Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Wir haben die Draussen-Saison eröffnet!

Man kann jetzt draussen picknicken, und draussen stillen, und draussen kaffeetrinken, und draussen Windeln wechseln, und draussen liegen, und draussen sitzen, und draussen eisessen, und draussen rumgucken, und draussen einen Sonnenbrand bekommen…

… und deswegen waren wir das ganze Wochenende draussen: am Sonnabend in der Stadt und am Fluss, und gestern den ganzen Tag auf Ruissalo. Dem Turkuer Nahverkehr sei besonderer Dank: so mussten wir nicht zu einem Parkplatz zurück, und ausserdem gibt es nichts Schlimmeres, als ein gerade eingeschlafenes Mäusekind aus dem Wagen in die Autoschale oder umgekehrt befördern zu müssen.


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Kleines eigenwilliges Persönchen

„Ich bin schon 11 Wochen alt! Ihr braucht gar nicht zu denken, dass ich den ganzen Tag nur schlafe und esse wie ein Neugeborenes! Ich schlafe nachts, aber tagsüber gibt es so viel zu gucken. Mama legt mich, wenn ich zu viel gähne, immer in den Kinderwagen und fährt mit mir spazieren. Darüber schlafe ich manchmal ein, obwohl ich das doch gar nicht will. Ich verpasse dabei immer so viel. Oft schaffe ich es, nach einer halben Stunde wieder aufzuwachen. Mama meint dann, ich solle wieder einschlafen, und eine halbe Stunde Schlaf reiche nicht. Aber dann brülle ich tüchtig. Mit einem Nuckel braucht sie mir dann auch nicht zu kommen. Bäh, dieses Ding schmeckt doch nicht! Das ist genau wie mit dem Milchfläschchen. Ich habe die ersten drei Wochen meines Lebens immer ein bisschen Hunger gehabt, weil Mama nicht genug Milch für mich hatte. Als dann meine neuvolatäti entschieden hat, dass ich zusätzlich zur Brust hinterher immer noch ein Milchfläschchen bekommen soll, war ich ganz froh. Ich bin dann wenigstens mal richtig satt geworden. Aber nach ein paar Wochen hat mir eigentlich wieder gereicht, was Mama für mich hatte. Aber Mama hat immer noch versucht, mir die Milchflasche anzubieten. Igitt, dabei mag ich die doch gar nicht! Und an Mamas Brust ist es auch viel schöner! Mittlerweile haben Mama und ich einen Deal – sie lässt mich tagsüber mit der Flasche in Ruhe, dafür nehme ich sie abends fast ganz freiwillig. Ich wache dann auch erst nach sieben Stunden wieder auf. Mama sagt zwar, ich soll bitte endlich bis um sechs durchschlafen, und nicht um fünf zu essen verlangen, mich danach für eine halbe Stunde zurück ins Bettchen legen lassen und dann pünktlich um sechs wieder wach sein, aber ich bin doch noch so klein! Neuerdings nimmt mich Mama um fünf gleich mit zu sich und Papa ins Bett, da kann ich ein bisschen trinken, kuscheln und manchmal sogar selbst noch ein bisschen schlafen, während Mama noch ein bisschen ausschläft. Wenn mir das aber zu lange dauert, dann wecke ich sie! Tagsüber gucke ich am liebsten rum. Mit Spielzeug kann ich noch nicht so viel anfangen, weil ich noch nicht so richtig zugreifen kann, aber ich gucke gern Bilderbücher an und was Mama und Papa in den Regalen haben. Am besten gefallen mir Papas Whiskyflaschen, die glänzen so schön. Wenn Mama früh nach dem Aufstehen, wenn sie mich umgezogen und gefüttert hat, sich auch selbst anziehen und was essen will, dann lasse ich mich freiwillig auf meine Krabbeldecke legen und gucke ein bisschen im Zimmer rum und mein Spielzeug an. Aber lieber ist es mir sonst schon, wenn mich jemand aufrecht herumträgt. Dann habe ich einen viel besseren Überblick. Die letzten zwei Wochen waren toll, da waren meine beiden Omas und mein Opa da, die haben mich ganz bereitwillig herumgetragen und mit mir gespielt und gesprochen, und ich musste nicht immer warten, bis Mama die Wäsche aufgehängt hat oder zu Ende aufgewaschen hat. Und ich kann schon sprechen! Ehrlich wahr! Ich kann schon „hää“, „blö“, „dä“, „höi“, „dlö“ und „hau“ sagen. Mama versteht mich, glaube ich, sie antwortet mir jedenfalls immer, und wir führen ganz lange Gespräche. Gestern Abend haben mich Mama und Papa wie immer um zehn ins Bett gelegt, dabei wollte ich noch ein bisschen reden. Aber ich kann zur Not auch Selbstgespräche führen! Das habe ich bis um eins auch gemacht. Zwischendurch habe ich auch mal ein bisschen laut gerufen, dass doch mal jemand mit mir reden und mich wieder aus meinem Bettchen nehmen soll, aber Mama und Papa wollten nicht. Die waren schon müde. Ausserdem turne ich gern. Meinen Kopf kann ich schon ganz lange selbst halten, sonst könnte ich ja nicht so viel rumgucken auf Mamas oder Papas Arm. Auf den Rücken legen lasse ich ich mich auch nicht mehr einfach, ich versuche dann immer schon, mich rumzudrehen. Bis auf die Seite schaffe ich es schon! Und wenn Mama mich umzieht, hebe ich selber meinen Kopf an. Mama sagt, das wäre toll, dass ich schon so mithelfe. Und wenn mir jemand hilft, ziehe ich mich am liebsten schon zum Sitzen hoch. Das wäre toll, wenn ich schon aufrecht sitzen könnte! Dann würde ich viel mehr sehen und müsste nicht immer nur im Liegen an die Decke gucken. Aber alle Erwachsenen sagen immer, dafür sei ich noch zu klein und es wäre noch nicht gut für mich. Dabei bin ich doch schon 11 Wochen alt!!!“


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Kleines Christenkind

So ein schönes Wochenende… So viele liebe Leute da – Grosseltern, Ersatzgrosseltern, liebe Freunde… Jetzt sind wir ganz traurig, dass die Hälfte von ihnen schon wieder weg ist.

Wenigstens wird uns jetzt jeder glauben, dass unser Mäusebabymädchen wirklich Mäusebabymädchen heist. Finnen verraten nämlich um keinen Preis vor der Taufe die Namen ihrer Kinder. Man muss zwar fürs Krankenhaus schon in der 20. Schwangerschaftswoche einen Zettel ausfüllen mit je einem Namensvorschlag für einen Jungen und ein Mädchen, aber die meisten schreiben auch da irgendeinen Namen hin, den sie ihrem Kind dann nicht geben wollen. Wir fanden es äusserst seltsam, dass das Mäusebabymädchen im Krankenhaus auf sämtlichen Papieren nur mit Nachnamen und „Mäusebabymädchen“ in Gänsefüsschen aufgeführt wurde. Typische Fragen von finnischen Freunden, Kollegen oder zufälligen Kinderwagenguckern sind so: „Wie alt ist es denn?“ Wenn die Antwort irgendwas unter zwei Monaten ist – denn innerhalb von zwei Monaten muss das Kind entweder getauft oder auf dem maistraatti angemeldet werden – folgt als nächstes: „Och, wie süss, soooo klein noch! Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“ Ist die Antwort etwas über zwei Monaten, dann wird gleich nach dem Namen gefragt. Wie die alte Frau, die am Sonntag den Ähämann mit dem Mäusebabymädchen im Taufkleidchen aus der Kapelle kommen sah und gleich als erstes fragte: “Wie heisst es denn?“ Die Frage nach dem Alter konnte sie sich ja offensichtlich sparen. Und einige meiner finnischen Freunde habe ich sehr verwirrt, als ich am Tag nach des Mäusebabymädchens Geburt SMSe verschickte mit der Nachricht „Mäusebabymädchen ist da!“ Entweder sie vermieden im Weiteren, ihren Namen zu benutzen und sprachen nur von „eurem Baby“, oder sie fragten ein wenig verlegen, ob Mäusebabymädchen denn nun eigentlich schon der richtige Name sei. Sehr seltsam fanden wir das alles. Aber jetzt ist ja alles klar. ;-)