwanzig Jahren mit Kindergartenkindern, und nie! Nie! ist eines runtergefallen…“

Ich möchte auch, dass meine Kinder möglichst unverletzt durchs Leben gehen, klar. Aber es ist mir lieber, wenn das Kind als Fünfjähriges vom Klettergerüst fällt und sich dabei den Arm bricht, als wenn es als Zwanzigjähriges das Abenteuer sucht, das es als Kind nie erleben durfte (und dessen Bewältigung es nie lernen durfte).

Unsere Kinder müssen alle, bis sie mindestens vier sind, im Auto rückwärts fahren. Beim Radfahren immer einen Helm tragen. So Sachen. Überlebenswichtige Sachen. Komischerweise werden die von keiner EU-Direktive geregelt.

Was sollen unsere Kinder eigentlich fürs Leben lernen, wenn die Lieblingsrutsche abgebaut wird, weil sie sich 50 cm zu hoch über dem Erdboden befand, wenn die Schaukeln im Winter abgehängt und Klettergerüste gesperrt werden, wenn im Kindergarten noch nicht mal auf einem Geburtstagskuchen echte Kerzen angezündet werden dürfen, die sowieso nicht länger als 15 Sekunden, und zwar unter Aufsicht, an wären?!

Was kommt als nächstes? Rausgehverbot bei Schnee und Eis? Radfahren erst ab 10? Klettergerüste nur noch mit Schaumstoffmatten untendrunter?

Aktuell wird ja viel über Helikoptereltern diskutiert. Gut möglich, dass die bald gar kein Tätigkeitsfeld mehr vorfinden werden.

——
[Nachtrag: Frau…äh…Mutti hat auch was über Trauen und Zutrauen geschrieben.]

37 Kommentare zu “In Watte

  1. tja. da wird den eltern eben nicht zugetraut selbst zu entscheiden, was das kind darf/kann und was nicht. (und dem kind erst recht nicht).
    sperren die vielleicht auch rutschen ab, wenns geregnet hat? da geht man nämlich ab wie schmidts katze…

  2. Ja, Wahnsinn, nicht wahr?!

    Ich erinnere mich an den Wasserfall an der Panke, bevor der Fluss begradigt wurde. Da sind wir als Mutprobe rübergelaufen. Würde jetzt nicht mehr gehen.

  3. Ach wie schade! Hier in Frankreich gibt es keine Schaukeln. Keine Schaukeln! Neulich meinte ich im Scherz zu einem Franzosen, dass ich das gut nachvollziehen könne – in Deutschland gebe es ja schließlich mehrere tödliche Schaukelunfälle pro Jahr. Er glaubte mir aufs Wort. Schon traurig.

  4. Bravo! Ein toller Post, dem ich mich tausend- und abertausend Mal anschließen möchte.

  5. Zustimmung, Zustimmung, Zustimmung!

    Diese ganzen Bürokraten scheinen keine eigenen Kindheitserlebnisse zu haben und nicht zu wissen, wie es ist, wenn man etwas schafft, wenn man auf dem Klettergerüst ganz oben angekommen ist. Oder von der Schaukel in den weichen Sand zu springen. Oder die Rutsche raufzuklettern.

    Ich finde das echt bedenklich!

    In meiner Heimatstadt haben sich die Eltern zusammengetan und einen eigenen Spielplatz gebaut. Ich weiß allerdings nicht, ob der nun megagesichert ist oder eben nicht. Müsste ich mal prüfen.

  6. Es ist leider ein beliebter Trend, alles mal auf die EU Regeln zu schieben, eh?
    Von der Seite her allerdings kommt genau eine einzige Richtlinie : 2009/48/EG über die Sicherheit von Spielzeug

    Und in der steht mit Verlaub nix darüber, wer wann wie wo zusammenspielen kann (Raumgestaltung) oder wie tief Sandkisten zu sein haben). Bitte keine unbelegten Schuldzuweisungen einfach mal so nachplaudern.

    Wen’s interessiert:
    http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/toys/documents/index_de.htm#h2-1

    • Hm, okay, das hab‘ ich nun ausnahmsweise mal nicht nachrecherchiert…

      Fakt ist, dass „die EU“ in Finnland nicht besonders beliebt ist. Auch, weil der EU-Beitritt noch nicht allzu lange her ist und gerade mal von einer geringen Mehrheit befürwortet wurde. Und weil eben gerade in diesen letzten Jahren viele, auch unsinnige, Regelungen eingeführt wurden. Vielleicht ist das wie mit der Korrelation zwischen dem Aussterben der Störche und dem Rückgang der Geburtenrate in Deutschland – aber für die Finnen fühlt es sich eben oft so an, als ob sie diese Regelungen „der EU“ zu verdanken haben, und entsprechend viel wird geschimpft.

      Das eigentliche Problem ist aber wahrscheinlich, dass die Finnen allgemein sehr obrigkeitshörig sind.
      Wenn die finnische Regierung sagt, esst kein Salz, dann essen die Finnen eben kein Salz mehr. (Neulich musste ich sehr lachen. Da titelte die finnische Boulevardpresse: „Neuste Forschungsergebnisse: zu fettfreie Ernährung schädlich“ – und eine Woche später fand ich im Milchprodukteregal einen Joghurt mit „NEUHEIT“-Aufschrift, und zwar mit 4% Fettgehalt! VIER Prozent! Das hätte drei Wochen vorher noch nicht mal jemand auf den Markt gelassen…)
      Und wenn von Seiten „der EU“ auch nur die kleinste Empfehlung oder ein geplanter Gesetzesentwurf kommt, dann wird der sofort musterschülerhaft umgesetzt – da braucht es gar keine verbindlichen Vorschriften.

      Ich persönlich bin übrigens sehr froh, dass Finnland in der EU ist – und auch darüber, dass „die EU“ hier so ernstgenommen wird: der Umzug von Deutschland nach Finnland war jedenfalls bürokratisch sehr viel unkomplizierter als der Umzug von einer deutschen Stadt in eine andere.

    • Und es gibt sehr wohl europaweite Sicherheitsstandards für Spielplätze: http://www.tuev-sued.de/uploads/images/1361957042063011660641/spielplatzbetreiber-din-en-1176-din-en-1177-tuev-sued-02-2013.pdf !!!

      (Jahaaa, und sieh mal an – da ist unter Anderem die Mindestschichtdicke für Bodenmaterialien geregelt!)

      • Aber Dir ist schon klar, dass europäische Normen (DIN EN) keine „EU-Vorschriften“ und auch keine bindenden Rechtsnormen sind?

        • Sicher. Trotzdem wird sich jeder – nun, da sie sich einmal jemand ausgedacht und publik gemacht hat – darauf berufen: erst recht, wenn vielleicht so eine DIN nicht eingehalten wurde und dann tatsächlich da was passiert. Da würde ich mich als Spielplatz- / Kita- / Was-auch-immer-Betreiber aber auch tunlichst dran halten… auch wenn ich das als Mutter kritisch sehe.

    • Floturan, da kann ich mich nur anschliessen, dass Halbwahrheiten mal wieder nachgeplappert werden – wenn einer Verbote und Big Brother Kontrolle mit einem Übermass an Ausschüssen, Aufsichtsbehörden und Beamten (für ein 5 Mio. Volk) erlassen kann – dann sind es die Finnen. Mit der erwähnten Obrigkeitshörigkeit des Volkes. Wie es treffend mal beschrieben wurde: „Helm im Schaukelstuhl, Kondom beim Telefonsex“. Wo es auf Sicherheit wirklich ankommt (z.B. Baustellen usw.), dort wird rumgepfuscht.

      So wurde neulich ausgiebig diskutiert, welche Mindestentfernung zu den nächsten, von den lieben Kleinen besuchten, Plätzen wie Karusell oder Süssigkeitenstand geben sollte FALLS man alkoholhaltigen Glühwein (Skandal!) auf den finnischen äh Weihnachtsmärkten ausschenken sollte. Während des Besuches in meiner deutschen Heimatstadt: ein Pärchen mit Kinderwagen in einer Feuerzangenbowlenhütte – ein lebenslanges Trauma! Auch ein finnischer Baubehördenbeamter steht seinem deutschen Kollegen in nichts nach. Dazu gibt es für jedes Dorf und Dörfchen eigene Formulare und Vorschriften, so dass man (mancherorts) eine Baugenehmigung braucht, wenn ein Zaun mit senkrechten Latten mit einem waagerechten ersetzt wird. Keine EU-Vorschrift. Wenn man dann den Papierkram durch hat, haben sie noch nicht mal Lust, die Entscheidung schriftlich mitzuteilen UND zur Abnahme des Projektes zu erscheinen.

      An meinem finnischen Wohnort direkt hinterm Haus „schmückte“ ein maroder Spielplatz die Gegend über 10 Jahre lang, weil die Stadt angeblich kein Geld zum Abriss hatte. So hat man in der Presse mitgeteilt, dass jegliche Benutzung _ver_bo_ten_ ist. Nützt aber nicht viel, wenn einer doch drauf rumklettert – wer haftet dann? Oder haftet überhaupt einer? Wenn Holz mit Stahl ersetzt wird, dann sind es lediglich die Instandhaltungssparmassnahmen der Gemeinde.

      Fazit: man kocht auch nur mit Wasser.

      In der Abstimmung über die EU Mitgliedschaft waren es knappe 57%, die für die EU stimmten und die Beteiligung lag bei 74%. Finnland ist leider nicht Norwegen – wären sie in den 90ern dagegen, hätten sie sich einen „Russlands Vorgarten“ Stempel verpasst.

  7. mein Sohn (5) ist im Urlaub auf einem Klettergerüst rumgeturnt. Unten war harten Betonboden. Ich habe ihm gesagt er soll doch lieber Wippen. Und was passiert? Er ist von der Wippe gefallen und hat sich den Arm gebrochen. Die Wippe entsprach bestimmt der EU Norm. Hat ihm auch nix genützt. In Zukunft darf er dann auch wieder klettern…

  8. Woher diese Vorschriften kommen, würde mich auch mal interessieren. Wenn es EU-Richtlinie wäre, dann würde man das in Deutschland doch auch umsetzen müssen!? Und da finde ich diese Kita-Zaun-Geschichte noch mit am Schlimmsten. Das hört sich echt so furchtbar an!

    Dafür bin ich neidisch auf euren Abenteuerpark. Bei uns gibt es viel zu wenige und auch kaum schöne Spielplätze. Jetzt wird einer gebaut, dauert allerdings gefühlte 5 Jahre und kostet 1 Million Euro??? Übertreiben muss man es ja auch nicht…

    • Ja, die Spielplätze hier allüberall sind wirklich eine prima Sache. :-)

      Wie ich weiter oben schon in einem Kommentar gesagt habe, schätze ich mal, dass in Finnland sehr viel beflissener irgendwelche Regelungen oder Empfehlungen umgesetzt werden als beispielsweise in Deutschland. (Und da war ich vor drei Jahren noch fürchterlich entsetzt, als wir beim Adventsbesuch in Deutschland ein abgesperrtes Klettergerüst und ein Schild „Spielplatz gesperrt 1.11. – 31.3.“ sahen – sowas gäbe es in Finnland NIE, entrüstete ich mich. Als wir wiederkamen, waren die Schaukeln vor unserem Haus abgehängt…)

      Das mit dem Zaun ist nicht ganz so schlimm, wenn durch den nicht gerade zwei Geschwisterkinder, die bisher zusammen spielen durften, getrennt werden. Ich glaube, der hat vor allem wirklich praktische Gründe: die Kleinsten müssen nicht ständig überwacht werden (und von den Klettergerüsten für die Grossen gepflückt werden, beispielsweise). So richtig gutheissen kann ich das trotzdem nicht. Der kleine Herr Maus muss ja zu Hause auch lernen, dass er noch nicht alles machen darf, was das Fräulein Maus machen darf – auch wenn er nicht durch einen Zaun davon abgehalten wird.

  9. @Lisette: doch, auch in Paris gibt es Schaukeln! Selten, aber es gibt sie! Richtige Schaukeln für umsonst: Jardin d’Eole (19e) und Square Serpollet (18e) fallen mir da als Beispiele ein.

  10. Zitat: „Unsere Kinder müssen alle, bis sie mindestens vier sind, im Auto rückwärts fahren. Beim Radfahren immer einen Helm tragen. So Sachen. Überlebenswichtige Sachen. Komischerweise werden die von keiner EU-Direktive geregelt.“

    ***

    Kinder _müssen_ „komischerweise“ bis 15 Monate in 27 EU Ländern und einigen weiteren Ländern (inkl. Schweiz) im Reborder fahren. Das gilt auch in Finnland als Gesetz. Früher war die Grenze kleiner und lief unter ECE R 44, nun erweitert durch die sog. „i-Size Regulation“ als Initiative der ANEC http://www.anec.eu/attachments/anec-traf-2012-g-034.pdf .

    Die _Empfehlung_ für Rückwärtssitze bis 3-5 Jahren in Finnland (und in Schweden und den USA) hat man den schwedischen (und amerikanischen) Fortschritten zu verdanken, die eben ausgezeichnete Studien bieten, das Alter höher ansetzen und entsprechende Produkte anbieten. Jetzt Bühne frei für Schweden, die Produkte flächendeckender zu vermarkten. Autoliitto und Liikenneturva empfiehlt, aber schreibt nicht vor, ein höheres Kindesalter für Reborder. Oder welches Gesetz ist es?

    Es ist utopisch in 27+ Ländern mit unterschiedlichen Wirtschaftslagen einen rückwärtsgerichteten Sitz bis 5 J. vorzuschreiben, weil in vielen Ländern durchaus ein Kleinwagen oder ein älterer Wagen mit geringer Rückhaltesystemsicherheit (selbst in Finnland) durchaus als einzige Familienkutsche dienen kann. Es sagt sich leicht im Land von Volvo, da könnte man selbst den Fahrer noch in so’ne Schale packen, wenn’s denn Sinn machen würde… In vielen Kleinwagen klappt es nachweislich nicht, ohne den Vordersitz auszubauen.

    Bei Fahrradhelmpflicht stimmt, dass sich die EU Länder bisher nicht einigen konnten und Finnland, Spanien, Malta sind die einzigen, die eine Helmpflicht adaptiert haben, dazu noch weitere Länder bis Altersgrenze von 15-16 Jahren. Das find ich schon richtig gut in Finnland hinsichtlich des Fahrstils der finnischen Autofahrer mit geringer Achtung vor Zebrastreifen (Fussgängern und Fahrradfahrern) und des Verhaltens der Fahrradfahrer (Kopfhörer, Handy Bedienen, kein Licht und/oder Abblendlicht sowie dunkle Kleidung in den Wintermonaten). In Deutschland ist Fahrradbeleuchtung gesetzlich vorgeschrieben.

    Nein, also es sind nicht alles nur Entwicklungsländer ausserhalb von Finnland.

  11. Ach das ist doch alles fürchterlich !
    Hier scheint man vor allem Angst zu haben, daß Kinder von einem Regentropfen erschlagen werden könnten, oder daß die Zecken die Kinder mit Haut und Haar auffressen, daher werden immer wieder Ausflüge abgeblasen, weil …

    In unserer alten Kita standen auf dem Spielhof 8 Betonbänke herum. Außer einem Minirutschenturm und einer Vogelnestschaukel gab es nichts wirklich bespielbares.
    Gut, die Kinder durften ohnehin nicht raus, wenn es regnete, geregnet hatte oder eventuell regnen könnte, ebenso nicht bei Wind oder Sonnenschein, nicht bei unter 10 Grad und nicht bei über 20 Grad.

    Nun versuchten wir dennoch als Elternbeiräte, den Aussenbereich etwas aufzupeppen, betrieben Fundraising zur Finanzierung ließen uns baurechtlich beraten ( EU- Normen etc). Und dann ?
    Zerstörten unsere wirklich minimalen Änderungsplanungen das architektonische Gesamtbild.

    Und so blieb es bei den 8 Betonbänken !

    • Betonbänke…! Auch sehr schön… :-/

      Hier verschwanden vor ein paar Jahren quasi über Nacht von fast allen öffentlichen Spielplätzen die Bänke. „Damit die Jugendlichen nicht abends und nachts auf den Spielplätzen rumlungern und Drogen konsumieren„, erklärte uns unsere Parktante auf Nachfrage. (Ha ha! Hat man schon jemals Jugendliche auf Bänken sitzen sehen?!) Sie erklärte uns dann auch noch, warum auch einer der beiden Tunnel zum Durchkrabbeln seitdem fehlt: „Da ist leider aus Versehen der LKW drübergefahren, der die Bänke abgeholt hat.“

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