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So ein weisses Schiff langes, elegantes Auto auf dem Weg nach Ruissalo. (Zum Kaffeetrinken, Sonne tanken, Naturlehrpfad entlangstiefeln, Herbstblätter sammeln, halberfrorene Heidelbeeren essen.)

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Vorgestern, auf der Tykistökatu auf dem Weg zum (dann doch nicht stattgefundenen) Staubsaugerkauf – ein alter, schwarzer, eckiger PKW.

Gestern, auf der Tykistökatu auf dem Heimweg vom Kurs – ein altes, weisses, Chevrolet-pakettiauto.

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oder: Was passiert, wenn man sonntags in Finnland Kaffeetrinken gehen möchte

Die Finnen sind Europa-, wenn nicht gar Weltmeister im Kaffeetrinken. Ein Kaffee früh nach dem Aufstehen, ein Kaffee bei Ankunft auf Arbeit, ein Kaffee nach dem Mittagessen, ein Kaffee zur Kaffeepause, ein Kaffee beim Nachhausekommen und eventuell auch noch ein Kaffee abends.
Cafés sind in Finnland gut besucht – unter der Woche! Das Wochenende, das verbringt der Finne dann entweder kaffeetrinkend zu Hause oder kaffeetrinkend im Mökki – aber sonntags einen Ausflug, der mit Kaffeetrinken verbunden ist, den macht er nicht. Deswegen sind auch am Wochenende die meisten Cafés geschlossen. Oder weil die meisten Cafés am Wochenende geschlossen sind, macht der Finne keine Kaffeeausflüge. Weiss ja keiner, ob nun die Henne oder das Ei zuerst da waren…

Nuja. Wir wollten am Sonntag wegen des schönen Wetters eigentlich einen Fahrradausflug machen, möglichst mit Kaffeetrinken irgendwo, wo man naturnah draussen sitzen kann, verbunden. Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass das erste Café unserer Wahl schon Winterpause macht, das zweite Café unserer Wahl schon seit einer halben Stunde zu hat. Die Alternative dazu wäre Kaffeetrinken im eigenen Garten gewesen; allerdings mangelte es uns dazu an Kuchen. Den würden wir uns allerdings wohl in der Stadt besorgen können, immerhin war am Sonntag „Turkutag“ und alle Geschäfte geöffnet, also bestimmt auch die eine oder andere Konditorei.

Dachten wir. Der „Aurinkoinen“ in der Hämeentie – geschlossen. (Auf der Weiterfahrt überholte uns die 62 – so ein roter, schon recht alter, eckiger Sportwagen, der mich an die Autos auf den Karussels meiner Kindheit erinnerte.) Der „Aurinkoinen“ in der Aurakatu – geschlossen. Der „Aschan“ neben dem Wiklund – geschlossen. Na, der „Aschan“ im grössten Einkaufszentrum der Innenstadt wird ja wohl aufhaben – nein, auch geschlossen. Im „Café Brahe“ im gleichen Einkaufszentrum, als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, konnten wir dann drei riesige Stücke Kuchen erstehen. (Auf der Rückfahrt holten wir noch eine 62 ein – einen hellgrünen Pontiac.)

Immerhin war die Sonne fast noch nicht hinter dem Wald verschwunden, als wir uns endlich zu Kaffee und Kuchen im Garten niederliessen…

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Man sollte öfter mal einen Ausflug machen… ;-)

Am Sonntag waren wir anlässlich des Papaoma-Besuchs in Stockholm, das heisst, wir sind Samstagnacht mit der Fähre gefahren, waren den ganzen Sonntag in Stockholm, sind Sonntagnacht mit der Fähre zurückgefahren und Montagfrüh direkt vom Hafen zum Kindergarten, auf Arbeit und zum Finnischkurs gefahren. Und da kam uns die 59 entgegen. Ein schwarzer Geländewagen.

Heute war ich mit dem Finnischkurs in Tampere. Und weil ich in Bussen vorzugsweise in der ersten Reihe sitze, um vorn rausgucken zu können, habe ich auch die 60 gesehen – ein altes, grünes Chevrolet-pakettiauto, das uns gleich nach den ersten 500 m Fahrt entgegenkam.

Die 61 – einen roten Ford Probe – habe ich dann gleich noch auf dem Heimweg besucht. Die steht auf dem Parkplatz am Kindergarten. Leider kam ich vorher (und nicht hinterher) an der Tankstelle an der Hämeentie vorbei, an der gerade die 62 tankte…

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Der Ähämann und ich haben das gemeinsame Kennzeichensuchen inzwischen perfektioniert. Gestern, im völlig überfüllten Parkplatz-Shuttlebus des Vergnügungsparks auf der vierspurigen Ausfallsstrasse wusste ich genau, wo ich nach welchem Auto zu gucken hatte, als der Ähämann „Achtundfünfzig!“ ausrief.

(Das grüne pakettiauto auf der Überholspur der Gegenfahrbahn war’s.)

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Gestern. Auf der Hämeenkatu. Ein kleiner, roter Japaner.

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Einst – so vor drei Jahren, als ich gerade angefangen hatte, nach Kennzeichen Ausschau zu halten – sprach der Ähämann: „Aber nicht dass du denkst, ich mache diesen Quatsch auch noch mit!“

Heute sieht das so aus:
Der Ähämann und ich sitzen im Auto auf dem Heimweg vom Strand, der Ähämann fährt, ich habe Heuschnupfen und bin müde und eigentlich nur noch für die Unterhaltung des Mäusemädchens („Guck mal da, siehst du den Kran?“ „Jetzt fahren wir gleich an Papas Arbeit vorbei!“ „Hast du den blauen Kinderwagen gesehen?“) zuständig, damit es nicht einschläft. Wir müssen an einer Ampel halten. „Da war die 56!“, ruft der Ähämann. Ich sehe nur noch ein graublaues Heck rechts hinter der Hausecke verschwinden. Und weil es ja nicht gilt, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen habe, setzt der Ähämann den Blinker – gegen meinen heftigen Protest, den er mit den Worten: „Wir können’s doch mal probieren!“ abtut – und macht sich auf zur Verfolgung.

Erfolgreich:

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Pöh, wer braucht schon die 55 an der Uni, wenn er so einen aufmerksamen Ähämann hat?!

Gestern auf dem Rückweg vom Strand, als wir so die Itäinen Pitkäkatu entlangfuhren, rief er plötzlich: „Da, da, die 55! Siehstese???“ Fast war’s zu spät, ehe ich von den am Strassenrand geparkten Autos das entdeckt hatte, das die 55 auf dem Nummernschild hatte. Aber natürlich, der weisse Geländewagen war’s!

(Und wenn ich’s nicht gesehen hätte, hätte mich der Ähämann nochmal dran vorbeigefahren.)

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Das hat vielleicht gedauert…!

Gut, dass es diese Woche so heiss war und ich mit den Mäusekindern jeden zweiten Tag an einen anderen Strand Turkus gefahren bin. Theoretisch könnten wir das mit dem Bus machen, aber praktisch dauert mir das mit Umsteigen angesichts des sehr dünnen Hochsommerfahrplans zu lange. Und so kam es, dass vorgestern auf dem Weg nach Ruissalo endlich, endlich die 54 vor uns her fuhr. (Ganz untypisch für so eine niedrige Nummer ein silberner Golf.)

(Natürlich ist die 55, die jaaahrelang vor der Treppe zum Uniberg stand, inzwischen weggezogen. Und von den ungelogen mindestens acht 56en, die ich in letzter Zeit gesehen habe, wird dann auch keine mehr zu sehen sein. Nun ja.)

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Womit ich nach dem Umzug nach Turku jahrelang Anpassungsschwierigkeiten hatte, das war – ohne Scheiss! – die Tatsache, dass man zu jedem Ziel auf mindestens drei verschiedenen Wegen gelangen kann. In Jena, da musste man die eine Strasse so lange das Tal entlang fahren, bis man entweder sein Ziel erreicht hatte, oder aber an der richtigen Kreuzung war, an der man links oder rechts den Berg hinauf zu seinem Ziel fahren konnte. Hier entdecken wir bis heute kürzere, schnellere oder schönere Wege zu Orten, die wir schon seit Jahren mit dem Auto aufsuchen.

Jahrelang fuhren wir hier zum Beispiel über die Ausfallstrasse Richtung Tampere zum Flughafen. Dann fiel uns ein, man könnte ja auch über die Umgehungsstrasse fahren. Und was ist eigentlich mit der Strasse, die am Lidl vorbei ins Industriegebiet und weiter direkt zum Flughafen führt? Das ist die für wenn man gemütlich fahren will. Und wie der Ähämann einmal ausgemessen hat, die kürzeste. (Wenn auch nicht zu allen Tageszeiten die schnellste.)

Gut, dass der Ähämann gestern Abend, nachdem wir die Ähämann-Mutter zum Flughafen gebracht hatten, beschloss, ebendiese Strecke zu fahren. Dort am Strassenrand stand nämlich die 53 wie extra hingestellt für uns: ein schwarzer Geländewagen.

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