Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Nette Freizeitbeschäftigungen in Turku:

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(6) Fähre fahren II

Das schönste an Turku ist unbestritten seine Umgebung. Das Meer mit den vielen Inseln und Inselchen. Nur, wenn man kein eigenes Boot besitzt oder wie ich seinen Arbeitsplatz dort hat und vom Arbeitgeber Boot samt Chauffeur gestellt und bezahlt bekommt, dann sind die Möglichkeiten, sich das anzugucken, recht beschränkt. Man kann freilich mit dem Auto so weit fahren, wie man kommt. Mann kann Autofähren benutzen oder mit den Schwedenfähren nach Åland oder nach Stockholm fahren. Aber das ist alles nicht das Wahre.

Es gibt noch eine Möglichkeit: mit den Fähren vom Seefahrtsamt, die regelmässig die bewohnten Inseln des Archipelagos anfahren. Dafür gibt es kaum Werbung. Die Seite, auf der man die Routen und Fahrzeiten herausfinden kann, ist ziemlich besch… Sie erfordert neben Finnischkenntnissen – trotz wahlweise englischen Menüs – unbedingt Orts- und Namenskenntnis. Aber es lohnt sich!

Da ich ja mittlerweile nachgewiesenermassen meersüchtig bin, haben wir gestern Katharina und Stefan auf einer Rundfahrt mit der „Fiskö“ durch’s Archipelago begleitet.

Die „Fiskö“ hat einen Kapitän und einen Matrosen. Platz für 36 Personen und zwei Autos. Sie fährt alle zwei Tage eine insgesamt 10 Stunden dauernde Runde durchs Archipelago. Die Fahrt kostet für Erwachsene 2 € pro angefangenen 10 Seemeilen. „Von Kirjais nach Borstö und zurück, hmmh, das sind so ungefähr 15 € pro Person“, gab der Matrose zur Auskunft, „aber wir können auch einen Kinderpreis machen.“ Schob noch ein „No, katsotaan!“, das so viel heisst wie „Na, seh’n wir mal“, nach und verschwand zu irgendeiner wichtigen Aufgabe, um erst Stunden später wieder mit der Schaffnertasche zu kommen und von jedem von uns nicht mehr als 5 € zu kassieren.

Die „Fiskö“ transportiert Lebensmittel für den Kauppa auf Gullkrona.

Gasflaschen. Meersalz. Auf einer Insel standen mehrere Styroporkisten voller Fisch zur Abholung bereit. Auch Baumaterial wird mit der Fähre verschickt.

Am wichtigsten ist aber, dass die Fähre Post und Zeitungen bringt. Manchmal hält sie an winzigen Landungsstegen, oft auch nur an einem grösseren Stein, der am Ufer aus dem Wasser ragt und mit alten Reifen behangen ist, der Matrose springt kurz raus und legt Zeitung und Post in die dafür vorgesehene Kiste, dann geht’s weiter. Meist wird die Fähre aber schon an der Anlegestelle erwartet, die Post freudig entgegengenommen und schnell die Schlagzeilen der letzten zwei Tage überflogen.

Die meisten der Inseln werden nicht fahrplanmässig angelaufen, sondern nur auf Bestellung. Immer werden ein paar freudige Worte gewechselt, zum Abschied gewinkt.

Wir waren die grosse Attraktion. Auf jeder Insel wurden wir angesprochen, auf schwedisch zuerst, wie es sich traditionell gehört im Archipelago, aber nachdem ich erklärt hatte, dass mein Finnisch noch weitaus besser sei als mein Schwedisch, wurde ohne Aufhebens zu Finnisch gewechselt. Oder gar zu Englisch. Wie auf Utö ist es kaum zu glauben, dass die sonst so kontaktscheuen Finnen so offen und schnell auf jeden zugehen, der Kontakt zur grossen, weiten Welt draussen darstellt.

Mir ist, mehr als jemals bei meiner Arbeit, aufgegangen, wie viele Leute da draussen noch wohnen. Auf Inseln mit fünf oder zehn Häuschen, häufig nicht einmal die Hälfte davon ganzjährig bewohnt.

Nächsten Winter müssen wir unbedingt die Tour durch das vereiste Meer nach Utö machen, die wir uns eigentlich für diesen Winter schon vorgenommen hatten!

(5) Den städtischen Friedhof besuchen
(4) Schwimmen in Turkus kleinster Schwimmhalle
(3) Rullern
(2) Fähre fahren I
(1) Fähren gucken

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