Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Wie wir einmal dem schwedischen König hinterherwinkten

9 Kommentare

Heute so am Flughafen: grosser Schreck.

Vorm Flughafen darf man 15 Minuten kostenlos parken. Als wir den Ähämann ausführlich geherzt und geküsst und bewinkt hatten, waren allerdings 40 Minuten um. Das ist immer so. Nur diesmal, da stand, als wir wieder rauskamen, ein Polizeiauto direkt hinterm Herrn Picasso. Ich schielte schnell auf die Windschutzscheibe: kein Knöllchen. Noch kein Knöllchen zumindest.

Ich nahm die drei Kinder an die Hand und begleitete unsere Gespräche mit vielsagenden Gesten. Die werden doch einer Familie mit drei Kindern, die gerade ihren Papa zum Flugzeug gebracht haben, keinen Strafzettel aufbrummen! Ich reichte dem grossen Herrn Maus die im Auto wartende Puppe, wiederholte unter weiteren eindeutigen Gesten, ja, jetzt gehen wir noch gucken, wie das Flugzeug startet, und drehte dreist die Parkuhr weiter. Die beiden Polizisten hatten nur einen müden Seitenblick übrig.

Bis das Flugzeug startete, vergingen weitere 30 Minuten. (Zehn Minuten verspätet war es auch.) Das Polizeiauto stand weiterhin stoisch hinterm Herrn Picasso. Die Mäusekinder skandierten „Papa! Papa! Papa!“ übers Flugfeld. Nur weiter so, dachte ich, die werden doch einer Familie mit drei Kindern, die gerade ihren Papa zum Flugzeug gebracht haben, nun wirklich keinen Strafzettel aufbrummen! Der Ähämann stieg ein. Der Pilot stieg aus. In kompletter Uniform. (Auch Mütze, auch weisse Handschuhe.) Dann kam ein Grüppchen feingekleideter Menschen, die der Pilot wahlweise mit Händeschütteln oder Hand-an-Mütze grüsste. Irgendwelche wichtigen Leute mussten das sein. Dann stiegen alle ein. Das Flugzeug setzte sich in Bewegung. Wir winkten wie verrückt. „Papa tschüss!“, rief der kleine Herr Maus. Das Polizeiauto stand immer noch da. Das Flugzeug rollte auf die Startbahn. Wir lauschten. Jetzt! Jetzt geht’s los! Jetzt kommt es gerollt! Gleich hebt es ab! Jetzt! Jetzt! Wir winkten wie verrückt.

Das Flugzeug erhob sich in den aprilwetterblauweissen Himmel. Wurde kleiner und kleiner. „Papa weg!“ sagte der kleine Herr Maus. Als das Flugzeug nur noch ganz klein war, beschlossen wir zu gehen. Das Polizeiauto fuhr auch gerade los.

Wir gingen noch ein bisschen wandern, weil schon mal die Sonne schien. Mitten im Moor piepste mein Telefon. Der Ähämann war gelandet. „Das war das schwedische Königspaar“, schrieb er.

9 thoughts on “Wie wir einmal dem schwedischen König hinterherwinkten

  1. Die haben sich von so viel Winkfreude bestimmt geehrt gefühlt!

  2. *lol*
    Da fällt mir eine etwas andere aber doch ähnliche Geschichte ein. Bedingt durch den Beruf meines Mannes war ich einmal bei einer Feierlichkeit zur Neueröffnung eines Gymnasiums nach der Sanierung. Und ich wurde sowohl von der Oberbürgermeisterin als auch vom Rektor des Gymnasiums mit freundlichem Handschlag begrüßt, Worte wurden gewechselt. Dabei war ich üüüüüüberhaupt nicht wichtig. Sie kannte ich von den Elternabenden – unsere Söhne waren neun Jahre in der gleichen Klasse. Ihn kannte ich schon als er noch Referendar (der Nachbarschule) war und ich hatte ihn auch in der Abi-Klasse in meinem Lieblingsfach.

  3. Doch, doch, hatte ich gelesen, dass Carl Gustav als Oberpfadfinder in Turku war…..aber das sie keinen Privatjet hatten, DAS wundert mich jetzt doch.

  4. *smile* – das Leben schreibt die lustigsten Geschichten :)

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