Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Der Nikolaus war da!

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Dem Mäusemädchen hat er ein Auto gebracht (das es aber vorerst lieber benagt als herumschiebt), dem Ähämann ein Schokoladenrentier und einen neuen Reflektor zum An-die-Jacke-machen (im Winter ohne Reflektoren an der Jacke, am Rucksack, neuerdings auch am Kinderwagen, unterwegs zu sein kommt mir nach drei Jahren in Finnland vor wie Autofahren ohne Gurt, oder Radfahren ohne Helm), und mir die neue Winter-Muumintasse.

Und weil ja am Nikolaustag auch Unabhängigkeitstag ist und der Ähämann frei hatte, sind wir noch einmal in diesem Jahr nach Mathildedal gefahren. Des Ähämanns Arbeitskollegin hat dort ein letztes Mal dieses Jahr ihr Café geöffnet, es gab Kaffee, glögi und Weihnachtskuchen, und ein kleiner Weihnachtsverkauf (selbstgestrickte Socken und sowas) fand auch statt.

Drinnen war’s fein, draussen ungemütlich kalt und stürmisch und irgendwie trostlos, verglichen mit den sonnigen Nachmittagen, die wir, auf die glitzernde Meeresbucht schauend, diesen Sommer dort verbracht haben. Gestern war alles grau: der Wald, das Meer, das bis zum nächsten Sommer verlassene Restaurantboot, die ehemaligen Speicher am Hafen. Hätte Schnee gelegen, wär’s schön gewesen – die Welt unter einer Watteschicht, das Meer schwarz, Kerzenschein aus den Fenstern der Speichergebäude – hat aber nicht. In Salo wurden gestern rekordhafte 10,8 Grad gemessen.

Früher, wenn das Wetter an den Adventswochenenden meiner Kindheit so gar nicht adventlich war, habe ich nach den Ausflügen in den eher frühlingshaften Wald sehnsüchtig die Dunkelheit erwartet. Dann hat man nicht mehr so sehr gesehen, dass kein Schnee liegt. Dann konnte man auf der Heimfahrt durch die Erzgebirgsdörfer Schwibbögen zählen in den Fenstern, sich über beleuchtete Bäumchen in den Gärten freuen, an den grossen Pyramiden mit ihren elektrischen Kerzen, so gross wie ich damals, in deren Schein leise brummend die geschnitzten oder gedrechselten Figuren ihre Kreise zogen, anhalten, und manchmal war es dann ganz egal, dass gar kein Schnee lag. Advent war doch, ganz deutlich.

Hier hab’ ich lieber – wie das Mäusemädchen – die Augen bis nach Hause zugemacht.

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