Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Freitagabends in Finnland

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Freitag kamen meine beiden fleissigen und zuverlässigen Feldhelfer (Es wird wirklich mal Zeit zu betonen, wie viel besser ich es getroffen habe, seitdem ich den Reinfall vom Anfang des Sommers überwunden hatte!) aus Utö zurück, wo sie die letzten beiden Wochen allein telemetrieren und Mäusefangen waren. Sie waren mit Mikkos Boot unterwegs, und Mikko wollte damit gleich weiter nach Hause nach Uusikaupunki, so dass ich mich bereit erklärte, die Fallen und den ganzen anderen Krempel aus Pärnäinen – da, wo die Strasse zwischen Nauvo und Korppoo von einem Stück Autofähre ersetzt wird und wo man auf dem Seeweg von Utö sowieso vorbeikommt – abzuholen und in die Uni zu schaffen und dabei auf dem Weg noch Magnus nach Hause nach Parainen zu bringen.

Früher, ja, früher sind wir noch aus lauter Spass nach Nauvo und Korppoo gefahren. Weil das Fährefahren so viel Spass machte und ja nicht mal was kostet. (Dafür bezahlen wir ja schliesslich Steuern. Und ja, liebe Touristen, auch ihr dürft sie kostenlos benutzen, auch ohne finnisches Kennzeichen. Das zahlen wir doch gern für euch mit!) Aber seit ich diesen Sommer einige Male nach Pärnäinen und zurück fahren musste, um von Utö nach Hause zu kommen oder um Sachen zu transportieren, hängen mir die 68 km, für die man mindestens 1 ½ h einplanen muss wegen Fähre dazwischen, langsam aber sicher zum Hals raus. Aber, Arbeit ist Arbeit, Kilometergeld bekomme ich auch, wenn ich mit dem J-FI fahre, und es gibt schliesslich langweiligere Aufgaben. Also nicht beschweren!

Dass zum Freitagabend allerdings alles ein bisschen anders aussehen könnte und ich vielleicht lieber mal eine Stunde eher losgefahren wäre, fiel mir leider erst irgendwo hinter Kaarina ein. Und tatsächlich, schon weit vor der Fähre fing die Schlange an. Ganze 75 (!) min musste ich warten, bis ich so weit vorgerückt war, dass J-FI mit auf die Fähre passte. Zum Glück hatte ich was zu essen und was zu lesen dabei! Magnus erzählt mir später, früher, als die Fähren noch kleiner waren, wäre das immer so gewesen, und er und seine Schwester hätten jeden Freitag auf dem Weg in ihr Sommerhaus während der Wartezeit Baumhäuser gebaut.
Als ich eine Stunde später als ausgemacht endlich in Pärnäinen ankam, lag Mikkos Boot am Steg, auf dem Steg ein Berg Krempel, von den Jungs weit und breit nichts zu sehen. Na, dachte ich mir, die sitzen bestimmt in der Bar, sollen sie mal, wo sie schon so lange auf mich warten mussten, ich fang’ schon mal an, das Auto zu beladen. Weiter hinten am Steg lag noch ein Segelboot, dessen Besatzung mir – biertrinkend und kichernd, es war ja schliesslich Freitag – zusah, was ich aber erst so richtig mitkriegte, als einer davon auf mich zugetänzelt kam, und leicht verlegen, aber strahlendster Laune und mit unüberriechbarer Fahne, anfing: „Darf ich mal fragen, was das hier eigentlich ist? Wir fragen uns das schon die ganze Zeit.“ „Na,“ *lach*, „das sind Mausefallen.“ „Mausefallen?“ „Ja, Mausefallen! Guck, hier über die Wippe laufen die Mäuse rein, und da hinten ist eine Klappe, da können wir sie lebend wieder rausnehmen.“ „Ah ja,“ *belustigtdenkopfschüttel*, „Mausefallen also. Na, es gibt ja viele Mäuse dieses Jahr.“ „Hm.“ „Na warte, ich helfe dir mal beim Autobeladen!“ Finnische Be- und Angetrunkene sind die gutmütigsten der Welt. (Es sei denn, es geht um ihre Mannesehre, dann sollte man sich besser in acht nehmen, noch dazu, wo jeder zweite finnische Mann eine Elchpistole besitzt. Aber das ist eine andere Geschichte.) Kurz bevor ich mit Magnus und dem vollgestopften Auto wieder Richtung Turku davonfuhr, sah ich noch, wie einer der Segler den Rest der Besatzung auf einem Gruppenfoto verewigte: „Und jetzt sagt mal alle: Mau-se-fal-le!“ *grins*
Der Rückweg war bedeutend schneller. Ganze zwei Autos musste die Fähre zurück von Nauvo nach Parainen transportieren, während in Parainen immer noch eine lange Schlange (zwar nur noch halb so lang wie gut zwei Stunden vorher, aber immerhin war es auch schon fast halb zehn) auf die Überfahrt nach Nauvo wartete.

Und Sonntagabend dann das Ganze umgekehrt. Aber nicht mit mir!

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