Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Herbstmorgen

13 Kommentare

Gestern auf dem Weg zum Kindergarten:

Die Leute, die jeden Schritt mit dem Auto fahren, wissen gar nicht, was ihnen alles entgeht…

(Gestern Nachmittag fragt mich ein Nachbar: „Ihr wart wohl in Deutschland?“ „Nö“, sag‘ ich, „nächste Woche fliegen wir nach Deutschland.“ „Ach so…“, sagt er, „ich dachte nur, weil ich euch gar nicht gesehen habe und das Auto immer hier stand.“ „Das Auto, ja“, sag‘ ich, „das stimmt, das steht hier so rum. Wir fahren meistens Fahrrad. Oder mit dem Bus.“ „Bemerkenswert!“ ruft er aus. „Und die Kinder schaffen das?“ fragt er ungläubig. „Na klar schaffen die das!“ sag‘ ich. Und denk‘ so: die schaffen ganz andere Strecken als die 550 Meter zum Kindergarten…)

13 Kommentare zu “Herbstmorgen

  1. Ach, für solche Erlebnisse muss ich nicht nach Finnland. ;)

    Hier bei uns, in der Kleinstadt: Ich komme vom Arzt, treffe eine Freundin, wir unterhalten uns kurz und sie meint beim Verabschieden: „Wo steht dein Auto?“ „Ähmm?!“ Ich wohne etwa 700 oder 800m entfernt – das ist nun wirklich keine Fahrentfernung. (Sie wohnt in der entgegengesetzten Richtung, aber auch nicht weiter weg.)

  2. Off topic (so ein bisschen, weil ich den dazugehörigen Eintrag nicht mehr finde): Bei uns gibt es hier auf dem Dorf (!) jetzt ganz neu auch diese Outdoor-Fitness-Geräte – da musste ich gleich an Euch denken :-)

  3. öhöm, in Dubai wird ja wirklich jeder Meter mit dem Auto gefahren…wobei man allerdings zur Rettung der Einwohner sagen muss, dass es im Sommer bei 50 Grad auch wirklich nicht angebracht ist, durch die knallende Sonne zu laufen. Sonst ist es aber auch leider so, dass nichts in Laufnähe liegt, es gibt kein Stadtzentrum in dem Sinne sondern einzelne, weit von einander entfernt liegende Malls, die Kindergärten und Schulen sind meistens viele Kilometer weg von dem Wohngebieten usw….dafür sieht man aber sobald das Wetter es zulässt unglaublich viele Jogger und Radfahrer in den Parks und meine Kinder (damals 3,5 und 6 Jahre alt) haben es in in Petra in Jordanien geschafft 16 Kilometer zu laufen – an einem Tag, nur mit kleinen Pausen…ich mache mir vorerst mal keine Sorgen um ihre Lauffähigkeit…;-)

    • Zugegeben, wir haben es hier sehr einfach. Der öffentliche Nahverkehr ist wirklich prima. Seit wir umgezogen sind, wohnen wir zwar ein paar Meter weiter entfernt von der Bushaltestelle, dafür an einer Buslinie, die noch öfter fährt.

      Erst neulich unterhielt ich mich mit der liebsten Freundin, die in der angeblich „lebenswertesten Stadt Finnlands“ wohnt, womit eine Stadt, in der öffentlicher Nahverkehr quasi nicht vorhanden ist, eigentlich den Titel „Besonders lebenswert“ verdient hat…

  4. Die kennen mein goldlockiges Mädchen nicht – das rannte schon mit 11 Monaten die Berge rauf, daß die Alten nur schnaufend und ächzend „he, mach langsam“ riefen. Und neulich der Leuchtturm, da war sie grad zwei… puh.
    Wenn sie nächstes Jahr zur Schule geht, bring ich sie auch zu Fuß hin, egal bei welchem Wetter.

    • Wie, Schule?! Die ist doch erst zwei?!

      (Ich höre davon nicht zum ersten Mal, aber ich tat das bisher immer als Sprachsache ab – „playschool“ beinhaltet ja auch das Wort „Schule“ aber ist nichts anderes als ein Kindergarten – oder ist es doch ernster, so mit Anwesenheitspflicht und so? Erzähl mal!)

      • Ab drei gibts Schule, „école maternelle“; und da gilt grundsätzlich Anwesenheitspflicht, aber nach allem, was ich weiß, erst mal nur vormittags. Nachmittags ist freiwillig.
        Im Prinzip ist auch die école maternelle nicht der Schulpflicht unterworfen – streng genommen gibt es ja nur eine Unterrichtspflicht, keine Schulpflicht, und die gilt erst ab Grundschule -, aber de facto gibt es nur sehr wenige Kinder, die nicht hingehen. Und in der „grande section“, quasi der Vorschulklasse, wird wohl auch schon der Lese- und Schreibunterricht angefangen. Womit sich die Sache mit der zwölfklassigen Schule in Frankreich arg relativiert.

        • Ok, dann ist das ein bisschen wie bei uns in der Vorschule: die ist vier Stunden am Tag, und rein theoretisch nicht verpflichtend, aber rein praktisch gehen doch alle Kinder hin.

          Lesen und Schreiben wird hier in der Vorschule auch schon geübt, aber in der 1. Klasse nicht vorausgesetzt. Liegt halt am Kind – manch eines kann nach der Vorschule schon lesen und schreiben, manch eines nicht.

          • „Erst mal“ meinte das erste Jahr – mein Herr Sohn hat ja nur das letzte Jahr mitgemacht (vorher Kindergarten), und in dem Schulverbund war Schule von acht bis zwölf und zwei bis fünf. Auch für die Vier-bis-Sechsjährigen.
            Und noch eins: Die deutsche Kindergartenpraxis, die Jahrgänge zu mischen, damit die Älteren den Jüngeren was vorleben, ist hier sowas von undenkbar…

            • Achje… ich dachte, das geht so die ganze Kindergartenzeit lang! Dann gehen die Armen ja wirklich schon richtig „in die Schule“.

              (Hier an unserer kleinen Stadtteilschule – nur für die 1. und 2. Klasse – werden sogar die 1. und 2. Klasse gemeinsam unterrichtet. Nicht, weil es so wenige Kinder gibt – es gibt sogar zwei solcher Klassen – aber weil es sich offenbar bewährt hat.)

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