Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

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Ein Kommentar

Utö im Sommer hat auch durchaus seine lustigen Seiten:

Nachts halb zwölf wird der Leuchtturm angeschaltet. Wahrscheinlich nur, damit er nicht ganz arbeitslos herumsteht. Das Licht irrt irgendwie ein bisschen ziellos über das hellblaue Meer zum hellblauen Horizont.
Tagsüber wird vor die Linse ein Vorhang gezogen. Damit der Leuchtturm nicht in Flammen aufgeht, oder so.

Mittwochfrüh halb acht legt das Kreuzfahrtschiff „Kristina Brahe“ in Utö an. Die Passagiere dürfen dann drei Stunden Eingeborene gucken. Segler, die die Nacht auf dem Fähranlegeplatz verbracht haben, müssen dann zeitig aufstehen, um Platz zu machen.
Abends ab acht wird es spannend: wie viele Segelboote kommen noch an? Wie viele nette Segler gibt es, die ein zweites Segelboot hinter sich anlegen und die Besatzung über das eigene Boot an Land gehen lassen? Wie viele Boote müssen wieder umkehren?

Seefahrende Hunde werden gleich mit ihrer Schwimmweste auf der Insel ausgeführt. Ein oranger Punkt in der Landschaft bedeutet also Hund.

Die Eingeborenenkinder laufen auch bei 26 Grad mit Gummistiefeln durch die Gegend. Gestern sah ich ein ungefähr Zweijähriges, im dünnen Sommerkleidchen, barfuss vor dem Kauppa durch den Sand tippelnd, die Oma trug ihm ein paar winzig kleine Gummistiefel hinterher. Jungs mit Fischkeschern oder Angel, nur mit Shorts bekleidet und – Gummistiefeln.
Seit von der Hauptinsel nicht mehr geschossen wird, fehlen die regelmässigen Erschütterungen, die früher die Kreuzottern vertrieben haben. Ich würde ja auch nicht mit Sandalen durch hohes Gras laufen. Aber seit ich am ersten Abend telefonierend vor unserer Hütte sass, wo sich fast überhaupt kein Gras befindet, und mein Blick plötzlich auf eine allerliebste kleine Kreuzotter nur 20 cm von meinem besandalten Fuss entfernt fiel, bin ich auch ein wenig panisch.

Die Eingeborenenkleinkinder werden zwischen Einkaufstaschen, Fischernetzen oder auch nur allein in der Schubkarre über die Insel gefahren. Schubkarre scheint hier sowieso das bevorzugte Transportmittel zu sein.

Die Armee hat einen eigenen fetten Badesteg an der schönsten Stelle der Insel. Nicht grossartig abgesperrt, aber doch eigentlich nicht für „normale“ Leute gedacht. Grmpf! Immer diese Privilegien für Leute, die sie sich leisten können!

Die Leitern der Lotsenboote, wenn sie gerade mal im Hafen liegen, werden von den Kindern hier als Sprungturm benutzt.
Das liebe ich an Utö – dass Einheimische, Touristen, Armee und Lotsen sich friedlich in den wenigen Platz teilen, den es hier gibt. Klar, es gibt ein paar von der Armee genutzte Gebiete, die man wirklich nicht betreten darf, aber sie sind recht klein und nur recht lasch abgesperrt. Wenn man z.B. auf die Ostseite der Insel zum Friedhof geht, läuft man direkt hinter einer dicken Kanone lang.

Also doch, es ist durchaus lustig hier. :-)

Ein Kommentar zu “.

  1. Pingback: Utö / Finnland | Stories & Places

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