Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

100 % abbaubar

15 Kommentare

Heute mal den Kindern gezeigt, wo die ganzen Schnee-LKWs immer hinfahren.

Wir haben hier mittlerweile einen halben Meter Schnee. Ich würde gern mal Bilder von haushohen Schneehaufen zeigen, aber die gibt’s hier nicht. Von überall, wo der Schnee zu viel ist und stört, wird er weggefahren. Mit LKWs.

Zur Schneedeponie.

Es war schon kurz vor vier, also kurz vorm üblichen Dienstschluss in Finnland, und ich fürchtete schon fast, wir würden gar nichts mehr zu sehen kriegen. Ausser abgelagertem Schnee natürlich.

Aber es war so richtig was los. Meine Herren! Mindestens alle zwei Minuten kam ein neuer beladener Schnee-LKW an. „Da! Da Nee-ekawe!“, kommentierte das Mäuseknäbchen begeistert.

Offiziellen Angaben zufolge ist die Schneedeponie erst halb voll. Ich fand auch, dass der Schnee, der in der Stadt immer so viel aussieht, sich dort recht verloren ausnahm.

(Rückzu dann noch eine längere Busfahrt gemacht. Der Busfahrer, der uns da draussen an der Schneedeponie aufsammelte, war ein sehr netter. Er wartete mit dem Weiterfahren nicht nur, bis das Mäusemädchen sass, sondern auch, bis ich das Mäuseknäbchen aus dem Wagen genommen hatte und wir alle drei sassen. Muss ja auch mal gesagt werden.)

[Den Kindern gezeigt: 1) Wo die Tomaten wachsen]

15 Kommentare zu “100 % abbaubar

  1. Was es in Finnland nicht alles gibt! Verrückt :)

  2. Oh, eine solche Schneehalde wollte ich mir ja auch lange schonmal ansehen — bin bisher nochnicht dazu gekommen.

    In Oulu sehen die Schneelaster übrigens anders aus ;-)

  3. Dazu muss man gar nicht bis Finnland. Bei uns im Schwarzwald gab’s das auch, mit den LKWs wurde der Schnee auf ein Feld vor unserem Ort transportiert, sonst wären wir manchmal untergegangen ;-)

    • Ich erinnere mich, dass du das schon mal erwähnt hast. Und ich kann mir das auch gut vorstellen.

      „Aufs Feld“ geht hier allerdings nicht. Früher wurde der Schnee hier auch einfach ins Meer gekippt (bzw. aufs zugefrorene Meer, und versank dann im Frühling), aber das ist nicht mehr erlaubt, wegen des ganzen im Schnee enthaltenen Strassendrecks. Deswegen nur noch auf der extra dafür eingerichteten Schneedeponie.

  4. Wie cool!
    Was steht denn auf dem Schild?

    • „Oriketo (das ist ein Stadtteil von Turku) Schneedeponie.
      Das Abladen von anderem Müll als Schnee ist streng verboten.“

      (Aber man darf auch als Privatperson seinen Schnee kostenlos da hin bringen. Vielleicht sollten wir mal mit ein paar Eimerchen hingehen. ;-) )

  5. Das ist ja nett. Ich habe neulich auch gelernt, dass man den Schnee, der an Nord- und Ostsee ja teilweise problematisch war, nicht einfach ins Meer kippen kann – denn: „Schnee ist Sondermüll.“ Wenn ich die grauen Reste ansehe, die jetzt noch an der Straße liegen, glaube ich das sofort – aber in den ersten Tagen und Wochen nach dem Schneefall, sah das ganz und gar nicht danach aus. Vielleicht hätte man einfach schnell genug sein müssen?!

  6. Was passiert denn, wenn der Schnee schmilzt, entsteht dann ein neuer See? Das sind ja doch ganz schöne Massen.

    Du sag mal, wenn ich Dich das fragen darf; Wie lange hast Du gebraucht um Finnisch zu lernen? Ich verstehe kein Wort von dem, was da auf dem Schild steht. ;)

    • Meist ist es hier so, dass im März, April, wenn der Schnee anfängt wegzutauen, ganz viel Sonne scheint. Da gibt es keine grossen Seen. Aber vielleicht werde ich das mal verfolgen, dieses Jahr. Ich bin auch gespannt, wie lange das dauert dieses Jahr, mit dieser Rekordmenge an Schnee.

      Mit dem Finnischlernen, das ist so: wir wohnen jetzt seit 6 1/2 Jahren in Finnland (ich vorher ausserdem noch einmal 7, einmal 2 Monate), und ich habe in der Zeit eigentlich nur sehr wenig „aktiv“ (also in einem Kurs) Finnisch gelernt. Das meiste habe ich im Alltag gelernt. Wie lange das gedauert hat, bis ich Finnisch „konnte“, ist schwer zu sagen: Einerseits konnte ich mich auch nach den ersten 7 Monaten schon ein bisschen verständigen, andererseits ist mein Finnisch auch jetzt noch weit entfernt von perfekt.
      (Nächstes Mal wandere ich in ein Land mit leichterer Sprache aus. ;-) )

  7. Gewaltige Mengen Schnee, noch mehr als in Tallinn! :)

    Mir persönlich fiel Finnisch ganz leicht zu lernen, weil es in der Grammatik für fast alles Regeln gibt. Das sind zwar nicht wenige, aber sie sind alle logisch, und man muss sie einfach nur auswendig lernen und ein bisschen trainieren, so wie Spielregeln oder Schuhebinden. Angefangen hab ich mit diesem kostenlosen Internetkurs Tavataan taas von der Uni Helsinki (wärmstens zu empfehlen für alle Interessierten; bei Google gibts den Link..), und weiter ging es mit Disneyvideos von youtube und überhaupt allem, was das Internet hergab: alle möglichen Texte von Wikipedia-Artikeln über Zahnpasta zu kostenlos hochgeladenen Romanen aus dem 19. Jahrhundert, Webradio, YLE-arkisto, subtv, Schulmaterialien etc. etc.. natürlich ging nichts ohne Grammatik- und Wörterbuch (ich empfehle die exzellent erklärte Grammatik der finnischen Sprache von Eva Buchholz und das dicke finnisch-deutsch-finnische Wörterbuch von WSOY, und wenn man schon gute Grundkenntnisse hat, ein rein finnischsprachiges Wörterbuch zum Nachschlagen, z.B. das blaue Suuri suomen kielen sanakirja von Gummerus) und fleissiges Vokabelpauken. Ich gebe zu, dass ich in dieser Zeit auch keine anderen Hobbys und auch sonst nichts zu tun hatte. ;-) Denn Freizeit muss man wirklich investieren… aber Geld nicht unbedingt. Später brachte mir ein finnischer Bekannter zeitgemässe, korrekte Umgangssprache bei, ich machte einen dreiwöchigen Sprachkurs in Jyväskylä und las, hörte und schaute weiter alles auf Finnisch, was mir unter die Finger/Augen/Ohren kam, auch Gebrauchsanweisungen, alle mögliche Musik und von Privatpersonen selbstgemachte Videos (Dialekte…) auf youtube, und schliesslich bekam ich letzten Sommer einen Praktikumsplatz in einem Verlag. Nach noch ein paar Wochen in rein finnischsprachiger Umgebung war dann irgendwann auch der Akzent weg, aber trotzdem war alles umsonst, denn kaum war ich hier, verliebte ich mich in einen Esten… ;-) Und nun lerne ich seit ein paar Wochen eine grammatikalisch komplett unlogische Sprache (keine Regeln für Deklinationen – man muss pro Wort mindestens 3 Formen auswendig lernen) mit einem unaussprechlichen õ-Vokal, den es sonst nur in ein paar Sprachen wie Thai und Vietnamesisch gibt, und habe eine Schwiegermutter, die seit unserer allerersten Begegnung nur stur Estnisch mit mir spricht, obwohl sie auch Finnisch und Englisch kann und genau weiss, dass ich Deutsche bin… Ich dachte immer, sowas passiert nur in amerikanischen Komödien, aber anscheinend ist das Leben wirklich so. ;-)

    Finnisch ist jedenfalls definitiv die einfachere (und schönere!) Sprache, und die Finnen sind auch, bis auf wenige Ausnahmen auf beiden Seiten, das nettere und gastfreundlichere Volk. ;-)

    Hah, so schön, wieder mal die eigene Muttersprache zu benutzen!! :)

  8. ach, und nochmal zum Schnee: sowas wie hier kann passieren, wenn man bei diesem Wetter einem Bus hinterherrennt…:
    http://lauranen.wordpress.com

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