Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Fünf

2 Kommentare

Fünf Monate!

Irgendwann im Sommer, als wir mit den Lindholms bei uns im Garten sassen und mir das Mäusebaby so winzig vorkam gegen das zwei Monate ältere Lindholm-Baby, da sagte Leigh Ann: „Sie ist ja auch schon fast fünf Monate alt, stell dir vor!“

Fünf Monate! Das ist wirklich sehr viel mehr als drei Monate! Das dauermüde, dauerquengelnde Mäusebaby ist ein freundlicher kleiner Kerl geworden. Allerdings mit grossen Ansprüchen. Allein auf der Krabbeldecke liegen, während der Rest der Familie am Tisch sitzt? Nein! Überhaupt Liegen – der kleine Mann möchte bitte getragen werden, und am liebsten würde er sich mit Hilfe immerzu aufsetzen oder hinstellen. Wenn es nach ihm ginge, würde er morgen loslaufen und sich die Welt selbst begucken. Bis dahin hat er ja seine Bediensteten, die ihn auf deutlichen Befehl dahin tragen, wo es interessant ist.

Neuerdings schläft er sehr viel besser. Allerdings scheint er auch sehr viel weniger Schlaf zu brauchen. Früh schafft er meist zwei, selten drei Stunden draussen im Wagen, der dazu nicht einmal mehr bewegt werden muss (!). Nachmittags macht er nur noch ein, nicht mehr zwei Nickerchen, selbst wenn das eine nur eine halbe Stunde lang ist. Die Stunden bis zum Schlafengehen sind dann oft seeeehr lang, aber nochmal schlafen ist nicht. Und während er fast sofort einschläft, wenn der Wagen vor die Tür gefahren wird, möchte er auch in der selben Sekunde, in der aufwacht, raus aus dem Wagen. Lautes Protestgeschrei! Man sieht ja da drin gar nichts!

Nachts wacht er seit ein paar Wochen unheimlich oft auf. Ich würde so gern mal wieder vielleicht fünf, sechs Stunden am Stück schlafen… oder auch nicht. Ich würde dann wohl in einem Milchsee schwimmen oder obenherum platzen. Und solange das Mäusebaby quasi sofort nach fünfminütiger Fütterung wieder einschläft, soll er eben… Wenn er früh gegen fünf oder sechs meint ausgeschlafen zu haben, ist er so nett, dass er sich nach einem Stündchen wieder zum Schlafen überreden lässt. Wir beide quetschen uns dann in des Mäusekleinkinds Bett im Kinderzimmer. Das Mäusebaby hat’s sowieso gern eng, und ich bin froh, wenn ich mich irgendwo hinlegen und den Kopf auf ein Kissen legen kann, ein bis zwei Stunden kann ich auch mit zusammengefalteten Beinen schlafen. ;-)

Auf seinen ersten Brei wird er wohl noch eine Weile warten müssen. Seit dieser doofen Antibiotika-Behandlung hat er ein „Löffeltrauma“. So ein Kinder-Antibiotikum mag ja für Kleinkinder lecker schmecken und lustig aus der Spritze zu zutschen sein, das Mäusebaby fand’s weniger toll. Weil es mit der Spritze gar nicht ging, haben wir es ihm vom Löffel gegeben – mit dem Erfolg, dass er schon bei Annäherung eines Löffels jetzt die Unterlippe einzieht und die Oberlippe straff daraufpresst. Und mit geschlossenem Mund zu schreien hat er auch gelernt. :-(

Er hat zuzugreifen gelernt und greift nach allem, was er kriegen kann: Spielzeug, Windeln, Mamas Haare, Butterdose, Messer, die Pflanzen auf dem Fensterbrett… und wenn wir ihn nur lassen, dann steckt er alles zielgerichtet in den Mund. Seine Hände sowieso. Manchmal hört es sich an als kaute er Kaugummi.

Er interessiert sich für alles. Mamas Trinkglas, Mäusekleinkinds Holzeisenbahn, Papas Zeitung. Alles wird mit grossen Augen und hochkonzentriert angeguckt. Und er muss sowieso alles mitmachen. Wenn ich mit dem Mäusekleinkind auf dem Spielplatz bin und das Mäusebaby dort aufwacht und aus dem Wagen rauswill, kann es durchaus passieren, dass er nach dem Mäusekleinkind auch die Rutsche hinunterrutschen muss, auf Mamas Schoss. Oder auf dem Schaukelpferd reiten. Weil die grosse Schwester es so möchte. Und die ist sowieso sein ein und alles. Die kitzelt ihn aus und küsst ihn ab und bringt ihm Spielzeug und zeigt ihm abends im Bett, wie man das Licht ausmacht, und beruhigt ihn im Auto: „Mäusebaby nich’ wein’n! Mir ham’s gleich geschafft!“ und begrüsst ihn immer, wenn er aufgewacht ist mit „Gugen Morgen, Mäusebaby!“, und wenn wir sie aus dem Kindergarten abholen, wird er noch vor mir begrüsst. Manchmal ist sie ein bisschen grob oder es geht ein bisschen mit ihr durch und der kleine Bruder wird mal schnell an den minikurzen Haaren gezogen oder in den Mund gepiekt, aber er nimmt ihr fast nie was übel, und wenn er doch mal weinen muss, dann bringt sie ihm ganz schnell was, um ihn zu trösten. Ich bin so stolz auf die beiden!:-)

2 thoughts on “Fünf

  1. Herzlichen Glückwunsch! Wirklich knuffig der kleine Prinz, und ganz die Mama !? ;-)

  2. Was ein hübscher kleiner Mann! :)

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