Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Kolmekymmentä

Finnische Hochzeitsautos sind für gewöhnlich mit mehr oder weniger seltsamen Kreationen aus Plasteband geschmückt.

(Wir waren damals sehr, sehr froh, dass wir einen Blumenladen gefunden hatten, der auch Blumenschmuck fürs Auto hinkriegt. Der Preis hat uns allerdings klar gemacht, warum Finnen Plasteband bevorzugen…)

Wenn dann jemand als Hochzeitsauto einen Oldtimer mietet und der mit einer riesigen Plasteschleife auf der Kühlerhaube geschmückt ist, dann ist das ein sehr affiger ungewöhnlicher Anblick. So ungewöhnlich, dass ich kaum meinen Blick davon abwenden konnte, als er uns vorletzten Sonnabend in Naantali entgegenkam. Zum Glück habe ich doch noch rechtzeitig meinen Blick aufs Nummernschild gelenkt – es war nämlich eine 30!

(Als wir am Samstag darauf wieder nach Rymättylä fuhren um Mias Geburtstag zu feiern, kam uns kurz vorm Ziel noch ein Oldtimer mit der 30 entgegen. Und auf dem Heimweg überholte uns ein Pickup mit der 30. Jetzt wäre es langsam an der Zeit für die 31…!)

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Drei

Gross, so gross ist der kleine Kerl! Und schaut mit noch grösseren Augen in die Welt. Immerzu. Schlafen tagsüber ist out. Aber müde ist er leider trotzdem… *seufz*

Seit gestern geht das Mäusekleinkind wieder bis nach dem Mittagsschlaf in den Kindergarten, und ich habe angefangen, meine Spaziergänge wieder aufzunehmen. Seit es im Tuch oder in der Trage nur noch Gebrüll gibt, weil er offensichtlich denkt, sobald er da reingesetzt wird, muss er schlafen, habe ich beschlossen, dass wir ihm da irgendwie etwas Falsches vermitteln. Also, geschlafen wird ab sofort im Wagen. Irgendwann dann draussen im stehenden Wagen. Und irgendwann dann im Bett. Das wird schon. Die grosse Schwester hat das auch gelernt. (Frage aber bitte keiner, wie alt sie da war…)
Getragen wird, wenn das Einschlafen gar nicht anders geht. Und vor allem, wenn wir unterwegs sein wollen, wenn das Mäusebaby wach ist. Damit es besser sehen kann. Wache Kinder, die gern rumgucken wollen, müssen nicht im Kinderwagen liegen!

Am liebsten ist er unter Leuten. Wenn wir irgendwo zu Besuch sind, dann kann er auch mal stundenlang vergessen, dass er müde ist.

Und die Nächte sind dank des Nicht-Schlafens tagsüber richtig lang geworden. Zwar möchte er gern noch ein bis drei Mal nachts gefüttert werden, aber um fünf musste ich *aufholzklopf* schon lange nicht mehr aufstehen.

Und wenn er mich früh mit dem breitesten Lächeln der Welt anguckt und gluckst, dann bin ich auch bereit für einen weiteren Tag, an dem ich dem protestierenden kleinen Wesen beibringen muss, dass ab und zu ein bisschen Schlaf auch sein muss.


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Bei der Präsidentin im Garten

Was wir schon seit Jahren tun wollten, haben wir nun im Urlaub endlich geschafft: den Garten von Kultaranta, dem Sommersitz der finnischen Präsidenten, anzugucken. Kultaranta ist nicht so etwas wie ein überdimensioniertes Sommerhaus für die finnischen Präsidenten, sondern Finnland wird von Mitte Juni bis Mitte August von Naantali statt von Helsinki aus regiert.

Kultaranta wurde 1914 von einem reichen Geschäftsmann in Auftrag gegeben, der es als Sommersitz nutzen und seine Kunstsammlung dort unterbringen wollte. Mit der Planung von Haus und Garten wurden ein damals berühmter Architekt und ein berühmter Gartenarchitekt beauftragt. Das Haus entspricht dem Geschmack der Zeit, und der Garten, naja, der ist ein bisschen… nüchtern. Aber in Finnland ist es wohl auch nicht gerade einfach, einen Garten anzulegen…

Was uns erst hinterher gesagt wurde, weil natürlich alle ein bisschen verdienen wollen: man kann jeden Freitag, das ganze Jahr, von 18:00-20:00 Uhr den Garten angucken – ohne Führung und ohne Eintritt. Dann darf man auch mal der Präsidentin ins Fenster gucken. ;-)

(Tarja Halonen hat übrigens ausser der offiziellen Präsidentenseite eine allerliebste Seite für Kinder.)


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Herbsturlaub

Pünktlich am 1. August tauchten die ersten gelben Birken auf. Am 2. August wurde es kalt. Am 3. August stürmisch. (Manchmal vermisse ich es – aber letzte Woche, da war ich einfach nur froh, dass ich mir im Moment keine Gedanken mehr machen muss, wie ich bei solchem Sturm zu den Mäusen auf die Inseln und wieder zurück komme.) Am 4. August regnete es zum ersten Mal seit Wochen auch tagsüber.

Was als Sommerurlaub geplant war, wurde zum Herbsturlaub.

Aber was macht das schon, wenn man ein Mökki mit Kamin und holzbeheizter Sauna hat, und mit Ausblick auf das Meer, Schwedenfähren, Frachtschiffe und Segelboote ohne einen Fuss vor die Tür setzen zu müssen. Wenn man ein Mäusekleinkind hat, dem Spazierengehen bei Sturm und Wolken genausoviel Spass macht wie bei Sonne. Wenn es egal ist, dass man für das Mäusebaby nicht genügend dicke Sachen eingepackt hat, weil es das Mäusebaby an Mamas Bauch sowieso immer kuschlig warm hat. Wenn man jeden Tag einen Mittagsschlaf machen kann, weil sich Papa mit dem einen Kind hinlegt und Mama mit dem anderen. Wenn es wenigstens einen sonnigen und windstillen Tag gibt, um über das Meer zu rudern und anschliessend mit Freunden zu grillen.

Weit gefahren sind wir nicht. Aber wozu auch, wenn man das schönste Archipelago der Welt sozusagen vor der Haustür hat. Schön war’s!