Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Schlafen im Hause F. (III), oder:

6 Kommentare

Früher, also bevor wir ein Kind hatten, fanden wir Familienbett ja eher doof. Irgendwie passte das nicht in unsere Vorstellung davon, wie ein Baby aufwachsen sollte. Natürlich sollte das Baby bei uns im Zimmer schlafen, aber doch bitteschön in seinem eigenen Bett.

Dennoch fand ich es wunderschön, als mir das ein paar Stunden alte Mäusekleinkind, als wir kurz vor Mitternacht auf der Neugeborenenstation ankamen, wie selbstverständlich zu mir ins Bett gelegt wurde statt in das bereitstehende Plastikbettchen. Zu Hause lebten wir einen Kompromiss: das Mäusekleinkind wurde in seinem Bettchen schlafen gelegt, durfte aber nach dem ersten Aufwachen ins Elternbett übersiedeln. Irgendwann stellten wir fest, dass das Mäusekleinkind – es war damals ungefähr anderthalb Jahre alt – viel leichter einschlief, wenn sie das angekuschelt an einen von uns im Elternbett tun konnte, statt in ihrem Gitterbett. Also schlief sie seither mit uns ein und wurde dann in ihr Bettchen getragen, in dem sie in der Regel durchschlief. Dann wurde ihr kleiner Bruder geboren. Mama und Papa, nun um schon zwei Jahre Erfahrung mit Kind reicher, fanden Familienbett nun richtig klasse. Das Mäusebaby sollte von Anfang an da schlafen dürfen. Wozu der ganze Stress mit dem Einschlafen im eigenen Bett und so. Und das Mäusekleinkind kam nun auch öfter wieder in der Nacht ins Elternbett, weil es vom Gequengel des kleinen Bruders aufwachte. Ach, wie schön – Mama, Papa, Mäusekleinkind und Mäusebaby die ganze Nacht aneinandergekuschelt!

Denkste! Jetzt ist es nämlich bei uns so, dass das Mäusekleinkind endgültig ins Familienbett gezogen ist, während das Mäusebaby im eigenen Bett im Kinderzimmer (!) schläft, und zwar durch!

Und das kam so: dieser achte Monat war nämlich eigentlich kein schöner Monat. Erst hatte das Mäusebaby eine Woche lang Durchfall. Bekam nur Mamamilch und war natürlich dauerhungrig, so mit mindestens alle zwei Stunden nachts Aufwachen. Als der Durchfall endlich vorbei war, schloss sich nahtlos die nächste flunssa an, mit verstopfter Nase und Husten, die das Mäusebaby genauso oft nachts aufwachen liessen. Heiligabend gegen zehn hatten sich die Mäusekinder mal wieder gegenseitig wachgehustet, und ich wollte auch endlich schlafen gehen, bekam das Mäusebaby aber nicht einmal mit Stillen beruhigt. „Ich gehe mit dem Mäusebaby ins Kinderzimmer“, sagte der Ähämann, „damit du ein bisschen schlafen kannst. Wenn er unbedingt wieder zu dir will, bringe ich ihn zurück.“ Ich rechnete mit maximal einer Stunde Schlaf für mich – denn bisher war es dem Ähämann noch nie gelungen, unser Mamasöhnchen zum Einschlafen zu bringen- und schlich gegen halb vier morgens besorgt ins Kinderzimmer, wo das Mäusebaby im Gitterbettchen und der Ähämann daneben auf der Luftmatratze friedlich schniefend schliefen.

Nun hat er also Durchschlafen gelernt – von einem Tag auf den anderen. Er geht zwischen sieben und acht abends ins Bett und schläft gewöhnlich so bis sechs. Noch schläft der Ähämann neben dem Gitterbettchen im Kinderzimmer, falls das Mäusebaby nachts Händchen halten möchte, aber auch das kommt immer seltener vor. Am schönsten ist, dass es nun hier zwei neue Freunde gibt: wenn der Papa das Mäusebaby auf den Arm nimmt, gibt es kein Gewinsel mehr, sondern fröhliches Grinsen. :-)

Auch das Sitzen hat er soweit perfektioniert im letzten Monat, dass er sich sogar sitzend fortbewegt. Wenn er umfällt, stemmt er sich auf die Knie, aber alles was passiert, ist, dass er rückwärts rutscht. Grosser Frust! Aber im Sitzen, da schafft er es irgendwie, an die Dinge, die ihn interessieren, heranzurutschen. Das Mäusekleinkind kommentiert dann jedes Mal kichernd: „Mäusebaby hat sich das geangelt!“

So ein grosses, fröhliches, ausgeschlafenes Mäusebaby! Wir haben dich dolle lieb, kleiner grosser Mäusemann!

6 Kommentare zu “Schlafen im Hause F. (III), oder:

  1. Ein wunderschönes Foto, ehrlich mal :)

  2. Immer wieder: ach gott diese AUGEN!
    Furchtbar süss der Kleine!
    Ach ja und auch nach unserer bescheidenen Erfahrung tun sich Jungs oft leichter mit dem schlafen als Mädels ;-)

  3. DIE AUGEN ! kann da jemand widerstehen?

  4. Süßes Kerlchen! Der wird bestimmt mal ein richtiger Mädchenschwarm.:-)

  5. Ich hatte mir vorher auch Sorgen gemacht, von wegen, man koennte ja das Baby erdruecken o.ae. Aber kein Problem! Unser Huendchen (Jahr des Hundes geboren) und Mausepieps schlafen friedlich bei uns auf dem Futon und werden wohl so schnell auch nicht „auswandern“. Aber sie haben ihre eigene Zudecke, damit ich ein bisschen Platz habe, obwohl besonders Huendle immer wieder gerne zum Kuscheln kommt. Mausepieps wuerde es wahrscheinlich auch gerne mal machen, aber das geht noch nicht so gut. ^^

    Ansonstens sind das niedliche Fotos.

  6. Das klingt ja super! Ich finde es immer wieder verblüffend, wie unterschiedlich Kinder sind. Der Kleine von meiner Cousine wollte NIE ins grosse Bett, immer nur in sein Gittbettchen. Frida dagegen will immer nur bei Mama sein *lach* In Ermangelung eines Kinderzimmers konnten wir aber auch noch nicht wirklich probieren ob es nicht doch mit Papa allein funktioniert. Als ich allein verreist war gab es ein Mordsgebrüll…

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