You are currently browsing the category archive for the 'Viechzeug' category.
Nummer Zwei von Vier ist da!
Und wir haben kein Meerschwein mehr. :-( Vorgestern Abend hat er aufgehört zu fressen, gestern früh hat ihm der Tierarzt trotz allem noch eine sehr gute Verfassung bescheinigt, und gestern Abend ist er mir beim Versuch, wenigstens etwas Möhrenbrei in ihn reinzubekommen, quasi unter den Händen gestorben. Armer kleiner Kerl!
(Ich bin nur froh, dass wir nicht noch mehr Meerschweinchen haben: wenn doch anscheinend jedes Mal eins stirbt, kurz bevor wir ein neues Mäusekind bekommen – und wir wollen doch noch mehr Kinder…!)

Und nein, wir halten keinen Biber zu Hause. Nur ein Meerschwein.
Heute haben wir endlich Ronkainen begraben.
Als wir damals mit der kleinen Leiche vom Tierarzt kamen, nahm der Ähämann gleich den Spaten aus unserem Gartengerätelager mit und wollte anfangen, Ronkainen in unserem Garten ein Grab zu graben. Leider hatten wir Immer-noch-nicht-richtig-Finnen nicht bedacht, dass schon seit zwei Wochen strenger Frost mit nicht weniger als -10 Grad herrschte. Mehr als ein bisschen an der Erdoberfläche kratzen war nicht. Statt eines Grabes blieb für Ronkainen vorerst nur der Tiefkühlraum in der Uni. (Und ehrlich wahr, wir wollten ihn sofort nach Auftauen des Bodens begraben, aber dann hatten wir auf einmal so viel Anderes um die Ohren…)
Wieder was gelernt. (Naja, man hätte es sich eigentlich denken können…)
Und wie das auf finnischen Friedhöfen geht? Da gibt es überall Steckdosen (die gleichen wie an den Parkplätzen), und bevor ein Grab ausgehoben wird, kommt einen Tag und eine Nacht eine elektrisch beheizte Wärmeplatte an die vorgesehene Stelle.
Und wenn im Winter eine Strasse aufgebuddelt werden muss, um einen Wasserrohrbruch zu reparieren oder sowas, wird ein Zelt aufgestellt, Gasflaschen rein, und damit vorgeheizt.
Finnisierung I
Finnisierung II
Finnisierung III
Finnisierung IV
Ronkainen hat’s nicht geschafft… :´-(
Gestern waren wir nochmal beim Tierarzt mit ihm, wo festgestellt wurde, dass er tatsächlich einen viel zu langen Backenzahn hat (das kommt bei Meerschweinchen häufiger vor, weil die Zähne ein Leben lang wachsen und nur durch Abnutzung gekürzt werden) und dass seine Fressprobleme VIELLEICHT daher kommen. Nun musste das Schweinchen aber zur Zahnkürzung betäubt werden, was natürlich bei Ronkainens Verfassung ein Risiko war – er war ja nur noch ein Strich mit ein bisschen Fell drumrum. Das war so ein Alles-oder-Nichts-Ding: entweder er stirbt, weil er nicht fressen kann, oder er stirbt an der Narkose – oder er wird wieder gesund. Und so waren wir uns einig, dass wir das Risiko eingehen mussten.
Und dann ist der kleine, schwache Kerl doch aus der Narkose nicht wieder richtig aufgewacht. *schnief*
Vielleicht ist es für ihn ja besser so, ehe wir ihn nochmal eine Woche lang mit Zwangsfütterung gequält hätten. Aber trotzdem…!
Ich hatte gedacht, dass ich mich vielleicht doch auch erleichtert fühlen würde, den kleinen Kerl nicht mehr leiden zu sehen und ihn nicht mehr rund um die Uhr pflegen zu müssen – aber jetzt fehlt er mir einfach nur. Und jetzt haben wir auch so ein armes Einzelschwein…! Vatanen so alleine in seinem Käfig hocken oder durch die Küche rennen zu sehen ist so herzzerreissend… *heul*
Von dem armen Schwein Ronkainen gibt’s nicht viel Neues zu berichten. Manchmal frisst er quadratmillimeterweise Salat, wenn er ihm direkt vor die Nase gehalten wird. Manchmal aber will er auch gar nichts. Manchmal will er, aber kann es anscheinend nicht kauen oder schlucken oder beides. Das arme Tier! Wir schwanken ständig zwischen Hoffen und Aufgeben und drehen ihm doch immer wieder eine Portion Möhrenbrei, und noch eine, und noch eine… rein. Immer in der Hoffnung, dass er wenigstens erstmal wieder kräftiger wird, kräftig genug, um wenigstens mal ausführlich untersucht werden zu können.
Psychisch ist das alles noch viel anstrengender als physisch. Ihn auch nachts zu füttern ist gar nicht so schlimm – ich muss zur Zeit sowieso alle paar Stunden aufs Klo rennen. Aber dann wieder zu sehen, wie er nichts fressen will, und genau zu wissen, irgendwann, bald, müssen wir entscheiden, ob wir weitermachen damit oder ob es alles keinen Sinn mehr hat und wir das arme Tier nur unnötig quälen, das ist furchtbar anstrengend und nervenzehrend. *heul*
Zum Glück hatte ich Freitag nun meinen letzten Arbeitstag. Erstens werde ich jetzt zu ein bisschen mehr Schlaf kommen, den ich dringend gebrauchen kann, und zweitens hat jetzt wenigstens einer von uns Zeit für Tierarztbesuche. Obwohl ich eigentlich die nächsten Wochen mit Bauchstreicheln und Nichtstun verbringen wollte…
Auf Arbeit waren alle lieb. Sobald eine Schwangerschaft offensichtlich ist, gratuliert einem hier jeder dazu. Vorgestern wünschten mir dann alle Glück und alles Gute für die Geburt. Ich finde das besonders rührend, wenn das von den Vogelgucker-Jungs kommt oder vom Techniker. Und Elina, die Kinder nicht mag und niemals selber welche haben möchte, hat dem Mäusekind ein paar allerliebste winzige Schuhe gestrickt und mir am Freitag geschenkt. Hab’ ich schon mal erwähnt, wie froh ich bin, das Mäusekind hier auf die Welt zu bringen?!
Ach so, ja, und dann war da ja noch das Stöckchen vom Haltungsturner. Aaalso:
Vier Jobs in meinem Leben:
Bibliotheksaushilfe
Jenaer-Glas-Verpacker
”Sachbearbeiterin Naturschutz” (ja, das war auf einem Amt!)
Mäusefänger
Vier Filme, die ich immer wieder sehen kann:
Zugvögel – Einmal nach Inari
Wir können auch anders
Die Scheinheiligen
Lost in Translation
Vier Orte, an denen ich gelebt habe:
Karl-Marx-Stadt
Jena
Konnevesi
Bielefeld (obwohl man sich da ja nicht so ganz sicher sein kann…)
Vier TV-Serien, die ich sehr gern sehe:
Löwenzahn
Muumins
(Öhm… sehr kindisch, ich weiss. Und auf vier komme ich schon gar nicht. Gibt’s im Fernsehen was Schrecklicheres als Serien?!)
Vier Orte, an denen ich Urlaub gemacht habe:
Malá Fatra (Die zweite Heimat meiner Kindheit. Und wenn’s geht, dann immer noch jedes Jahr.)
Tirana
Manchester (Auch nicht gerade der klassische Urlaubsort, aber dank der besten Studienfreundin einer der beeindruckendsten Urlaube überhaupt.)
Inari
Vier meiner Lieblingsgerichte:
Quarkkäulchen
Eierkuchen
Halušky
Lachssuppe
Vier Webseiten, die ich täglich besuche:
Ilmatieteenlaitos
Google
meinen Counter
Lila, nicht zuletzt wegen ihrer grossartigen Blogroll, und viele, viele andere Weblogs
Vier Orte, wo ich jetzt lieber wäre:
In Konnevesi, sonst nirgends anders als hier. :-)
Vier Blogger, die das mitmachen sollen:
Wer will? Wer will? Wer hat noch nicht? Stöckchen steht zur freien Verfügung! :-)
Meerschwein Ronkainen ist schlimm krank. Freitagabend sass er plötzlich apathisch im Käfig und wollte nichts mehr essen und trinken. Samstag waren wir mit ihm beim Nottierarzt. Seidem bekommt er Antibiotika auf Verdacht und wird mit Babybrei alle paar Stunden zwangsernährt. (Das Schlimmste ist, dass keiner wirklich weiss, was er hat, und wir erstmal nur Symptome behandeln können. Und diese kleinen Tierchen sind so empfindlich, dass jede Krankheit gleich lebensbedrohlich ist. *heul*) Der liebste Ähämann und ich kommen uns vor, als würden wir schon mal für die Tage und Nächte mit Baby trainieren. Bruder Vatanen ist lieb, hockt neben Ronkainen und frisst ihm was vor. (Bisher leider ohne Erfolg.) Das Mäusekind stupst Ronkainen jedes Mal von innen an, wenn ich ihn zum Füttern auf dem Schoss habe.
Bittebitte, nun werd’ doch wieder gesund!!!
(Eigentlich hatte ich mir meine letzte Woche vor dem Mutterschutz anders vorgestellt. Ich hab’ noch so viel zu tun – aber mit Schlafmangel und Sorgen und halbe Tage zu-Hause-Arbeiten geht das alles nicht. Und bitte, wäre es verzeihlich, wenn ich mich des Haltungsturners Stöckchens erst später annähme?)

Aus meiner mailbox:
”Greetings to V&R! Imagine, they are role models for Venla: usually she does not like to eat vegetables at all, but one day I happened to mention that „Vatanen and Ronkainen like to eat paprika very much“. And a miracle happened; she ate almost a whole paprika and said „Minä olen malsu“ and laughed…”
Oooooiiiiiiiiii! :-)
Vor ein paar Tagen kamen sie an und fielen in die Vogelbeerbäume des Studentendorfs ein. Grosse, tolle, bunte Vögel in riesigen Schwärmen. Ich habe mich in den letzten Wochen schon manchmal ein bisschen wie im Frühling gefühlt, weil so viele Vögel hier zu sehen waren und es an allen Ecken und Enden gepiepst hat wie im Vorfrühling. Das waren die Zugvögel, die, eine Art nach der anderen, hier auf Durchreise vorbeikamen. Auf Utö war es besonders eindrucksvoll, weil es für die Zugvögel die letzte Gelegenheit ist, sich noch einmal vollzufressen, bevor sie die lange Reise über die Ostsee antreten müssen. Aber in Turku waren doch auch sehr viele zu sehen. Nur, an diese grossen, bunten Vögel konnte ich mich vom letzten Herbst so gar nicht erinnern. Die hätten mir doch auffallen müssen?!
„Die waren letztes Jahr auch nicht da.“, liess ich mir gestern beim Mittagessen von unseren Vogelleuten erklären. Es wären Seidenschwänze, und sie kämen nur, wenn es, wie in diesem Jahr, besonders viele Vogelbeeren gäbe. Sonst zögen sie gleich weiter nach Mitteleuropa. Und, sie hätten von allen Vögeln die im Verhältnis zu ihrer Körpergrösse grösste Leber, damit sie mit dem Alkohol aus den schon angegorenen Beeren zurechtkämen. Natürlich, ein echter finnischer Vogel! ;-)
In ein paar Tagen werden sie wohl wieder verschwunden sein. Die Vogelbeerbäume, die dieses Jahr fast ein bisschen künstlich aussahen so brechend voll mit den roten Beeren, sahen jedenfalls heute früh schon furchtbar gerupft und halb abgeerntet aus.
Seit ungefähr zwei Wochen bekommen wir jede Nacht das hier zu hören:
Halb, um zehn Uhr abends fängt der erste mit seinem „dü-lü, dü-lü, dü-lü“ an – vor zwei Wochen lauschten wir mit aufgesperrten Ohren vom Balkon aus und hatten doch das Gefühl, wer auch immer da singt, dass er sich mit diesem „dü-lü“ irgendwie ein bisschen lustig macht über uns. Und dann singt und zwitschert es die ganze Nacht hindurch aus den Sträuchern am Fluss.
Samstagmorgen gegen zwei liefen wir von einer netten Geburtstagsparty am Aurajoki entlang nach Hause, und ich weiss nicht, was mich mehr gefreut hat – dass die Party mal wieder eine der fröhlichen, finnischen Partys gewesen war, auf der alle tanzen und ausgelassen sind und es keine Schnapsleichen gibt, oder der dunkelblaue Himmel über uns, im Osten schon ganz hell, oder dieser mysteriöse Gesang mitten in der Nacht, der erst dann für kurze Zeit abbrach, wenn wir direkt neben dem Busch, aus dem er kam, standen.
Natürlich wollte ich auch irgendwann wissen, wer da die ganze Nacht singt. Eine Nachtigall war’s jedenfalls nicht. Aber wozu arbeite ich mit lauter Vogelexperten zusammen! Keine „normale“ nightingale ist es, sondern eine thrush nightingale, ein Sprosser also! Na, nun wissen wir bescheid. Schade nur, dass die Deutschen alles so komisch benennen müssen. „Drossel-Nachtigall“ wäre doch viel schöner als „Sprosser“, oder?


