Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

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Draussen ist Krieg in der Wüste. Oder so ähnlich.
Überall in der Stadt sind sie damit beschäftigt, die zentimeterdicke Schicht Streugut wieder zu entfernen, die jetzt, nachdem der ganze Schnee verschwunden ist, nutzlos auf den Fusswegen herumliegt. Nicht mit herkömmlichen Kehrmaschinen, nein, mit extra Splittsaugern, die aussehen wie an Bagger angehängte übergrosse Staubsauger. Das nützt aber gar nichts. Es macht einen Höllenlärm, und trotzdem hängt über der Stadt eine einzige Staubwolke. Der Staub der letzten fünf Monate. Fünf Monate im Schnee gebunden (das Beste am finnischen Winter ist, dass man monatelang keine Schuhe putzen muss), dann aber nicht mit ihm in der Kanalisation verschwunden, weil der Schnee nicht weggeFLOSSEN ist, sondern in der Sonne der letzten fünf Wochen einfach SUBLIMIERT. Der Staub ist übriggeblieben und wirbelt durch die Strassen, wie ein ausgewachsener Sandsturm. Autos sehen aus wie nach der Rallye Paris-Dakar. Ich muss mir ständig die Augen reiben. Warum unsere Wohnung so staubig ist, frag’ ich mich auch nicht mehr. Vielleicht müsste’s mal regnen, hab’ ich schon ganz ketzerisch gedacht, aber mir den Gedanken sofort wieder verboten. Wo das doch das Beste am finnischen Frühling ist – Woche um Woche Sonne und Sonne und nichts als Sonne, bis der Schnee verschwunden ist, bis diese grausliche Sandsturmzeit überstanden ist, bis es grün ist.

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