Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Heute ist so ein Tag, an dem ich froh bin, im Moment kein kleines Baby zu haben, das nur draussen im Wagen schlafen kann. Kaum scheint nämlich nach Tagen mal wieder ein klitzekleines bisschen die Sonne, geht draussen das Getöse los: den Winter vertreiben.

Rund um unser Haus sind seit dem frühen Morgen Kehrmaschine und Laubpuster im Einsatz, um den Splitt – der angeblich gereinigt und im nächsten Winter wieder zum Einsatz kommen wird – auf den Fusswegen zu entfernen. Das Mäusekleinkind hörte schon im Bett nach dem Aufstehen den ”Bagger!” und wollte ihn sofort angucken gehen, wurde aber auf nach Frühstück-Zähneputzen-Anziehen vertröstet. Als sie allerdings, nachdem wir die Jalousien geöffnet hatten, vor dem Schlafzimmerfenster sich etwas bewegen sah, gab es fast kein Halten mehr: ”Siehsdeda?!”, hüpfte das Mäusekleinkind aufgeregt herum und befahl gleichzeitig: ”Mama hochneh’m! Fenster aufmach’!”

Als wir endlich gestiefelt, gespornt und abmarschbereit in den Kindergarten vor die Tür traten, um nun endlich, endlich den Bagger aus nächster Nähe anzugucken – machten die Krawallsäcke Frühstückspause…!!! Weit und breit keine Kehrmaschine, kein Bagger, kein Traktor, kein Laubpuster!
Also das mit der Kinderfreundlichkeit müssen die wohl noch üben! ;-)

(Und am Sonntag soll’s wieder schneien… *seufz*)


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Seltsame Gebräuche

Für alle, die sich gewundert haben, dass meine Verteidigung ”so feierlich” war und Opponent und Kustos so fein angezogen – das ist hier so, und es gibt ein ganzes Regelwerk dafür, wie z.B. so eine Verteidigung abzulaufen hat und wie die Beteiligten gekleidet zu sein haben. Für die (meist) am Abend danach stattfindende karonkka, die Doktorparty, die offiziell nicht etwa für den Doktoranden frischen Doktor stattfindet, sondern ”zu Ehren des Opponenten”, gibt es ein ähnliches Regelwerk mit Sitzordnung, Kleiderordnung und wer wann wie eine Rede zu halten hat.

Lustig sind aber eher die – wortwörtlich – ungeschriebenen Regeln.

Dass zum Beispiel Punkt 12 vor der Verteidigung (die immer 12:15 Uhr anfängt) Doktorand, Opponent und Kustos ein Glas Kognak zusammen trinken. Nachdem Erkki mich allen Ernstes gefragt hatte, ob ich ein Glas möchte und ich mit Hinweis auf meinen Reproduktionsstatus ;-) leider ablehnen musste, war er zunächst ein wenig verwirrt. Als ich ihm vorschlug, ich könne ja aus dem dritten Glas Wasser trinken, war er nur noch mehr verwirrt. (Auf solche Ideen können ja auch nur Nicht-Finnen kommen…!) Als ich ihm vorschlug, meinen Kognak könne gern auch jemand anders für mich trinken, war er sichtlich erleichtert. Den Kognak bekam dann der ”gesprächige Toni”, der sich sehr darüber freute, dann aber auch prompt während der Verteidigung einschlief. (Übelnehmen kann man es ihm eigentlich nicht, 2 ½ Stunden können für das Publikum doch ganz schön lang werden – und dabei war das noch eher ”kurz”!)

Oder dass der Doktorand, nachdem der Opponent alle seine Fragen gestellt und sein mündliches Statement abgegeben hat, das Publikum fragen muss, ob es auch noch eine Frage hat – aber bitte um Himmelswillen niemand eine Frage stellen darf! (Sollte jemand aus dem Publikum aus Unwissenheit oder Ignoranz tatsächlich den Faux pas begehen, sich zu Wort zu melden, dann gibt es eine Reihe von Folgeregeln: dass derjenige dann auch zur karonkka eingeladen werden, die Einladung aber bitte höflich ablehnen muss.)

Der Kustos ist übrigens nur dazu da, eventuellen Handgreiflichkeiten ;-) zwischen Doktorand und Opponent vorzubeugen, weswegen er die ganze Zeit da vorne in der Mitte sitzen muss, ohne eigentlich etwas zu tun zu haben (und einschlafen darf er bitte auch nicht!), und den Beginn und das Ende der Verteidigung zu verkünden.

So ist das hier.
Aber ich find’s schön, dass vier Jahre (oder wieviel auch immer) Arbeit nicht einfach so mit einer halben Stunde Befragung durch ein schlecht vorbereitetes und schlecht gekleidetes Prüfungskomitee und, wenn man Glück hat, mit einer anschliessenden Grillparty auf dem Institutshof, ihren Abschluss finden.


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Countdown

Jetzt, wo nun auch das dritte Baby auf der Welt ist und ich auf einmal nicht mehr die letzte von uns vier werdenden Müttern bin, sondern die nächste, fühlt sich das doch alles sehr nah an.

Aber fünf Wochen haben wir noch, ja, Mäusekind?! Mama, Papa und deine grosse Schwester (die schon allen dein Bettchen und deinen Wagen zeigt: ”Da kommt Baby rein!”) freuen sich auf dich, aber Mama trägt dich auch gern noch ein bisschen im Bauch herum. :-)


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Frühling!

Die Sonne scheint, die Krokusse blühen, die Möwen schreien, und Mama macht dem Mäusekleinkind (und sich!) eine Freude und steigt hochschwanger nach einem halben Jahr endlich wieder aufs Fahrrad.

Geht prima! :-)

Der Bauch ist ein bisschen im Weg (ich fahre ja zu allem Überfluss auch noch ein Herrenrad), fühlt sich aber viel weniger gequetscht an als in der Frühschwangerschaft, als ich eben deswegen das Radfahren ganz schnell aufgab. Und anders als beim Laufen bekomme ich weder Rückenschmerzen noch einen ständig Wehen übenden, ziehenden Bauch, wenn ich mich schneller als mit Schneckentempo voranbewege.

Hach, ist das toll! Hoffentlich bleibt das Wetter so schön!