Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Draussen

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Ist das schön, wieder draussen zu sein! :-)

Auf dem Meer zu sein, auf Utö zu sein, fühlt sich an, als hätte ich nie was anderes gemacht. Als wären wir erst letzte Woche hier gewesen, nicht vor sieben Monaten.

Es ist natürlich noch furchtbar kalt hier draussen. Wir waren ganz froh, dass wir nicht von Hirvensalo aus losfahren konnten, weil dort das Meer noch vereist ist, sondern uns Jorma mit dem Boot auf dem Anhänger nach Nauvo gebracht hat, wo wir im Hafen des Grenzschutzes unsere Nussschale zu Wasser lassen durften. (Die haben vielleicht Schiffe dort!)

Das hat uns nämlich einige Fahrzeit auf dem Meer erspart. So als Winter- und Inselökologin bin ich zwar mittlerweile ganz gut darauf eingestellt und mache mir nichts draus, fünf Lagen Kleidung mehr anzuziehen als man an Land brauchen würde, aber trotzdem. Auch die Überlebensanzüge haben wir diesmal lieber wieder benutzt. Mit 1 Grad warmem Wasser ist nicht zu spassen!

Als wir auf unseren Inseln in Utö ankamen, fühlte sich das alles ein bisschen wie Polarexpedition an: wir in den orangen Overalls, die Inseln alle noch mit türkis schimmernden Eiskappen auf der Nordostseite, und das Sonnenlicht durch Schleierwolken seltsam gedämpft. Die Sonne hatte ausserdem einen gigantischen Halo, einmal rundrum, nicht nur ein Stückchen, wie man es üblicherweise sieht.

Als wir alle unsere Fallen rausgebracht hatten und auf Utö angekommen waren, schlang sich William schnell zwei „Leberwurstmunkkis“ runter und war auch schon mit Stativ und Teleskop auf dem Weg zum Vögelgucken. Das ist aber auch beeindruckend hier, wie die ganzen Zugvögel nach der langen Ostseeüberquerung hier auf der Insel einfallen und nur mit Fressen, Fressen, Fressen beschäftigt sind und überhaupt nicht ängstlich!
Man hört fast nichts hier ausser dem Piepsen der Vögel und den Wellen, die hinter dem Leuchtturmberg auf den Klippen brechen. Ab und zu das Knirschen von Fahrradreifen im Sand neben unserer Hütte, wenn einer der Soldaten von der Kaserne auf der einen Seite der Insel zum Tower auf der anderen Seite der Insel fahren muss. Und aus einem der Bootsschuppen hämmert es immer mal.
Getroffen habe ich bis jetzt zwei Leute – die Lehrerin, die sich um unsere Hütte kümmert und die uns schon im Hafen erwartete, um ein langes Schwätzchen mit uns zu halten, und einen der Soldaten auf dem Fahrrad, der sich extra nach mir umdrehte um mir ein fröhliches „Hei!“ zuzurufen. Was die wohl hier im Winter so machen, so ganz allein unter sich, die ca. 15 Inselbewohner und die paar Soldaten?

William hat angekündigt, wenn er mal Rentner ist, zieht er hier her. Ich kann ihn ja dann immer besuchen kommen. :-)

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