Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Kurz vor Winter

Seit gestern stehen bei uns auf den Bordsteinkanten wieder orange Stöckchen mit Reflexband oben dran.

Damit der Schneepflug weiss, wo er langfahren muss.

(Lustig finde ich übrigens, dass die Stöckchen hier bei uns „im Süden“ kürzer sind als anderswo. So kann man also auch sparen.)


Ein Kommentar

Wald, hineingerufen

„Mama“, bittet das Fräulein Maus, „gib mir das!“ Ich (faul) habe mich allerdings gerade hingesetzt und vertröste auf später. „Mama! Gib’s mir jetzt gleich, dann ist es erledigt!“

***

Ob er denn vom Vesper im Kindergarten was gegessen habe, frage ich den grossen Herrn Maus. „Nein. Aber ich verhunger‘ da nicht gleich!“

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„Musst du denn immer schreiben?“ beschwert sich der grosse Herr Maus, weil ich eine wichtige Email schreiben muss, während er lieber mit mir kuscheln will. „Wenn ICH das machen würde…!“

(Sie haben natürlich vollkommen Recht…)


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Elf

Einen Monat noch. Dann ist der kleine Herr Maus kein Baby mehr. (Wie die Zeit rennt!)

Schon jetzt ist nichts mehr vor ihm sicher. Er krabbelt überall hin, zieht sich hoch, und nimmt sich, was er möchte. Und weil er so gross ist, erreicht er sogar schon Sachen auf dem Esstisch. Und natürlich die piepsenden Knöpfe der Waschmaschine. Und die Blumentöpfe auf dem Fensterbrett. Er weiss ganz genau, was er darf und was nicht. Nicht, dass er sich irgendwie dran halten würde. Aber wenn er auf dem Weg zu etwas Verbotenem ist, dann schaut er sich kurz vorm Ziel nach einem von uns um und guckt verschmitzt. Der kleine Schelm!

Damit wir wenigstens mal den Geschirrspüler einräumen können, ohne mit der anderen Hand den kleinen Herrn Maus fernhalten zu müssen, haben wir ihm in der Küche das Laufgitter aufgebaut. Besonders mag er das nicht, aber wenn wir anderen auch in der Küche sind, dann geht es. Und wenn er den Beutel mit den leeren Pfandflaschen mit hineinnehmen darf. Am schönsten findet er es aber doch, wenn alle drei Mäusekinder gemeinsam darin sitzen.

Rasseln, Greiflinge, Beissringe und die hundert Ringbärchen, die sich in den letzten fünf Jahren hier angesammelt haben, habe ich letzte Woche sortiert und die schönsten in eine grosse Kiste getan und eingelagert, um in der Kommode im Kinderzimmer mehr Platz für Autos zu schaffen. Am liebsten spielt der kleine Herr Maus mit der Feuerwehr des grossen Herrn Maus. Oder er klaut sich die Schienen der Holzeisenbahn, wenn der grosse Herr Maus und das Fräulein Maus damit spielen. Oder er räumt die Schubladen der Kinderküche aus.

Er fängt an zu spielen. Neulich benagte er das Töpfchen von Fräulein Maus‘ Puppe. Ich zeigte ihm, was man eigentlich damit macht. Worauf er die nächsten zehn Minuten konzentriert damit verbrachte, Iida aufs Töpfchen zu setzen ins Töpfchen zu stopfen und wieder herunterzunehmen. Und natürlich versucht er, den grossen Geschwistern alles nachzumachen.

Er streckt den Zeigerfinger aus und sagt „Da!“, wenn er etwas zeigen möchte. Er guckt Bücher an und zeigt auf die Bilder. Er benennt sie auch. Nur verstehen tun wir ihn nicht. ;-)

Er isst alles von Vier-Monats-Brei bis Erwachsenenessen. Halt, stimmt nicht, 8-Monats-Brei findet er ziemlich… zum Würgen. Kein Wunder. Brei mit Klümpchen fänd‘ ich auch eklig. Er verabscheut auch sämtliche Trinklernbecher und Schnabeltassen. Jedenfalls zum Trinken. Darauf herumbeissen geht prima. Aber getrunken wird lieber aus einer normalen Tasse. Tagsüber stillen wir fast gar nicht mehr, höchstens, wenn mal keine Zwischenmahlzeit zur Hand ist. Dafür abends vor dem Schlafen ausgiebig, und natürlich nachts. Je nach Lust und Laune des kleinen Herrn Maus ein bis fünf Mal pro Nacht.

Dafür schläft er jetzt abends wie ein grosser Junge ein. Nach dem Stillen dreht er sich auf die Seite, nochmal auf die andere, kuschelt sich an mich an, und schläft. Ohne Gezeter, ohne Wiederaufstehen, ohne dass ich ihn in den Schlaf klopfen oder schaukeln muss.

So gross ist er! Schon fast kein Baby mehr.
Das Kuschelkind. Der Schelm. Der kleine Sonnenschein. ♥