Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Immer höflich

„Dürfen wir aufstehn, Mama?“
„Darf iss Socken anziehn?“
„Dürfen wir ins Jungszimmer gehn?“
„Darf iss Händewaschen?“
„Darf iss Buch angucken?“
„Darf iss Honissmils trinken?“
„Darf iss den Teller runtermeissen?“
„Darf iss dem grossen Herrn Maus das wegnehm?“
„Darf iss das kaputtmachen?“


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So ein Wochenende

Gibt so Wochenenden, da werden die Betten nicht gemacht, der Frühstückstisch nicht abgeräumt, da wird der Stapel mit den abzuheftenden Papieren kein bisschen kleiner, da haben wir nur deshalb noch was anzuziehen, weil ich die Waschmaschine abends programmiert habe und die Wäsche huschhusch auf die Leine hänge, während der Ähämann das Frühstück vorbereitet, da schläft der kleine Herr Maus seinen Mittagsschlaf irgendwann irgendwo unterwegs, da tanzen die Wollmäuse auf dem unterm Tisch, da wird das Klo immer noch nicht geputzt und da muss der Kakao rationiert werden, weil uns erst auf dem Heimweg einfällt, dass die Läden längst zu haben.

Weil… Weil halt.

(Das mit dem März in Finnland erwähnte ich schon?! Ja? Wirklich?!)


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Frühlingsmorgen

Der grosse Herr Maus hat sich zum Ähämann unter die Decke gekuschelt. Der kleine Herr Maus hat sich unter seiner eigenen Decke vergraben und hört nicht einmal den Wecker. Kalt ist es. Das Thermometer zeigt -11 Grad. Aber draussen, hinter dem Wald, geht gerade die Sonne auf. Alles leuchtet orange.

Zum ersten Mal brauchen wir zum Frühstück kein Licht.

Wir stopfen die Kinder in lange Wollunterhosen, dicke Socken, Fleecejacken, Schneeanzüge, Mützen und Handschuhe – und ermahnen, die langen Wollunterhosen, die dicken Socken und die Fleecejacken heute Nachmittag im Fach liegen zu lassen.

Als wir das Haus verlassen, steht die Sonne schon hoch. Die Bäume haben sich in glitzernde Reifschleier gehüllt. Unter unseren Füssen knirscht das Eis, das sich jede Nacht aus dem in der Nachmittagssonne angetauten Schnee bildet. Wir schlittern unsere Strasse hinunter. Die Sonne sticht in die Augen. Der Frost zwickt in die Wangen. Wir bereden, ob wohl zu Ostern noch Schnee liegen wird. Und wie der Osterhase eigentlich die Geschenke transportiert.

Und dann bleiben wir lauschend stehen. Ein Amselmann sitzt aufgeplustert auf einem glitzernden Birkenast und flötet. Ein bisschen zögerlich noch, noch nicht aus voller Kehle, aber er flötet. Ein ganzes Frühlingslied.


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Herzenswünsche

Gestern wurde ich gefragt, wann denn unsere Kinder mit Musikschule und Sport angefangen hätten.

Das war so:

Ich wollte eigentlich gar nicht, dass sie so zeitig mit irgendwelchen Hobbys anfangen. Sport und Musik machen sie schliesslich auch im Kindergarten, und da unsere Kinder „Vollzeit“ in den Kindergarten gehen, bin ich eigentlich der Meinung, dass man sie abends nicht auch noch zu irgendwelchen Beschäftigungen schicken muss.

Nur: das Fräulein Maus ist ja schon mit Sprungfedern in den Beinen auf die Welt gekommen. Mit drei sprach sie immer mit so einem Leuchten in den Augen vom Sport im Kindergarten, und dass sie das gern öfter machen würde. Also hat sie mit knapp vier beim Kinderturnen angefangen. (Was sie allerdings viel zu wenig gefordert hat. Seitdem haben wir drölfzig verschiedene Dinge für sie ausprobiert – woraufhin sie jetzt bei etwas gelandet ist, was sehr auf Leistungssport ausgerichtet ist. Auch nicht das, was ich mir so vorgestellt hatte… aber endlich wird sie so gefordert und lernt so viel Neues, wie sie sich das von Anfang an gewünscht hätte. Soll sie das ruhig mal machen. Die Notbremse ziehen können wir immer noch.)

Der grosse Herr Maus fing vor anderthalb Jahren plötzlich an, davon zu sprechen, dass er gern Klavier spielen würde. (Vermutlich ist er durch seinen Kindergärtner, der zum Singen immer Klavier spielte, drauf gekommen.) Immer wieder fragte er, wann er endlich damit anfangen könne, Klavier zu lernen. Da wir nun aber keinen Dreijährigen zum Klavierunterricht schicken wollten – wir wollen ja kein Wunderkind heranziehen – meldete ich ihn erstmal zum … äh… Musikgarten an. Dahin geht er bis heute mit Begeisterung – nicht ohne jede Woche zu betonen, er hätte ja jetzt schon viel gelernt, jetzt könne er ja wohl bald anfangen, Klavierspielen zu lernen. Und immer, wenn wir ein neues Möbelstück kaufen – kürzlich bekam er einen eigenen Schreibtisch – und aufbauen, fragt er, wann wir denn endlich sein Klavier zusammenbauen!

Das Fräulein Maus bat letzten Sommer darum, ab Herbst doch auch mit in die Musikschule gehen zu dürfen. Ich fragte dort nach, ob es mit sechs nicht schon zu spät sei, noch im Musikgarten einzusteigen, und erhielt zur Antwort, das sei kein Problem, und es sei sogar noch ein Platz frei in der Gruppe, die zur gleichen Zeit unterrichtet wird wie die Gruppe, in der der grosse Herr Maus ist. Besser geht’s nicht. Nun spielt das Fräulein Maus begeistert ihre kleine Kantele – und will das auch am liebsten weiterhin. Eigentlich müsste sie sich demnächst für ein Instrument entscheiden, aber sie hat da keine so festen Vorstellungen wie der grosse kleine Bruder. Gucken wir mal.

Der grosse Herr Maus möchte auch manchmal zum Sport wie die grosse Schwester – sie waren auch ein paar Mal gemeinsam zum Kinderturnen – aber ich glaube, der wird mal eher Pfadfinder. Das wäre genau sein Ding. Aber bis dahin hat er auch noch Zeit. Und ein Hobbytermin pro Woche reicht auch vollkommen, finde ich.

(Dieses Jahr sind wir sehr gut dran: Mittwochs ist Hobbytag. Da geht das Fräulein Maus zum Turnen, und danach gehen sie und der grosse Herr Maus in die Musikschule. Der Rest der Woche ist frei. Wunderbar!)

Und der kleine Herr Maus? „WILL AUCH SPORT GEHN!“ sagt er. Oder „ISS AUCH MUSIKSCHULE GEHN WILL!“ Nächstes Jahr, sage ich ihm dann, oder übernächstes. Gross genug soll er nämlich sein, dass es sein Ding ist, dass er allein da reingeht.

Mutter-Kind-Turnen oder Mutter-Kind-Singen verweigere ich mich nämlich.