Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Stilles Örtchen an stillem Ort

21 Kommentare

Der gemeine Finne ist viel draussen in der Natur. Zum Wandern, zum Skifahren, zum Vögelgucken, zum Angeln, zum Elchjagen, zum Würstchengrillen.

Deshalb gibt’s auch fast überall öffentliche Feuerstellen (samt vorbereiteten Holzscheiten!) und Unterstände oder einfache Häuschen zum Übernachten.

Und das Waldklo natürlich:

Mit angenehm warmem Styroporsitz auch bei kalter Witterung, Spülkasten Eimer mit Zeugs zum Nachkippen, und natürlich Klopapier.

21 Kommentare zu “Stilles Örtchen an stillem Ort

  1. Und so was gibt es „fast überall“ im Wald? Toll, ich bin begeistert (zumal dies Häuschen einen deutlich angenehmeren Eindruck macht als die ominösen Dixi-Klos) — bei uns in Deutschland wäre das Holzhäuschen wahrscheinlich innerhalb einer Woche völlig zu Klump geschlagen, abgefackelt oder anderweitig unbrauchbar, zumindest aber mit Graffiti aller Arten verziert.

    • Ich kenn bei uns im Schwarzwald auch so ein Örtchen. Und das schon seit Jahren. Allerdings ohne Nachkippzeugs, sondern ein einfaches Plumsklo —– und auch ohne Teppich. Dafür mit Parkett Holzboden.

    • Oft, wenn Leute wissen, dass ich aus Deutschland komme – denn die Deutschen haben ja einen gewissen Ruf in der Welt – werde ich gefragt: „Sag mal, werfen die Leute in Deutschland auch so viel Sachen auf die Strasse oder in den Wald?“ Oder: „Wird da auch so viel zerstört?“ Und dann ernte ich ungläubiges Staunen, wenn ich sage, dass der finnische Vandalismus quasi nicht vorhanden ist.

      • Mein Finne ist da einer ganz anderen Meinung. Er wundert sich immer, wie können Kaugummi-, Zigaretten-, Briefmarken- und sonstige Automaten in Deutschland auf den Strassen stehen – unversehrt. Die würden hier in Nu zerhackt. Da ist aber meistens wieder der Feind Alkohol am Werk und sicherlich von Region zu Region anders. Ich bin zwiespalten: natürlich ist Grafittivandalismus viel schlimmer in Deutschland, aber wie manche Ecken in den Städten hier aussehen, wenn es nur so wenig Bevölkerung gibt…

        Das Huussi ist vielleicht so heil, weil man ohnehin den Wald benützt. Helsinki hat anlässlich Vappu eine Kampagne „Stop kusi!“ (sowas wie Piss-Stop) gestartet, um das öffentliche Urinieren in den Griff zu bekommen. Es wurden auch Bajamaja-Häusschen a la Dixi an die üblichen Picknickorte für den Sommer gebracht.

        • „In der grossen Stadt“ ist das sicher auch nochmal was anderes. Genauso wie es auch in Deutschland in eher abgelegenen Gegenden eher wenig Vandalismus gibt. (Im Erzgebirge z.B. gibt es auch sehr viele unzerstörte Wegweiser und Schutzhütten, oder wie Ursel aus dem Schwarzwald schrieb.)

          Und in Deutschland würde das Klohäuschen auch nicht von denen zerstört werden, die es benutzen, sondern von denen, die darin eben ein lohnendes Objekt für ihre Zerstörungswut sehen.

          (Was das Überallhingepisse – und -gespucke! – nicht beschönigen soll!)

          • Sicher geht es eben um die Zerstörungswut – die wird es hier und da geben mit unterschiedlicher Intensität. Porvoo ist jedenfalls nicht ruhiger. Wenn man das Auto in der Stadtmitte parkt, sind die Autospiegel mit 98% Sicherheit weggekickt.

            Wenn’s rein ums „Geschäft“ geht, wurde ich von vielen Finnen angesprochen, wie gepflegt z.B. Kaufhaustoiletten oder Shoppingmeilentoiletten in Deutschland (selbst in Großstädten) sind. Das ist ein Unterschied. Ich vermute natürlich keine grosse Hygienesicherheit dahinter, wenn die Putzfrau beim Kaufhof – während des Weihnachtsgeschäfts – hinter jedem in die Toilette reingeht, abwischt, alles in Ordnung bringt und dazu noch sagt „bitte schön“, dennoch sieht man mindestens eine Putzfrau. Also öfter als einmal in paar Tagen. So die Finnen. Ich hab’s nach und nach als gepflegt/er empfunden als die Toiletten in den hiesigen Einkaufsmeilen, wo sich die Papierstücke bis ins nächste Restaurant über den Boden verteilen. „Bremsspuren“ sind auch gesichert.

  2. Und wo befüllt man den Eimer?

    • So ein Eimer reicht ziemlich lange, denn diese Holzhäcksel sind wesentlich effizienter als eine Wasserspülung.

      (Wenn es neben dem Klo eventuell noch einen Holzschuppen gibt, dann findet man die Häcksel meist säckeweise dort. Sonst muss eben jemand kommen und auffüllen. Wie das Klopapier ja auch.)

  3. Wer befüllt das Eimerchen wieder mit Spühlzeugs?

  4. Entzückend!
    Hättest du nicht dazugeschrieben, das es sich um ein Klo handelt, ich hätte gedacht, da steht eine kleine Sauna im Wald herum.
    :-)

  5. Da gibt´s ja sogar noch einen Teppich ;-)

  6. Oh ja, so eine hatte meine Gastfamilie auch an ihrem Mökki. Ich hab es voll geliebt, in der Nacht da auf’s Klo zu gehen :D Oder überhaupt, das hatte immer was …

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