Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Grüsse aus Utö!

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Na, da staunt ihr, was? Stellt euch vor, hier auf dieser 800 x 300 m grossen Insel gibt es einen Computer mit Internetanschluss für alle! Und weil die Insel so klein ist und die Tourisaison vorbei, steht natürlich niemand an. Hach, wie schön. Am Hafen hing eine Werbung, dass sie jetzt hier so ein kleines Büro haben, wo man kostenlos ins Internet kann, sein Handy aufladen (!) oder Fernsehen gucken. Und natürlich ist die Tür einfach auf, der Computer an und niemand da, der das alles beaufsichtigt. Haaaach, Finnland…!

Utö hab ich im April schon gemocht. Aber jetzt erst, in der Herbstsonne…! Hier draussen, ganz am südwestlichsten Zipfel von Finnland und schon fast auf dem offenen Meer, scheinen der Himmel und das Meer irgendwie weiter zu sein. Vorgestern kamen wir erst im Sonnenuntergang zurück – solch einen in allen Farben leuchtenden Himmel und solche Wolken hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Und ich liebe den Leuchtturm! Ich könnte ihn die halbe Nacht anschauen mit seiner funkelnden Prisma-Lampe, und ich stehe gern da oben auf dem Leuchtturmhügel und schaue nach Süden, aufs offene Meer.

Im Moment ist das alles ein bisschen schauerlich, weil alle und alles an die „Estonia“ erinnern; gerade hier, weil sie ja nur 30 km von hier untergegangen ist, und gerade jetzt, weil es einer jener Septembertage war, damals vor 10 Jahren.

Und doch fühle ich mich gerade hier geborgen und gut aufgehoben. Wenn wir draussen sind auf unseren Inseln, ist immer der Leuchtturm zu sehen, als wolle er sagen: „Macht euch keine Sorgen, ich bringe euch wieder nach Hause.“ Und es gibt eine Fähre, die den kleinen Kauppa beliefert, die Post transportiert und uns, falls mit unserem kleinen Boot gar nichts mehr geht, nach Hause bringen könnte.

Vorgestern haben wir mit dieser Fähre einen Benzinkanister nach Nötö geschickt zur Tankstelle, und heute bringt sie ihn uns gefüllt wieder mit, damit wir nicht selber nach Nötö fahren müssen zum Tanken. Die Tankstelle hat jetzt auch nicht mehr immer auf. William hat am Mittwoch den Tankwart angerufen, ob er da ist – war er nicht, aber er hätte uns den Schlüssel dagelassen, und wir sollten uns einfach die Zapfsäule selber anmachen und tanken, und bezahlen könnten wir ja am Sonntag, wenn wir zurückkommen, oder er könne auch eine Rechnung an die Uni schicken. Manchmal will ich solche Dinge immer noch nicht glauben, obwohl ich doch nun schon ziemlich lange in Finnland lebe!

Hier sind die Leute auch alle furchtbar nett und hilfsbereit. Gestern abend waren wir in der Schule duschen – die Lehrerin und ihr Mann sind zwar übers Wochenende verreist, aber sie haben uns die Schule offen gelassen, damit wir dort duschen können. Diese winzige Schule scheint im Moment vier Schüler zu haben – zumindest gab es vier Haken, über denen zu lesen war: Markus, Johan, Kalle und Vanamo.

Mit dem Mäusefangen sind wir gut vorangekommen bis jetzt. Fünf Inseln sind erledigt (wir auch – das waren wahre Mäuseinvasionen dort!), und auf weiteren fünf Inseln stehen schon die vorgeköderten Fallen. Eigentlich wollten wir heute dort fangen, aber der Wind ist heute so stark, dass wir die Fallen lieber offen gelassen haben und morgen fangen werden, da soll es nämlich wieder besser werden.

Und jetzt werde ich sofort zum Leuchtturm hinaufklettern und grosse Wellen angucken!

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