Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

“1. Geburtstag“

3 Kommentare

Was, einen Monat erst ist das Mäusebaby bei uns? Das ist doch JAHRZEHNTE her, dass ich mit dickem Bauch herumgelaufen bin…!

Die Umstellung von einem auf zwei Kinder war überraschend einfach und mit sehr viel weniger Unsicherheit, Verzweiflung und Chaos verbunden als die von keinem auf ein Kind. Das erste Kind ist eben doch ein „harjoituskappale“, ein „Übungsexemplar“, wie man hier so schön zu sagen pflegt. (Armes Mäusekleinkind! Aber dafür hat sie auch zwei Jahre lang Mamas und Papas Aufmerksamkeit ungeteilt geniessen dürfen.)

Diesmal hat alles ein wenig wie aus dem Lehrbuch funktioniert – von der Geburt über das Stillen, das diesmal von Anfang an fantastisch funktioniert hat, bis hin zu weniger erfreulichen Dingen wie Nachwehen, schmerzhaftem Milcheinschuss und Babyblues – was ich vom Mäusekleinkind alles so gar nicht kannte. Den Babyblues habe ich mir übrigens einfach weggeheult. Ausser der üblichen Heulerei ohne jeglichen Anlass hat mich am meisten traurig gemacht, dass ich so gar keine Zeit mehr fürs Mäusekleinkind hatte und der Ähämann und das Mäusekleinkind immer allein losgezogen sind. Als der Ähämann eines Abends, kurz nachdem das Mäusebaby und ich aus dem Krankenhaus heimgekommen waren, mit dem Mäusekleinkind, dem man damit die allergrösste Freude machen kann, in der Schwimmhalle war und ich mich zu einer weiteren Runde Endlosstillen niederliess, fiel mein Blick aufs DVD-Regal, und ich dachte, ach, das dauert jetzt ja sowieso wieder ewig, guck’ ich mir doch einfach mal wieder Kolya an. Und dann habe ich den ganzen Film über vor Rührung geheult. Und danach war’s vorbei mit dem Babyblues. :-)

Ich habe trotzdem eigentlich ständig ein schlechtes Gewissen, weil ich für keins der Mäusekinder richtig Zeit habe. Das Mäusekleinkind hat mich immerhin immer dann ganz für sich allein, wenn das Mäusebaby schläft, aber das Mäusebaby hat mich eigentlich keine Minute für sich allein. *seufz* (Manchmal freue ich mich sehr auf August, wenn das Mäusekleinkind wieder in den Kindergarten gehen wird. Obwohl ich es dann bestimmt ganz schrecklich vermissen werde.)

Mittlerweile haben wir sogar sowas wie Alltag und, ähem, Routine. Unglaublich, wie müde so ein Neugeborenes ist. (Lieber würde ich sagen, unglaublich, wieviel so ein Neugeborenes schläft. Aber das trifft es nicht so ganz.) Das Mäusebaby wacht auf, wird gestillt, bekommt die Windeln gewechselt, wird, wenn es möchte, noch ein bisschen gestillt – und gähnt schon wieder. Nach einer halben Stunde! Früher, bevor ich Kinder hatte, dachte ich immer, Babys weinen, weil sie Hunger haben, Bauchweh haben, eine volle Windel haben, einsam sind… und dass Babys einfach einschlafen, wenn sie müde sind. Jetzt weiss ich es leider besser. Wir haben inzwischen das zweite Kind, das fürchterlich weint, wenn es müde wird. Stillen? Gebrüll. Tragen? Gebrüll. Schaukeln? Gebrüll. Singen? Gebrüll. Erzählen? Gebrüll. Hinlegen? Gebrüll. Eine Menge Gebrüll gibt es bei uns also. Bestimmt sehr zum Entsetzen von Leuten, die ihr Baby „nie schreien lassen“. Aber uns bleibt ja nichts übrig. Und zum Glück weiss ich es inzwischen besser und versuche gar nichts anderes mehr als das Kind sofort zum Schlafen zu bringen. Unter Gebrüll, leider. Aber vielleicht lernt es das Mäusebaby ja ein bisschen schneller als das Mäusekleinkind seinerzeit. (Da brauchte ich für die Erkenntnis, dass es weint, weil es müde ist – erschwert noch durch die Stillprobleme – fast zwei Monate.)

Zum Ausgleich für die ganze Brüllerei des letzten Monats hat mich das Mäusebaby gestern Abend zum ersten Mal angelächelt, hach. :-)))

Ach, kleiner Mäusemann, nun bist du schon gar kein Neugeborenes mehr… Und ich weiss, du hast es ein bisschen schwer bei uns, aber wir haben dich alle ganz dolle lieb!

3 Kommentare zu ““1. Geburtstag“

  1. Die Zeit verfliegt so schnell.
    Wie schön, dass du relativ entspannt sein kannst und die „Übung“ mit dem ersten Mäusekind dem zweiten zu Gute kommt.

    Ich war damals so verzweifelt, weil meine Maus immer nur schrie und ich gar nicht mehr wusste warum. Rückblickend, nach fast drei Jahren kennenlernen, würde ich sagen sie war auch einfach nur müde und konnte nicht schlafen (ich sowieso). Das hätte mir damals mal jemand sagen sollen.

  2. Ja, alle reden immer nur von Blähungen und Koliken und Zum-Osteopathen-Gehen und Wachstumsschüben, aber dass es Kinder gibt, die vor lauter Müdigkeit weinen, das sagt einem keiner…!

    Immerhin wissen wir jetzt, dass aus denen später die tollsten aufgeweckten ;-) Kinder der Welt werden, nicht wahr? :-)

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