Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Umzugsbetrachtungen

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(1) IKEA ist auch nicht mehr das, was es mal war. *seufz* Vorgestern waren wir da (immerhin müssen wir dazu jedes Mal extra nach Helsinki fahren), und waren doch ein bisschen enttäuscht. Ich meine, der diesjährige Katalog hat mich ja schon ganz und gar nicht vom Hocker gerissen, aber ich dachte, im Möbelhaus selber wär’s vielleicht ein bisschen besser. Aber irgendwie hat IKEA zur Zeit einfach nicht so schöne Sachen. Manches Jahr hätte ich den halben IKEA leerkaufen können, aber diesmal hatten wir eher zu suchen, überhaupt was zu finden. Und diesmal brauchten wir ja wirklich ganz viele Sachen. Und dann dieser lausige Service bei IKEA: „Gibt’s diesen Spiegel eigentlich auch ohne Uhr?“ „Uhr? Ach ja, da ist ja ’ne Uhr dran…! Tse, was den Kunden alles auffällt…!“ Schön wär’s, die Verkäufer wüssten selber mal bescheid! Das Gitterbett fürs Mäusekind, das wir wollten, war natürlich schon ausverkauft. „Ja, tut uns leid, da haben wir ganz wenige davon bekommen.“ „Und?“ „In Woche 47 bekommen wir wieder welche.“ „Und? Können wir das bestellen? Oder wenigstens reservieren lassen?“ „Nö.“ „Also müssen wir deswegen nochmal herkommen?“ „Na, ihr könnt vorher wenigstens anrufen, dann wisst ihr sicher, ob es da ist oder nicht.“ Oh, wie zuvorkommend! „Ach ja, und dann interessieren wir uns noch den Wickeltisch fürs Bad, den man an der Wand befestigt.“ „Leider, den gibt’s gar nicht.“ „Wie, den gibt’s gar nicht?! Der ist doch im Katalog!“ „Ja, wisst ihr, manche Sachen sind zwar im Katalog, aber die müssen dann nochmal überprüft werden, weil sie vielleicht nicht sicher sind oder so…“ Arghhhhh! Seit 6 Jahren sind wir IKEA-Kunden und STÄNDIG passieren da solche Sachen, egal in welcher Stadt und welchem Land. Und wir haben wahrlich schon etliche IKEAs ausprobiert. Andererseits sehen wir keine Alternative: in deutschen Möbelhäusern wird uns einfach nur schlecht, und finnische Möbel sind unbezahlbar. Wir haben in unserer ganzen Wohnung ein einziges Teil, das nicht von IKEA ist: eine Kommode, bei Roller gekauft. Nett anzusehen ist sie ja, aber das Aufbauen hat uns eine halbe Nacht gekostet inklusive Nachbohrens einiger Löcher, die einfach falsch vorgebohrt waren (Und nein, ich kann nicht nachvollziehen, warum sich Leute ständig über das Selberaufbauenmüssen von IKEA-Möbeln beschweren – das ist das reinste Kinderspiel dagegen. Damit hatten wir noch nie Probleme.), und sehr „bindfädelig“ ist das Ganze auch. Jedenfalls sind uns schon mehrmals die Blenden der Schubladen abgefallen, weil sie nur angeklebt, nicht angeschraubt sind. Das gäb’s bei IKEA auch nicht. Aber wenn die jetzt nicht mal mehr schöne Sachen im Angebot haben, dann weiss ich auch nicht…

(2) Optimalstes Bananenkistenrecycling geht so:

Bananenkistenrecycling erster Art ist, Bananenkisten als Umzugskisten zu verwenden. Die besten Umzugskisten, die’s gibt: kostenlos, stabil, mit Deckel, und ausserdem sind sie nicht so riesig gross wie richtige Umzugskisten, die dann keiner mehr bewegen kann. In Deutschland war’s nur ein bisschen schwer, genügend Bananenkisten zusammenzusammeln, weil die Supermärkte sie gleich nach Lieferung wieder einstampfen und es sehr schwer war, die Lagerarbeiter davon zu überzeugen, sie bittebitte mal eine halbe Stunde für uns aufzuheben. Wir waren dafür sogar bereit, früh um sechs bei denen auf der Matte zu stehen. Irgendwie haben wir auf die Art letztendlich auch die 36 Bananenkisten zusammenbekommen, die wir mit ”dem Ritscher” von Jena nach Turku geschickt haben. In Finnland ist es ein wenig einfacher. Zwar bekommt man nie viele Kisten auf einmal, aber dafür kann es auch vorkommen, dass ein Verkäufer schnell mal zwei Kisten Bananen in die Auslage räumt, um einem die freigewordenen Kisten mitgeben zu können.

Bananenkistenrecycling zweiter Art ist, die mühevoll zusammengesammelten Bananenkisten möglichst sinnvoll weiterzuverwenden. Wir standen dann also da, mit den 36 wieder leeren Bananenkisten. Ein paar haben wir selbst weiterverwendet, um Sachen drin aufzubewahren, aber die anderen mühevoll zusammengesuchten alle in den Pappmüll werfen?! Nee!
Auf unseren Aushang hin

bekamen wir zwar einige erstaunte Anrufe:”Und ihr wollt die wirklich verschenken? Ihr wollt kein Geld dafür?” (Hey, das sind Bananenkisten, kostenlos aus dem Supermarkt!), und so richtig funktionierte das Weggeben auch erst, nachdem wir den ganzen Stapel zur Selbstbedienung vor die Tür gestellt hatten, so dass auch die schüchternen Finnen sich trauten, aber wir sind sie alle losgeworden. Manchmal wüsste ich gern, ob immer noch welche davon irgendwo im Umlauf sind.

Bananenkistenrecycling dritter Art ist am einfachsten. Da unsere neue Wohnung voller Einbauschränke ist, müssen wir nicht Kisten packen – Schränke abbauen – Schränke aufbauen – Kisten ausräumen. Wir packen einfach Kisten und packen sie am gleichen Tag noch in der neuen Wohnung in die Schränke, woraufhin die Bananenkisten wieder frei sind für den Inhalt des nächsten Schrankes. Feine Sache.

(3) Mit Finnen und ihren Fremdsprachenkenntnissen kann man immer wieder Überraschungen erleben. Nicht, dass sie nicht alle super mehrere Fremdsprachen beherrschten. Aber sie trauen sich nicht. Und wenn man einmal zugegeben hat, dass man ein wenig Finnisch kann, dann muss es auch auf Finnisch gehen. Was Spass macht und ich so oft wie möglich versuche, aber manche Sachen wären mir auf Englisch doch lieber. Dann gibt es allerdings nur eine Strategie: bloss nicht auf finnisch fragen, ob das Gegenüber Englisch kann.
Heute früh war ich bei VASO, mit einer Liste von Dingen, die an der Wohnung noch gemacht werden müssten. ”Do you speak English?”, fragte ich die Sekretärin, die daraufhin ein wenig zögerlich zugab:”Yeees, a little.” Okay, fangen wir an. Kaum hatte ich meine Liste rausgeholt, griff sie schon danach, ich, ein wenig verwundert, wollte sie ihr mit den Worten:”But that’s all in German…!” schon wieder entziehen, woraufhin sie mir abwinkend Einhalt gebot und tatsächlich meine ganze Liste fehlerfrei von Deutsch ins Finnische übersetzte und dem Reparaturchef übergab. Tse!

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