Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Unter Eltern

7 Kommentare

Oder: Wie wir in unserer Forschungsgruppe unseren Arbeitsplan koordinieren

„Ich kann morgen direkt vom Kindergarten in den Park kommen.“ „Essen deine Kinder Frühstück im Kindergarten? Ja? Unsere nicht. Okay, dann gehst du zuerst, ich löse dich dann ab, wenn ich unsere Kinder gebracht habe.“

„Ach, wisst ihr was?! Ich übernehme heute die Nachmittagsschicht! Ich hab‘ gedacht, ich hole meinen Sohn heute schon mal nach dem Mittagessen ab, der hasst den Mittagsschlaf im Kindergarten. Ich geh‘ dann mit ihm gemeinsam Fallen kontrollieren.“

„Lass mal, deine Kinder schlafen doch noch nicht durch. Da musst du nicht um Mitternacht draussen rumrennen. Wir machen das schon.“

„Ich bin heute ein bisschen langsam, kannst du vielleicht…?“ Reicht Halsbandsender und Schraubenzieher. „Die Kinder haben die ganze Nacht gekotzt, ich hab‘ fast nicht geschlafen.“

„Heute Abend kann ich nicht weg, weil meine Frau auf Dienstreise ist, da muss ich zu Hause sein. Lass uns morgen gehen!“

7 Kommentare zu “Unter Eltern

  1. schön, wenn alle kinder und dementsprechend verständnis haben. ich bin hier die einzige (ausser dem chef, aber dessen kinder sind schon grösser) mit kind (oder festem partner sogar) und lebe dementsprechend ein ganz anderes leben, als die kollegen, die eben spontan jeden zweiten abend bier trinken gehen oder problemlos ungeplant länger arbeiten können.

    • Ich finde das auch ganz wunderbar, in dieser Gruppe zu sein, die der Chef mir am Anfang grinsend mit „Komisch. Immer, wenn Ökologen eine Familie gründen, fangen sie an, sich plötzlich brennend für Stadtökologie zu interessieren!“ vorstellte. :-)

  2. Hier stelle ich fest, dass das Kinderhaben ungern als Grund für oder gegen etwas „vorgeschoben“ wird. Man schämt sich fast, wegen der Kinder nicht „Ja!“ und „Hier!“ schreien zu können. Zumindest die Frauen. Und die meisten versuchen es dann – mit entsprechendem Aufwand und Stress – irgendwie hinzubiegen, damit man nicht schon wieder „Nein, geht nicht, wegen der Kinder.“ sagen muss. Bei Männern ist das anders. Die sagen einfach „Klar, kein Problem, ich rufe nur kurz daheim an und sage, dass es später wird.“ Ist schon ungerecht, die Welt ;)
    (Weshalb die Option, Mama bleibt viele Jahre zu Hause, wahrscheinlich nach wie vor die unstressigste in diesem Sinne ist. Aber die haben anderen Stress.)

    • Ist ja auch schwer, wenn man damit in der Minderheit ist. (Obwohl ich oft finde, dass Mütter da ein bisschen mehr Selbstbewusstsein zeigen dürften – aber ich hab‘ da auch leicht reden…) Deshalb bin ich ja extra froh über diese Arbeitsgruppe! :-)

  3. Aber ist das nicht mal geil?!
    In Deutschland geht das scheinbar nur schwer …. :(
    Manche Tage find ich es zum Kotzen,dass ich den Beruf vor mein Kind stellen muss „weil das nicht mein Problem ist, wie Sie das regeln“.
    Ich habe nun auch zu 90% Angestellte mit Kindern und genieße es,dass mal jemand fragt:“schaffste das zeitlich?oder soll ich dir das abnehmen,dann biste zeitlich früher daheim“ oder oder oder….

  4. Als ich mal eine couchsurferin bei mir hatte, die mit mir gemeinsam einen Kongress besuchte und später in einem „Nachbar“institut anfing, war sie auch ganz überrascht, als sie ein Gespräch unseres Instituts mitkriegte. Da kündigte eine Kollegin an, dass sie schwanger sei und es verblüffte die aus den Alt-Bundesländern kommende zukünftige Neu-Leipzigerin, wie positiv diese Nachricht aufgenommen wurde

    • Und dann gibt es immer noch die Ausnahmen von der Regel: als ich meinem (finnischen!) Doktorvater verkündete, dass ich mit dem Fräulein Maus schwanger sei, sprach er den inzwischen im Institut berühmt gewordenen Satz: „Und wer soll das bezahlen?!“ Der dachte tatsächlich, er müsse meinen Mutterschutz aus seinen Projektgeldern bezahlen…!

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