Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Sport treiben auf Finnisch

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Gestern war ich mit Anja in der Schwimmhalle. Nicht in der kleinen bei der Uni, sondern in Impivaara. Da, wo wir immer zum Babyschwimmen hingehen. Nur geht es dort Samstagfrüh regelrecht ruhig zu, auch wenn da ausser den Babys und ihren Eltern und manchmal Geschwistern auch immer irgendwelche Jugendlichen oder Erwachsenen da sind, die im grossen Schwimmbecken trainieren. Aber gestern ging’s da zu wie im Bienenstock!

Im Kinderbecken planschten in der einen Hälfte Kinder mit ihren Eltern, in der anderen Hälfte fand ein Kinderschwimmkurs statt. Im Sprungbecken und auf den entsprechenden Sprungbrettern und Türmen herrschte reger Betrieb, bis im Sprungbecken ein Wassergymnastik-Kurs anfing. Im grossen Schwimmbecken waren Bahnen abgeteilt: die erste zum Planschen, die nächsten drei zum ernsthaften Schwimmen – jeweils für langsame, mittlere und schnelle Schwimmer (wir fanden uns auf der mittleren Bahn ganz gut eingeordnet *grins*) – die restlichen vier für mindestens zwei verschiedene Trainingsgruppen. Oben auf der Tribüne wärmte sich eine Trainingsgruppe auf, daneben strampelten jede Menge Leute auf verschiedenen Fitnessgeräten, unten wurde eine Kindergruppe im Gänsemarsch zu den Duschen geführt.

Dass man trotzdem nicht das Gefühl hatte, in einem total überfüllten Schwimmbad zu sein, lag vermutlich daran, dass die Schwimmhalle wirklich riesig ist (nicht nur die eigentliche Schwimmhalle – es gibt auch bestimmt 200 Spinde und 40 Duschen und zwei grosse Saunen), auch daran, dass die Finnen ja generell eher ruhig sind und sich somit der Lärmpegel in Grenzen hielt, und vor allem an dem genialen System mit den abgeteilten Schwimmbahnen. Bisher habe ich das ja immer ein bisschen belächelt – müssen die Finnen eigentlich jeglichen Sport so furchtbar ernst nehmen?! – aber es funktioniert wirklich prima.

Das Mäusekleinkind hat sich mittlerweile auch zu einer richtigen Wasserratte entwickelt. Grössten Spass hat sie neuerdings dabei, von der Rutsche oder so einem an den Beckenrand gehängten Sitz ins Wasser zu springen. Die Kreisspiele findet sie eher langweilig und nur erträglich, wenn sie während der Singerei einen Ball oder ein anderes Wasserspielzeug untersuchen darf. Aber sobald sie das erste Mal springen durfte, ist klar, womit der Rest der halben Stunde Babyschwimmen verbracht zu werden hat.

(Darf ich auch nochmal eben betonen, wie toll ich das System finde, nachdem hier Babyschwimmen angeboten wird? Man macht nämlich keinen Babyschwimmkurs, sondern man fängt irgendwann – vorzugsweise wenn das Baby zwischen fünf und zehn Monaten alt ist – damit an, und wenn es dem Kind und den Eltern Spass macht, dann kann man das einfach fortsetzen, bis das Kind vier ist und anfangen kann, richtig schwimmen zu lernen. Die Schwimmkurse finden Samstag- oder Sonntagfrüh statt, die kleinsten Babys zuerst, damit sie das sauberste Wasser haben – das wird nämlich an Babyschwimmtagen täglich gewechselt – die jeweils grösseren dann später. Am Anfang war es schon hart, samstagfrüh um acht in der Schwimmhalle antanzen zu müssen – aber irgendwie war das sowieso des Mäusemädchens Rhythmus damals, und mittlerweile brauchen wir erst um neun dazusein. Am Wochenende deshalb, damit die ganze Familie teilnehmen kann, auch der ja meist arbeitende Vater, und auch, damit es weiterhin möglich ist, auch wenn die Mütter wieder arbeiten und die Kinder in den Kindergarten oder zur Tagesmutter gehen. Schön finde ich auch, dass man nicht für einen ganzen Kurs bezahlt, sondern für jeden einzelnen Besuch. Letztes Frühjahr hab’ ich mich schon richtig geschämt, als ich Woche für Woche anrufen musste: ”Entschuldigung, wir können heute wieder nicht kommen, Mäusekleinkind ist immer noch / schon wieder krank.” Aber wenn man bescheid sagt, verliert man auch seinen Platz nicht, und man muss eben auch nicht bezahlen, wenn man nicht kommt. Übrigens habe ich gestern rausgefunden, dass man trotz des Extrawasserwechselns und der Menge Spielzeug und zwei Schwimm”lehrern” für das Babyschwimmen genau kein bisschen mehr bezahlt als für eine ganz normale Familienkarte in der Schwimmhalle. Nur, weil letztens jemand meinte, unter den Bedingungen müsse unser Babyschwimmkurs (der er ja nicht ist *grins*) ja furchtbar teuer sein…)

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