Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Schon ein Dreivierteljahr!

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Das Mäusebabymädchen ist 9 Monate alt!

Unser Mäusemächen ist so gross geworden!

Seit drei Wochen ist nichts mehr vor ihr sicher. Nein, krabbeln kann sie noch nicht, aber sie zieht sich mit Hilfe ihrer Unterarme wie ein kleines flinkes Würmchen durch die Gegend. Anfangs nur ein paar Zentimeter, um ein Spielzeug zu erreichen. Wenn es zu weit weg lag, hat sie protestiert und lautstark eingefordert, dass es ihr jemand reichen möge. Aber eines Tages hatte Mama nur kurz den Rücken gekehrt, und als sie wieder kam, war das Kind verschwunden.

So geht das nun jeden Tag. Was das Kind interessant findet – das Lampenkabel, den Zeitungsständer, das Telefonbuch, den Wäscheständer – wird zielstrebig angerobbt und inspiziert. Spielzeug? Ist für Babys! Einzig und allein die Hohlwürfel sind immer wieder und für lange Zeit interessant. Mittlerweile hat sie das Hohlwürfel-Ausräumen perfektioniert, reicht mir auf Aufforderung manchmal sogar ein Würfelchen zu, und sogar ein falschrum feststeckendes Würfelchen bekommt sie mit ihren kleinen Fingerchen rausgepopelt.

Sie weint nur noch selten. Seit wir einen ganz regelmässigen Wach-Schlaf-Rhythmus eingeführt haben, klappt es auch mit dem Schlafen tagsüber von Tag zu Tag besser. Ich bin so stolz auf die! :-)

Und sie nimmt so viel Anteil an ihrer Umwelt, und es kommt so viel von ihr zurück! Sie plappert den ganzen Tag vor sich hin. Wenn sie mir etwas zeigen will, streckt sie den Arm aus und sagt mit Nachdruck ”Taata!”. Wenn ich ihr etwas zeige, dreht sie den Kopf dahin und sucht. Wenn sie es entdeckt hat und genaus toll findet wie ich, lacht sie mich an.

Sie bekommt einen Lachanfall nach dem anderen. Wenn Mama sich die Nase putzt. Wenn Mama ihr die Windel abnimmt. Wenn Mama ihre Grimassen nachmacht. Wenn Mama die gefrorenen Autoscheiben abkratzt. Wenn sich Mama versteckt. Wenn sie beim Baden so viel strampelt, dass die Sauna und Papa ganz und gar nass sind.

Manche Sachen machen ihr auf einmal Angst. Die grossen Busräder. Der Tunnel auf der Skiloipe, durch den wir oft laufen. Die Nachbarin, die wir lange nicht gesehen haben. Es ist bestimmt schwer, so klein zu sein, und die Welt noch so gar nicht zu verstehen… :-(

Trotzdem hält sie nichts davon ab, mit jedem zu flirten, der sie anlächelt oder sie nur aufmerksam ansieht. Wenn wir Bus fahren, bin ich eigentlich ganz und gar abgemeldet. (Oh, und ich bin so froh darüber, wie hier mit Kindern umgegangen wird. So respektvoll, schon den kleinsten Babys gegenüber. Noch nie, nie, nie hat irgendjemand das Mäusebabymädchen einfach angefasst. Aber ganz oft reden wildfremde Leute ganz ernsthaft mit ihr. Und sie hört ganz ernsthaft zu. Schon immer.)

Sie ist immer noch eine zahnlose Emma. Was sie nicht davon abhält, auch Brei zu verweigern und auf ”ordentlicher” Nahrung zu bestehen. Ihren puuro isst sie brav, auch den Nachmittags-Früchtebrei, aber mittags… Zwischendurch hatten wir den Eindruck, sie mag keinen Brei, in dem Fleisch enthalten ist. Manchmal nimmt sie aber auch den bisher so geliebten Möhren-Mais-Kartoffel-Brei nicht mehr. Und am Fleisch kann es auch nicht liegen: letztens waren wir gemeinsam beim Ähämann in der Kantine essen, es gab Broiler, und ich dachte, ich kann ihr ja mal spasseshalber ein kleines Stückchen davon anbieten. Und wer konnte nicht genug davon bekommen? Unser Mäusemädchen mit dem Mäusemagen! Seitdem essen Mutter und Tochter öfter mal das gleiche zum Mittag – diese Minimakkaroni oder Mischgemüse zum Beispiel. Was tut man nicht alles…
Das Mäusebabymädchen wird auch noch gestillt. Früh, nachdem sie das erste Mal aufgewacht ist und mit in Mamas Bett kommen darf, und tagsüber dann immer vorm Schlafengehen, weil sie sich so schön entspannt dabei und ihr das Einschlafen leichter fällt. Allerdings ist ihr Interesse daran nicht mehr sehr gross. Nach einigen Schlucken geht sie lieber dazu über, mit dem Finger zu untersuchen, wo die Milch eigentlich herkommt. Mama und Papa sind sowieso das Allerinteressanteste was es gibt. Auf Papas Nase, Augen, Mund stürzt sie sich mit regelrechten Kampfrufen. Mama hat ihr das bei sich untersagt. (Mit mässigem Erfolg, aber immerhin.) Zum Glück zwickt sie nicht mehr immer nur, wenn sie irgendwas anfassen will, sondern zeigt bevorzugt mit dem Zeigefinger drauf. ”Taata!” ”Ja, Mama hat da einen Leberfleck.” ”Taata!” ”Ja, noch ein Leberfleck.” … Neulich, als ich neben ihr auf dem Fussboden lag, hat sie meinen Bauchnabel entdeckt und eingehend untersucht. Neuerdings robbt sie, wenn ich da liege, zielstrebig auf mich zu, hebt den Pullover hoch und guckt nach, ob er auch noch da ist.

Ich bin so froh, dass sie doch noch nicht gleich nach Weihnachten in den Kindergarten gehen wird. Wo wir jeden Tag so viel Spass miteinander haben!

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