Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Herzenswünsche

12 Kommentare

Gestern wurde ich gefragt, wann denn unsere Kinder mit Musikschule und Sport angefangen hätten.

Das war so:

Ich wollte eigentlich gar nicht, dass sie so zeitig mit irgendwelchen Hobbys anfangen. Sport und Musik machen sie schliesslich auch im Kindergarten, und da unsere Kinder „Vollzeit“ in den Kindergarten gehen, bin ich eigentlich der Meinung, dass man sie abends nicht auch noch zu irgendwelchen Beschäftigungen schicken muss.

Nur: das Fräulein Maus ist ja schon mit Sprungfedern in den Beinen auf die Welt gekommen. Mit drei sprach sie immer mit so einem Leuchten in den Augen vom Sport im Kindergarten, und dass sie das gern öfter machen würde. Also hat sie mit knapp vier beim Kinderturnen angefangen. (Was sie allerdings viel zu wenig gefordert hat. Seitdem haben wir drölfzig verschiedene Dinge für sie ausprobiert – woraufhin sie jetzt bei etwas gelandet ist, was sehr auf Leistungssport ausgerichtet ist. Auch nicht das, was ich mir so vorgestellt hatte… aber endlich wird sie so gefordert und lernt so viel Neues, wie sie sich das von Anfang an gewünscht hätte. Soll sie das ruhig mal machen. Die Notbremse ziehen können wir immer noch.)

Der grosse Herr Maus fing vor anderthalb Jahren plötzlich an, davon zu sprechen, dass er gern Klavier spielen würde. (Vermutlich ist er durch seinen Kindergärtner, der zum Singen immer Klavier spielte, drauf gekommen.) Immer wieder fragte er, wann er endlich damit anfangen könne, Klavier zu lernen. Da wir nun aber keinen Dreijährigen zum Klavierunterricht schicken wollten – wir wollen ja kein Wunderkind heranziehen – meldete ich ihn erstmal zum … äh… Musikgarten an. Dahin geht er bis heute mit Begeisterung – nicht ohne jede Woche zu betonen, er hätte ja jetzt schon viel gelernt, jetzt könne er ja wohl bald anfangen, Klavierspielen zu lernen. Und immer, wenn wir ein neues Möbelstück kaufen – kürzlich bekam er einen eigenen Schreibtisch – und aufbauen, fragt er, wann wir denn endlich sein Klavier zusammenbauen!

Das Fräulein Maus bat letzten Sommer darum, ab Herbst doch auch mit in die Musikschule gehen zu dürfen. Ich fragte dort nach, ob es mit sechs nicht schon zu spät sei, noch im Musikgarten einzusteigen, und erhielt zur Antwort, das sei kein Problem, und es sei sogar noch ein Platz frei in der Gruppe, die zur gleichen Zeit unterrichtet wird wie die Gruppe, in der der grosse Herr Maus ist. Besser geht’s nicht. Nun spielt das Fräulein Maus begeistert ihre kleine Kantele – und will das auch am liebsten weiterhin. Eigentlich müsste sie sich demnächst für ein Instrument entscheiden, aber sie hat da keine so festen Vorstellungen wie der grosse kleine Bruder. Gucken wir mal.

Der grosse Herr Maus möchte auch manchmal zum Sport wie die grosse Schwester – sie waren auch ein paar Mal gemeinsam zum Kinderturnen – aber ich glaube, der wird mal eher Pfadfinder. Das wäre genau sein Ding. Aber bis dahin hat er auch noch Zeit. Und ein Hobbytermin pro Woche reicht auch vollkommen, finde ich.

(Dieses Jahr sind wir sehr gut dran: Mittwochs ist Hobbytag. Da geht das Fräulein Maus zum Turnen, und danach gehen sie und der grosse Herr Maus in die Musikschule. Der Rest der Woche ist frei. Wunderbar!)

Und der kleine Herr Maus? „WILL AUCH SPORT GEHN!“ sagt er. Oder „ISS AUCH MUSIKSCHULE GEHN WILL!“ Nächstes Jahr, sage ich ihm dann, oder übernächstes. Gross genug soll er nämlich sein, dass es sein Ding ist, dass er allein da reingeht.

Mutter-Kind-Turnen oder Mutter-Kind-Singen verweigere ich mich nämlich.

12 Kommentare zu “Herzenswünsche

  1. Hier gibt es auch nur einen festen Termin und der ist beim Gitarrenlehrer. Ansonsten hat das Vollzeithortkind eine wunderbare Schule, wo er einmal eine Natur-AG besucht und noch eine AG. Ansonsten gibt es einen Fußballplatz und jede Menge anderer Dinge. Ausreichend wie ich finde :-).

  2. Vielen Dank für die Antwort ;-)

    Ja, diese Sprungfedern an den Beinen kommen mir sehr bekannt vor… wir haben auch schon Kinderturnen ausprobiert, und obwohl die Turngeräte und die Möglichkeiten echt wunderbar waren, war meine Kleine wohl trotzdem noch nicht so weit, denn sie wollte nicht mehr hingehen (hat wohl eher mit den anderen Kindern zu tun; zu viele, zu große, zu laute…) Ich werd es dann wohl wieder probieren, woanders, und vielleicht macht ein Jahr älter dann doch den Unterschied… hauptsache es macht ihr Spaß.

    Die Musikleidenschaft vom großen Herrn Maus find ich sehr bewunderswert und leide schon fast mit ihm mit. Ich hab hier ein Klavier stehen, er könnte gerne üben kommen, aber da ist der Weg dann wohl doch zu weit ;-)

    • War sie mehrmals da?

      Der grosse Herr Maus nämlich, als der – mit mir gemeinsam – beim Musikgarten mal gucken war, klebte mir nur am Bein. Wollte nichts mitmachen, nicht auf dem für ihn vorgesehenen Platz sitzen (sondern auf meinem Schoss), gar nichts. Ok, dachte ich, warten wir noch ein Jahr. Ein paar Tage später fragte er, wann er da wieder hingehen könne. Ich erklärte ihm, dass er das nächste Mal aber ohne mich da reingehen müsse, wie die anderen Kinder auch. Ja, das werde er machen. Sprach’s, tat’s und ist seither begeisterter Musikschüler. :-)

  3. Sehr köstlich: ein Klavier zum Zusammenbauen. Vielleicht mal bei IKEA schauen? Würde mich nicht wundern…

    Bei uns anders herum: Wir haben den Flügel, aber keiner will ernsthaft spielen, nur klimpern. Mittelkind drängt zur Geige, darf mit drei aber noch nicht.

    Beim Lesen noch gedacht: Wie soll man da nebenbei noch arbeiten, die Hobbys der Kinder könnte man dann stecken.

  4. Wow, ich habe gerade nochmal den Preis für die Kantele angesehen.
    Ich habe als Kind Xylophon gespielt. War wohl billiger. Ging aber auch.

  5. oh das kenne ich, das große Kind macht seit kurz vor ihrem 4. Geburtstag Akrobatik, viermal die Woche und am Wochenende Wettkämpfe und Auftritte, und das mit einer Begeisterung, die seit 7 Jahren anhält
    und das kleine Kind geht einmal in der Woche mit Begeisterung zum Rettungsschwimmen, das wäre „sein Ding“, aber… einmal die Woche reicht

    • An dein Akrobatikkind muss ich auch immer denken – dank der Oma ist man ja bestens informiert ;-) – weil das Fräulein Maus ja was Ähnliches macht… Wir sind immerhin erst bei 2x die Woche Training, aber ich fürchte… (Aber vielleicht ist das auch vollkommen ok, wenn das Kind nur wirklich mit Begeisterung dabei ist. Ich fand’s furchtbar, als mich meine Mutter damals nicht zum „Trainingszentrum“ hat gehen lassen. War dann auch das Ende meiner Sportkarriere.)

  6. Find ich schön, wenn man Kindern ihre Wünsche „erfüllt“. Unsere Große wollte dringendst Geige lernen (wir wissen bis heute nicht so genau, wie sie ausgerechnet auf dieses Instrument kommt, zu Hause gibt es Flöten aller Art, Gitarre und Klavier). Mit 4 hat sie dann angefangen und ist immer noch sehr glücklich damit. Ich kann es manchmal gar nicht glauben, welchen Ehrgeiz und welche Freude die Dame mit ihren 5 Jahren an den Tag legt. Sport heißt bei ihr Reiten. Ich dachte immer: nein, meine Kinder werden keinen Freizeit“marathon“ haben. Die sollen schön zu Hause spielen und vielleicht ein Instrument, ok. Tja. Jetzt haben wir zwei Tage die Woche, wo die Große hierhin und dorthin gefahren werden muss. Aber nachdem sie das so gerne macht, muss ich sagen, steckt ihre (Vor)freude auch an. Bin gespannt, wie das weitergeht, wenn auch die anderen drei je zwei Termine haben. Dann kann ich meinen Job aufgeben und Chauffeur sein :-)
    Alles Liebe. maria

    • Ach ja, Mutter-Kind-Singen etc. gibt es hier auch nicht. Nicht, weil es das nicht gäbe, sondern weil ich das nicht aushalte (die anderen Mütter sind für mich oft das Problem a la „Oh, meine Kleine kann schon… und deine nicht?“)

    • Wegen des Chauffeur-Seins setze ich ja auf Zeit: wenn der Kleinste dann auch irgendwohin gebracht werden möchte, kann die Grösste vielleicht schon selbst gehen.

      (Bei euch auf dem Berg allerdings vermutlich etwas schwieriger… ;-) )

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