Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

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Montagabend waren wir im Krankenhaus und bekamen eine sehr liebe englischsprachige Führung durch die Geburtsstation. Der Sinn dieser Veranstaltung ist in Finnland weniger, sich für ein bestimmtes Krankenhaus zu entscheiden, als sich vorher schon mal anzugucken, wo und wie ungefähr man sein Kind zur Welt bringen wird.

Viel Wahlmöglichkeiten, wo die Geburt ablaufen soll, hat man hier sowieso nicht. Normalerweise geht man einfach in das Krankenhaus, das für einen zuständig ist. Das ist auch immer nur eins für einen recht grossen Einzugsbereich. In Turku z.B. gibt’s zwar zwei Krankenhäuser, aber nur eins mit Geburtsabteilung. Geburtshäuser gibt’s nicht. Hausgeburten macht niemand.

Ich bin damit zufrieden. Ich habe keine Krankenhausphobie. Ich kann ja verstehen, dass viele Frauen in Deutschland lieber ins Geburtshaus gehen, weil es ihnen im Krankenhaus zu technisiert und zu wenig natürlich zugeht. Nach allem, was ich bisher in Bezug auf meine Schwangerschaft erlebt habe, bin ich allerdings überzeugt, dass das hier nicht zu befürchten steht. Wenn alles glatt geht, bekommt man während der ganzen Geburt keinen Arzt zu sehen, sondern nur die Hebamme. Und mal davon abgesehen, dass mir persönlich eine Hausgeburt zu aufwändig und, falls doch etwas schief geht, zu unsicher wäre, geht das in Finnland einfach nicht. Bei der geringen Bevölkerungsdichte und den daraus resultierenden Entfernungen zum nächsten Krankenhaus vor allem in Nordfinnland (das Krankenhaus in Rovaniemi hat einen Einzugsbereich von bis zu 500 km – Mütter, die so weit weg wohnen, verbringen dann normalerweise die letzten drei Wochen vor dem errechneten Termin schon in Rovaniemi) wäre im Notfall Hilfe einfach zu weit weg. Wenn man unbedingt möchte, kann man eine ambulante Geburt im Krankenhaus in Betracht ziehen, aber selbst diese Möglichkeit wird hier eher selten in Anspruch genommen.
Bliebe noch das Argument: Aber ist das nicht eine rechte Massenabfertigung, wenn es nur so wenige spezialisierte Krankenhäuser gibt? Klar, im TYKS mit seinen durchschnittlich zehn Geburten pro Tag könnte man das schon befürchten. Aber als wir am Montag da waren, hatte ich nicht den Eindruck, dass es dort recht hektisch zugegangen wäre. (Wir sind ja schliesslich in Finnland…!) Dafür hat man dann aber auch die Sicherheit und Gewissheit, dass rund um die Uhr genügend Hebammen, Ärzte, Kinderärzte und ein Operationsteam zur Verfügung stehen. Und das finde ich durchaus beruhigend.

(Wäre deine Frage hiermit geklärt, liebes Miest?)

Und wie zufrieden ich damit nicht nur theoretisch, sondern praktisch bin, berichte ich dann in ein paar Wochen! *lach*

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