Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Kein Baby mehr

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„Liebes Mäusemädchen,

es ist das Banalste, was man sagen kann, aber ich kann nicht anders: wie die Zeit vergeht!

Nun bist du schon ein Jahr alt!

Ich weiss noch genau, wie das war vor einem Jahr, als ich meinen täglich dicker werdenden Bauch durch den Winter schleppte, vorsichtig die verschneite Unitreppe hoch und wieder runter, am Wochenende in der Sonne über den vereisten Fluss. Trotz aller Vorsicht bin ich ein Mal doch hingefallen, neben dem Briefkasten einfach auf die Knie gekippt. Erinnerst du dich? Erst fiel ich hin, und dann, nur Sekundenbruchteile später zwar, aber doch spürbar später eben, gab es ein dumpfes Plonk in meinem Bauch. Aber du warst ja gut gepolstert, und mein Schreck war bestimmt grösser als deiner.

Und dann kam dein Geburtstag. Mit Schneeschauern und Sonnenschein und kräftigem Sturm. Und jeder Menge Babys, die auch den Sonntag, den 19. März, für ein gutes Geburtsdatum hielten. Dein Weg auf die Welt war einfach und viel weniger schlimm als erwartet, und hat gar nicht lange gedauert. 20:25 Uhr konnten wir dich in die Arme schliessen und wussten endlich, unser Mäusekind ist ein Mäusemädchen.

Und seitdem ist nichts mehr, wie es war. ;-)

Ich wusste, ich würde dich ganz furchtbar süss finden. Du WARST ganz furchtbar süss mit deinen winzigen Fingerchen und den herzförmigen Nasenlöchern und den Grimassen, die du schon als Neugeborenes geschnitten hast! Aber womit ich nicht gerechnet habe, ist, dass wir dich jeden Tag süsser finden würden. Dass ein Lächeln mit kleinen Zähnchen im Mund noch viel süsser ist als ein zahnloses Lächeln.

Ich hatte mich auf schlaflose Nächte eingestellt. (Umsonst. Natürlich hast du nicht sofort durchgeschlafen, aber ziemlich schnell.) Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Tage mit dir so anstrengend werden würden, weil du von Anfang an Anteil an deiner Umwelt nehmen wolltest und nur ja nicht die Augen zumachen wolltest. Und wenn du noch so müde bist – du könntest ja etwas verpassen!
(Du wirst es nicht hören wollen, aber glaub’ mir, so in zwanzig Jahren etwa wirst du froh sein, wenn du einen Mittagsschlaf machen kannst! ;-) )

Ich wusste, ich würde mein Herz an dich verlieren. Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass ich dich jeden Tag sooo viel mehr lieben würde.

Und auch wenn es ganz furchtbar abgedroschen klingt: ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen!

Aus dem winzigen, hilflosen Neugeborenen ist ein selbstbewusstes Kleinkind geworden.

Du kannst sitzen. Aus dem Kinderwagen heraus beobachtest du, was um dich herum vorgeht. Du sitzt auf dem Teppich und schlägst deine Bauklötzchen gegeneinander. Das ging im Liegen nicht so gut. Du fährst dein Auto hin und her. Das ging im Liegen auch nicht. Du kannst sogar schon auf der Babyschaukel sitzen. Dabei beobachtest du die anderen Kinder auf dem Spielplatz und die Möwen, die am Himmel fliegen, und wenn ich dich anstupse, dann fängst du an zu lachen, je höher du schaukelst, desto mehr. Ich freue mich schon drauf, mit dir im Sand zu buddeln und in Pfützen zu matschen und dich das erste Mal auf die Rutsche zu setzen!

Nichts ist mehr vor dir sicher. Wo du hinwillst, da kommst du auch hin. Auf dem Bauch bewegst du dich nur noch selten fort. Du kannst ja jetzt krabbeln! Noch bist du sehr vorsichtig dabei und ein wenig langsam, aber ein paar Tage Üben noch, und du wirst flink wie ein Wiesel sein. Du versuchst ausdauernd, dich an deinem Laufgitter oder an unseren Regalen hochzuziehen. Vorerst kommst du nur bis auf deine Knie, aber welch eine Aussicht bietet sich dir, die du bis vor kurzem nur in Bauchlage den Kopf heben konntest! Und es dauert bestimmt nicht mehr lange, bis du dich auf deine Füsse stellen kannst. Und bis du losläufst.

Du verlangst lautstark dein Essen, wenn du Hunger hast. Du zeigst auf deinen Milchbecher, wenn du zwischendurch trinken möchtest. Du drehst demonstrativ deinen Kopf weg und wehrst mit den Händen ab, wenn du satt bist und ich dir trotzdem noch ein Löffelchen Brei oder ein Stück Brot in den Mund schieben will. Ist ja gut, du musst ja nicht! (Obwohl, ein ganz kleines bisschen mehr könntest du ruhig essen. Mit deinen 7,5 kg auf 75 cm machst du nicht nur uns, sondern auch deiner neuvolatäti ein bisschen Sorgen.)

Wir verstehen dich ganz gut, auch wenn du noch nicht sprichst. Das heisst, eigentlich sprichst du ja. Viel zu erzählen hast du, oh ja! Nur verstehen wir dich nicht, weil du noch deine eigene Sprache sprichst. Aber auch die wird deutlicher: wenn du Essen bekommst, sagst du „mamamam“, wenn wir dir hinterher die Hände und das Gesicht waschen, sagst du „wawawa“. Wasser, genau! :-) Und im Bilderbuch zeigst du mir alles Mögliche.

Es macht so viel Spass, dir beim Entdecken der Welt zu helfen. Ich hoffe, du hast viel Spass als Kleinkind. Ich freue mich auf deine ersten Schritte. Auf deinen ersten Ausflug mit uns auf dem Fahrrad. Auf deinen ersten Saunagang. Auf all die Abenteuer, die wir gemeinsam erleben werden.

Alles Gute zum Geburtstag, süsse Maus! Ich hab’ dich sooo lieb!

Deine Mama“

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