Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Ein Monat

8 Kommentare

Und schon ist der Minimäuserich kein Neugeborenes mehr… Dabei habe ich das kleine Bündel doch gestern erst zum ersten Mal im Arm gehabt!

Der Ähämann war zwei Wochen mit uns zu Hause, und die restlichen zwei Wochen haben wir Alltag geübt. Und ja, es stimmt, dass das dritte Kind einfach so mitläuft. Es bleibt ihm ja auch nichts anderes übrig…

Dafür wird er vierfach geliebt. Kein Abend, ohne dass die grossen Mäusekinder noch einmal zu ihm gehen und „Gute Nacht, Minimäuserich!“ sagen. (Neulich gar musste das Mäuseknäbchen nochmal aus seinem Gitterbettchen herausgehoben werden, weil ihm einfiel, dass er vergessen hatte, dem kleinen Bruder Gute Nacht zu sagen.) Kein Morgen, ohne dass der Minimäuserich bekuschelt und gestreichelt wird.

Ich geniesse diesmal zum ersten Mal die Babyzeit so richtig. Der Minimäuserich ist aber auch ausgesprochen friedlich. Man kann ihn auch schon mal eine ganze Weile ablegen, und er guckt einfach so ein bisschen vor sich hin. Ohne zu weinen. Das kenne ich ja so gar nicht. Er liebt den Kinderwagen und fällt sofort in tiefen Schlaf, sobald er da hineingelegt wird. Wohnungsbesichtigungen, Einkäufe, eine Weihnachtsfeier im Kindergarten und einen Familiengottesdienst hat er erfolgreich einfach verschlafen.
Und er ist das erste unserer Kinder, das auch mal einen Schnuller nimmt. Er wird wohl kein begeistertes Schnullerkind werden (gut so!), aber wenn er einfach nur nuckeln und nuckeln und nuckeln will, dann ist er mit dem Schnuller durchaus zufrieden.
Nur mit dem Einschlafen tagsüber, fürchte ich, wird er sich demnächst genauso schwer tun wie die grossen Geschwister seinerzeit. Jedenfalls haben wir schon etliche mehrstündige Kostproben von Augenzufallen-Augenaufreissen-Augenwiederzufallen-Augenwiederaufreissen erleben dürfen…

Ich jedoch war am Ende der Schwangerschaft deutlich müder als jetzt. Der Minimäuserich hat schon ungefähr den gleichen Rhythmus wie die grossen Mäusekinder – er geht mit ihnen ins Bett und steht erst mit ihnen auf. Nachts wird er alle zwei, drei Stunden wach und will trinken. Seit er das aber so gut kann, dass ich dabei liegenbleiben kann, schlafe ich einfach weiter und wundere mich immer nur, dass er schon wieder unruhig wird – bis mir ein Blick auf den Wecker sagt, dass ja schon wieder drei Stunden vergangen sind, in denen wir beide wie die Ratze geschlafen haben. :-)

Ein rechter Milchegel ist er. Mit durchaus messbarem Erfolg. In drei Wochen hatte er schon 3 cm zugelegt – sowohl in der Länge als auch beim Kopfumfang. Der wächst uns noch mal über den Kopf! Und ich habe Dauerdurst und Heisshunger auf Käse…

Seine erste flunssa hat der Minimäuserich auch schon gehabt, der arme kleine Kerl! Kein Wunder, haben wir die doch alle… Zuerst bekam er eine Bindehautentzündung, dann fing er jämmerlich zu husten und zu schniefen an, und der daraufhin aufgesuchte Arzt stellte zu allem Überfluss eine Ohrenentzündung (!) fest. (Und ich dachte, das Mäuseknäbchen wäre klein gewesen damals mit seinen vier Monaten!) Immerhin nahm der Minimäuserich sein Antibiotikum sehr viel freiwilliger als das Mäuseknäbchen damals, und jetzt geht’s ihm schon wieder gut. Ich habe die Hoffnung, dass meine eigene flunssa dann irgendwann nächsten Juni auch verschwunden sein wird…

Nun ist er kein Neugeborenes mehr. Nun wird uns niemand mehr auf der Strasse einfach so zur Geburt gratulieren. Nun wird alles erst richtig anfangen.

Der hat uns wirklich gefehlt, der Minimäuserich! ♥

8 Kommentare zu “Ein Monat

  1. Das klingt wundervoll! Ich freue mich für Euch und wünsche Euch noch viele schöne Momente mit dem kleinen Mäuserich. :-)

  2. @
    „Und ja, es stimmt, dass das dritte Kind einfach so mitläuft. Es bleibt ihm ja auch nichts anderes übrig…“
    Das ist wohl auch der Grund, warum unser Kinderarzt auf eine ängstliche Frage der neu gewordenen Mutter Rika in seiner Weisheit meinte, man solle doch einfach das dritte Kind zuerst kriegen… ;-)
    Damals hat mich sein Ausspruch mehr als verblüfft… aber er war ein toller Arzt und jederzeit für alle Wehwechen der Kinder und Fragen der Eltern da – und ja, er hatte wirklich nicht ganz unrecht… beim dritten Kind ist alles irgendwie ganz „normal“ und darum auch einfacher.
    Viel, viel Freude, schöne Erlebnisse und gute Erfahrungen mit deinen Dreien wünsche ich dir und dem „Ähamann“!

  3. herzlichen glückwunsch zu dem wonneknaben! ich habe auch selten etwas rührenderes erlebt, als geschwisterliebe zu einem Baby.

    klar geht’s jetzt richtig los, aber es wird auch immer schöner!

  4. Schnief. Da möchte ich glatt auch noch eins …

  5. Wunderbar muttertierische Beschreibung.
    Ich wünsch Euch eine tolle Zeit so eng miteinader.

  6. da fällt mir ein, dass ich nach der Geburt des dritten Kindes auch ganz beglückt an eine Freundin geschrieben habe,
    Und bekam als Antwort den Satz.
    „Ich kann mir nicht helfen, du bist eine richtige MUTTERKUH“
    Und ich sage noch heute dazu:Bin ich gerne, mit einem fröhlichen MUH ;-)

    Die kommende Zeit genießen, jede Stunde, es macht soviel Freude!

  7. Hach, immer wenn ich deinen Blog lese, dann hätte ich auch Lust, irgendwo in den Norden auszuwandern (bei mir wäre es eher Schweden, obwohl ich Finnland bei meinem Besuch vor zwei Jahren auch sehr, sehr toll fand, aber die Sprache wirkt soooo schwer…) und ein Baby zu bekommen. Na ja, das hat noch ein paar Jahre zu warten.

  8. Hab lange nicht mehr mitgelesen: gratuliere.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s