You are currently browsing the category archive for the 'Mäusekind(er)' category.
vom Mäuseknäbchen selbst kommentiert. ;-)

Morgens früh gegen sieben. Alles schläft. Das Mäuseknäbchen räkelt sich. „MAMA!“ Mama streckt den Arm aus. Aber dem Mäuseknäbchen ist nicht nach Streicheln, das Mäuseknäbchen fordert energisch: „AUF!“ Mama quält sich aus dem Bett. „DINT! WAAM!“ Aha. Das Mäuseknäbchen möchte trinken, und Mama soll bitteschön den Kakao warm machen. „Aber erst gehen wir uns waschen und anziehen!“ „BAD!“, sagt das Mäuseknäbchen. „Ja, dazu gehen wir ins Bad.“ Das Mäuseknäbchen wird aus Schlafanzug und Schlafbody geschält. „AB!“, fordert er, „PULLAD!“ Natürlich. Die Windel muss noch ab, denn das Mäuseknäbchen möchte sich auf das Töpfchen setzen und pullern. „DA! PULLAD!“ „Fein gemacht!“ Mama geht das Töpfchen ausspülen. „ANZIEH!“, sagt das Mäuseknäbchen und zeigt auf den Wickeltisch. Das Mäuseknäbchen wird angezogen. Jetzt aber in die Küche. Das Mäuseknäbchen tapst vorneweg. „DUHL!“, zeigt es auf sein Hochstühlchen und will hineingehoben werden. Mama nimmt die Milch aus dem Kühlschrank. „KALLD!“ Mama stellt den Becher mit dem Kakao in die Mikrowelle. ”WAAM! WAAAAM!!!! WAAAAAAM!!!“, ruft das Mäuseknäbchen ungeduldig. „Ja, jetzt ist’s warm, jetzt kannst du’s haben.“ Mäuseknäbchen trinkt. Mama rührt inzwischen puuro ein. “ALLE!“, sagt das Mäuseknäbchen. Tatsächlich, schon ausgetrunken! Jetzt gibt’s puuro. Aber das Mäuseknäbchen fuchtelt wild mit den Händen und schüttelt den Kopf. „Wie, du willst gar keinen puuro?“ „NEE! BUTTA!“ Ach so. Na gut, gibt’s eben ein Butterbrot. (Es ist übrigens ganz und gar egal, worauf die Butter geschmiert wird, Hauptsache Butter!) Mama und Mäuseknäbchen essen. „MÄUMA?“, guckt sich das Mäuseknäbchen fragend um. „Mäusemädchen und Papa schlafen noch!“ „DA!“ „Ja, dort im Schlafzimmer.“ Nach dem Frühstück geht’s wieder ins Bad. „Händewaschen!“, erklärt Mama. „PUTZEN!“, sagt das Mäuseknäbchen und möchte die Zahnbürste gereicht haben. Mäuseknäbchen putzt sich (oder was er dafür hält) die Zähne, sagt „BAM BAM!“ und reicht mir die Zahnbürste zum Ausspülen. (Wir singen seit geraumer Zeit dem Mäusemädchen das „Zahnputzlied“ vor, während wir ihr die Zähne putzen. Irgendwann fügte dem der Ähämann als Schlussakkord noch ein „Tam tam!“ hinzu. Deshalb.)
Stuuuunden später Aufbruch in den Kindergarten. Ganz wichtig, dass die „HANDAD!“ (also hanskat, also Handschuhe) schon von Anfang an sichtbar bereit liegen. Und wenn die „MÜTZE!“ aufgesetzt ist, muss das Mäuseknäbchen unbedingt noch allen die „BOMME!“ (also Bommel) daran zeigen. Und zuletzt kommen natürlich die „SCHUHN!“
Wenn wir abends wieder zu Hause ankommen, werden die „HANDAD!“ und die „MÜTZE!“ wieder „AB!“gesetzt bzw. „AUS!“gezogen. Dann bringt das Mäuseknäbchen seine „TOSSUT!“ (also seine Hausschuhe) und hält die Füsse hoch zum Anziehen. Mit dem Aufsuchen der Küche und dem Zeigen auf den „DUHL!“ widerholt sich ziemlich genau das Frühstücksritual, nur dass jetzt jede Menge Quatsch mit der grossen Schwester gemacht wird. Danach geht es wieder Händewaschen. „PUTZEN!“, zeigt das Mäuseknäbchen auf das Zahnputzzeug. „Nee, jetzt noch nicht. Erst vor dem Schlafengehen!“ Das Mäuseknäbchen bekommt eine neue Windel und möchte „PULLAD!“. Mama setzt ihn aufs Töpfchen und will was anderes machen, aber nein, „SETZEN!“ Gut, setzt sich Mama eben daneben. Mäuseknäbchen hat „PULLAD!“, wird wieder angezogen, tapst ins Kinderzimmer und kommt mit einem „BUUD!“, also Buch, wieder. Seine Favoriten sind derzeit ein Buch mit Kinderreimen und Fingerspielen (und nach jedem Umblättern macht er schon mal die entsprechenden Handbewegungen) und das Buch mit den Kinderliedern. „RABUMM!“, fordert er. Aha, Mama soll „Ich geh’ mit meiner Laterne“ singen. (Aber wehe, es ist nicht die richtige Seite dabei aufgeschlagen!) „MAL!“ fordert das Mäuseknäbchen. Mama singt nochmal „Ich geh’ mit meiner Laterne“. „MAL!“ fordert das Mäuseknäbchen. Mama singt nochmal „Ich geh’ mit meiner Laterne“. Kurz vor der zwanzigstens Wiederholung kommt das Mäusekleinkind mit dem Stubenwagen voller Puppen und rettet mich. ;-) „PUPA!“ Mäuseknäbchen will ein bisschen mitspielen. Plötzlich fällt dem Mäuseknäbchen etwas ein. „GATZE!“, sagt er und zeigt erst auf den Fernseher, dann auf die Fernbedienung. (Neulich, da guckten wir seit Ewigkeiten mal wieder unsere „Petterson und Findus“-DVD an, im Beisein der Mäusekinder. „Mit den Mäusekindern“ kann man eher nicht sagen, die finden Fernsehen ziemlich langweilig. Aber die „GATZE!“, die fand Anklang!) „Nein, jetzt gucken wir nicht die Katze an. Hol doch mal noch ein Buch!“ Mama und Mäuseknäbchen fachsimpeln über „BAGGA!“, „TRATRO!“, „MOND!“, „ATO!“ „APFE!“, „BOOT!“ und natürlich „GATZE!“ (Sein Lieblingstier, eindeutig. Mit Hunden hat er’s nicht so.)
Papa kommt nach Hause. Mäuseknäbchen lauscht den Geräuschen aus dem Windfang, ruft „PAPA!“, springt von meinem Schoss, wackelt in den Flur und begrüsst Papa mit einem lauten „HALLO!“.
Zeit fürs Abendbrot. „WAAM!“ soll der Kakao sein, und „BUTTA!“ auf dem „BOOD!“. Aber viel hat er nicht gegessen, als er schon anfängt, am Lätzchen zu zerren – „AB!“ – und „DILLE!“ (also Pastille, also Xylitolpastille) will. „Willst du nicht noch was essen?“ „NEE! BA-NANNE!“ „Ja, du kannst gleich in die Badewanne, aber ich muss erst noch aufessen!“ Das Mäuseknäbchen steht derweil „BA-NANNE!“ rufend vor der geschlossenen Badtür. Windel „AB!“, „PULLAD!“, „BA-NANNE!“. Mäuseknäbchen glücklich. Doch halt! Eins von Mamas langen Haaren hat sich im Wasser um seine Hand gewickelt! „HAA!“, hält er mir die Hand hin. Mama macht das „HAA!“ ab, behält es aber in der Hand, während sie Mäusemädchens Bemühungen, mit ihrer Lina Babyschwimmen in der Badewanne zu veranstalten, kommentiert. „MÜLL!“, hängt sich das Mäuseknäbchen bis zum Bauchnabel über den Badewannenrand und zeigt auf den Abfalleimer. Okay, okay, ich tu’ das Haar ja schon da rein…!
Jetzt noch „PUTZEN!“, was „DINT!“, ein „BUUD“ holen, und „NAT“-Geschichte vorlesen.
Schlaf schön, liebes Mäuseknäbchen! Weißt du eigentlich, wie toll das ist, schon so viel mit dir reden zu können?
Das Mäuseknäbchen steht pünktlich seit Herbstbeginn wieder halb sechs auf. (Hach, waren das Zeiten, im Urlaub, als er bis kurz vor acht schlief, und noch danach, als ich mich vom Wecker (!) um sieben wecken lassen musste…!) An guten Tagen *schiefgrins* kann ich ihn dazu überreden, noch eine halbe Stunde oder so im Dunkeln neben mir liegen zu bleiben (wobei ich ihn ununterbrochen streicheln muss, aber wenigstens meine Augen geschlossen halten kann), an schlechten Tagen muss ich sofort mit ihm aufstehen und „Buu!“ holen und vorlesen. (Ich lese seit Wochen vom Aufstehen bis zum Aus-dem-Haus-Gehen und vom Kindergarten-Abholen bis zum Schlafengehen nahezu ununterbrochen vor.)
Tja, wenn ich abends um neun ins Bett gehe, dann schaffe ich es auch, halb sechs die Augen schnell und weit genug zu öffnen, um für „Gatze!“, „Boot!“, „Apfel!“, „Tratro!“ die annähernd gleiche Begeisterung zu zeigen wie das Mäuseknäbchen. Ausserdem kann ich Frühstück vorbereiten, dem Mäusemädchen ein Kleidermännchen „Kleines Mäusemädchen“ legen, Windeln falten, mit dem Mäuseknäbchen mein Frühstück teilen, mich dabei ausgiebig mit künstlicher Sonne bescheinen lassen und trotzdem noch so zeitig auf Arbeit sein, dass die Mäusekinder trotz meiner Vollzeitarbeit beim Varsinais-Suomen Liitto auch mittwochs bis freitags nicht die letzten im Kindergarten sein müssen.
So weit so gut. Aber wie ich dann ab Sonntag die Zeit von halb fünf bis halb acht rumbringen soll (und woher die ganzen Streichhölzer für meine Augen nehmen), das weiss ich wirklich nicht.
Jedes Jahr der gleiche Scheiss!!! Können wir nicht endlich mal ganzjährige Sommerzeit einführen?!
„Die Amsel war die Bra-hau-te
mit dem Schiessgewe-he-her…“
trällert das Mäusemädchen vor sich hin.
Bisher war das Mäuseknäbchen in unserer Familie derjenige, der mit stoischer Ruhe alles hingenommen hat: dass er immer warten muss, dass Mama und Papa für ihn entscheiden, selbst die Knüffe und Püffe von der grossen Schwester.
Umso verblüffender ist es jetzt, mit anzusehen, wie der kleine Kerl auf einmal seinen eigenen Willen durchsetzt starrköpfig geworden ist.
Niemand darf da anfassen, wo er sich gerade festhält. (Wenn doch, dann folgt darauf energisches Gebrüll, Wegschieben der fremden Hände und gegebenenfalls dramatisches Auf-den-Boden-Werfen.) Das fing damit an, dass ihm niemand helfen durfte, sein Sandwägelchen um die Kurve zu schieben. Bitte, meinetwegen – das kann er ja inzwischen auch allein. Aber neuerdings darf man nicht mal mehr beim Einkaufen den Einkaufswagen schieben, in dem er drinsitzt!
Letztens gab es zum nachmittäglichen Joghurt die Reste aus einer Muuminkekspackung. Das Mäuseknäbchen konnte es kaum erwarten, als er sah, dass ich die Kekspackung aus dem Schrank nahm – nur um dann unter lautstarkem Protest, Kopfschütteln und Sich-Winden im Hochstühlchen den angebotenen, allerdings zerbrochenen Muuminkeks abzulehnen. Ein ganzer musste es sein! Nun waren aber kaum noch ganze vorhanden, und den einzigen verbliebenen nutzte ich zu Demonstrationszwecken: ich hielt ihn dem Mäuseknäbchen hin, er gierte förmlich danach, ich brach ihn in der Mitte durch, ihm dabei erklärend, dass das jetzt immer noch der gleiche Keks sei – er lehnte protestierend und kopfschüttelnd die Annahme des Kekses ab. Ich gab ihm die ganze Kekspackung zur Selbstbedienung – es vergingen geschlagene fünf Minuten, in denen er einen zerbrochenen Keks nach dem anderen aus der Schachtel pulte und wieder zurücklegte, bis dann doch die Gier und die Einsicht, dass wohl nicht anderes mehr zu kriegen sei, siegten und er anfing, auch halbe Muuminkekse zu essen.
Und er bringt es fertig, komplett auf sein Mittagessen zu verzichten, nur weil es statt seiner geliebten Röhrennudeln Schleifchennudeln gibt!
Prima! :-/
Und dieses Kind ist erst 1 ¼!!!
Samstagabend am Hafen. Während der Papa das Parkticket bezahlt, gucken Oma, Mama und Mäusekinder die gerade angekommene Fähre an. „Guckt mal, da geht gerade die Klappe auf!“, sagt Mama. „Da!“, sagt das Mäuseknäbchen. „Ja, ein LKW“, sagt Mama. „Siehste, jetzt fahren die Autos schon raus aus dem Schiff.“ „Wo fährt der denn jetzt hin?“, fragt das Mäusemädchen. „Na, der da fährt z.B. noch nach Estland.“ „Warum fährt der nach Estland?“ „Der ist von da. Das steht da drauf. Der fährt jetzt nach Helsinki, und dann muss der nochmal Fähre fahren.“ „Warum?“ „Weil…“ „Bagga!“, schreit das Mäuseknäbchen. „Nein, das ist kein Bagger. Das ist ein Schlepper für LKW-Anhänger. Der holt die jetzt vom Schiff, und dann werden die an einen LKW gehängt.“ „Warum?“ „Na das ist doch praktisch, da muss der LKW-Fahrer nicht mitfahren…“ „Baba!“, ruft das Mäuseknäbchen. Aha, Papa kommt. Auf ins Hafengebäude. Einchecken. „Warum holt der Papa unsere Tickets?“ „Damit wir die vorzeigen können, sonst dürfen wir nicht aufs Boot.“ „Warum?“ „Nein, Mäusemädchen, komm da runter!“ „Ich will nur mal da raufklettern.“ „Nein, komm, es geht gleich weiter!“ Das Mäuseknäbchen tapert sehr zur Erheiterung seiner Mitreisenden zwischen Beinen und Koffern durch die Wartehalle. „Мальчик или девушка?“ „Äääh… мальчик!“ „Mama, Mama, warum müssen wir hier warten?“ „Weil wir noch warten müssen, bis wir reingelassen werden.“ „Warum?“ „Weil das Schiff erst noch saubergemacht werden muss. Die Kabinen müssen geputzt werden und die Betten neu bezogen…“ „Wääääääh!“ „Wollen wir „einen Kreis“ machen?“ „Ja!“ „Kommt, anfassen… und los: Ringelringelreihe, wir sind der Kinder… ähm, fünfe…“ „Nochmal!“ ”Ringelringelreihe…” ”Nochmal!” „Ringelringelreihe… Oh, jetzt geht’s los! Komm, Mäuseknäbchen, du musst jetzt nochmal in den Wagen. Mäusemädchen, hältst du dich am Wagen fest?!“ „Ja!“ „Möchtest du auf den Fahrstuhlknopf drücken?“ „Ja!“ „Oh, so eine grosse Kabine! Da haben wir ja viel Platz! Möchtest du auf dem Fussboden schlafen?“ „Ja! Wie in Jena!“ „Genau! Jetzt aber schnell ausziehen, Hände waschen, Zähne putzen!“ „Ich geh alleine aufs Klo!“ „Mach das!“ „Mama, wo kann man denn hier spülen?“ „Du musst den Klodeckel zumachen, dann ist dahinter so ein Knopf. So, ja, genau. Jetzt aber Händewaschen!“ „Wäääääääh!“ „Ja, Mama kommt ja gleich. Lass dich doch mal vom Papa umziehen!“ „Wäääääh!“ „Ja, du bist dolle müde, du kannst ja gleich schlafen…!“ „So, komm her, Mama liest jetzt eine Gute-Nacht-Geschichte… Welches Schlaflied soll ich denn singen? So, nun schlaft schön!“ „Ich schlaf nich’ schön! Ich bin ganz wach!“ (Fünf Minuten später sind beide – einer rechts, eine links von mir – fest eingeschlafen.)
Sonntagmorgen. „Dülülü, dülülü… Saavumme noin tunnin kuluttua Tukholmaan…” Zwei verschlafene Köpfchen heben sich. ”Mama, was mach’mer denn?” ”Jetzt ziehen wir uns erst mal an und gehen frühstücken.” „Und dann gehen wir nach Stockholm?!“ „Ja, genau!“ „Ich geh alleine aufs Klo!“ „So, raus mit euch. Möchtest du auf den Fahrstuhlknopf drücken?“ „Ja!“ „Bleibst du mit der Oma hier, während wir Frühstück holen?“ „Ja!“ – „Mama, Mama, was ist denn eine Wasserstrasse?“ „Das ist da, wo das Schiff langfährt.“ „Die Oma hat gesagt, dass das eine Wasserstrasse ist.“ „Wäääääääh!“ „Möchtest du ein bisschen was von Mäusemädchens Kakao?“ ”Hier, Mäuseknäbchen!”, hält das Mäusemädchen ihm die Tasse hin. „Nenenenene!“, schüttelt er energisch den Kopf. „Wääääääääh!“ „Ja, du bist noch ganz müde!“, sagt Mama, „du musst dann bald nochmal schlafen!“ „Mama! Guck! Händewaschen!“ „Ja, gleich. Na, komm! Müssen wir erstmal eine Toilette suchen.“ „Wieso müssen wir eine Toilette suchen?“ „Damit wir dort Hände waschen können. Ah, hier!“ „Hier ist das Waschbecken ganz hoch, da komm ich gar nicht ran.“ „Da heb ich dich hoch! So, fertig. Jetzt müssen wir uns aber beeilen, das Schiff hat schon angelegt.“ „Wieso hat das Schiff schon angelegt?“ „Na das ist jetzt im Hafen, und wir müssen aussteigen.“ „Und jetzt geh’n wir nach Stockholm?“ „Ja, genau!“ „Komm, wir müssen unsere Tasche noch einschliessen.“ „Mama, wie riecht’s denn hier?“ „Ich weiss nicht, ich riech’ nichts. Aber setz mal deine Mütze auf!“ „Neeeiiin, das ist doch viel zu warm, da krieg ich doch einen Käsekopf!“ *lach*
Wir verlassen das Terminal und gehen – endlich – nach Stockholm. ;-)
„Möchtest du auf den Ampelknopf drücken?“ „Ja!“ „Komm, hier lang!“ „Warum geh’n mir denn hier lang?“ „Weil wir jetzt in die Stadt wollen.“ „Möchtest du wieder auf den Ampelknopf drücken?“ „Ja!“ „Wääääääh!“ „Hier, Mama, ich habe eine „Nase“ gefunden!“ „Oh, fein, soll ich dir die ankleben?“ „Ja!“ „Wäääääääh!“ „Ich habe für Mäuseknäbchen auch eine Nase gefunden. Hier, Mäuseknäbchen!“ „Wääääääääh!“ „Ja“, sagt Mama, „du bist so müde, du legst dich am besten nochmal schlafen!“ Das Mäuseknäbchen wird im Mäusevolvo verpackt, protestiert noch eine Weile, während ihm schon die Augen zufallen, und fällt dann in einen zweieinhalb Stunden (!) andauernden Schlaf. „Papa trag mich!“ „Nein, Papa, lass mich wieder runter, ich will selber laufen!“ „Wir gehen jetzt gleich zum Schloss. Das ist nicht so bunt wie das Schloss, das wir mit Oma und Opa angeguckt haben, aber viel grösser!“ „Wo ist das Schloss von Oma und Opa?“ „Nicht das Schloss von Oma und Opa – das Schloss, das wir angeguckt haben!“ „Mir ist kalt!“ „Dann musst du ein bisschen rennen!“ „Mama komm mit mir rennen!“ „Guck, da! Was’n das für ein Auto?“ „Ja, das ist komisch, das hat nur drei Räder…“ „Das woll’n wir uns jetzt mal angucken!“ „Klar.“ „Mama! Guck da!“ „Was denn?“ „Da!“ „Meinst du die Kirche?“ „Nein! Daaaa!“ „Ach so, das Denkmal?“ „Ja! Da sitzen Leute drauf!“ „Ja, da kann man auch drauf sitzen…“ „Heb mich hoch!“ „Komm, wir gehen jetzt weiter! Willst du in die Trage?“ „Ja! Nein, lass mich wieder runter. Papa trag mich! Nein, nich’ so! So!“ „So?“ „Nein, so!“ „So?“ „Nein, so! Mama, guck, da ist ein Löwe! Ich will da drauf!“ „Na dann… So, jetzt gehen wir zum nächsten Löwen.“ „Da!“ „So… und jetzt zum nächsten Löwen.“ „Da!“ „So, und jetzt weiter… möchtest du den Ampelknopf drücken?“ „Ja!“ „Ist schon grün. Komm, weiter!“ „Mama! Da ist ein Löwe!“ „Ja, aber du musst doch nicht auf jedem Löwen reiten.“ „Doch! Auf dem hier!“ „Guck mal, du hast schon ganz kalte Hände. Wir gehen dann erstmal in ein Café.“ „In ein Café gehen!!!“ „Guck, da, auf den Turm gehen wir dann gleich!“ „Warum?“ „Weil man da schön runtergucken kann!“ „Mama, guck!“ „Ah, das ist ja schon ein richtig gelbes Herbstblatt!” ”Hier, Mäuseknäbchen!” ”Oh, das ist aber lieb von dir! – Nicht in den Mund stecken!“ „Mama, Mama, da ist ein Springbrunnen!“ „Aber wir wollen doch erstmal auf den Turm!“ „Da ist aber ein Springbrunnen.“ „Na, dann gehen wir kurz zum Springbrunnen. Nein, Mäuseknäbchen, nicht in den Springbrunnen klettern!“ „So, jetzt steigen wir auf den Turm! Gehst du vorneweg?“ „Ja!“ Das Mäusemädchen erklettert den ganzen Rathausturm alleine. „Da ist ein Fenster, da kann man rausgucken!“ „Ja, aber wir wollen doch ganz hoch, da können wir ringsrum rausgucken!“ „Wann sind wir denn ganz oben?“ „Jetzt!“ :-) „Oh, guck mal, da kommt gerade ein Flugzeug!“ „Daaaa!“ „Und da, da kommt ein Boot, das fährt jetzt gleich unter der Brücke durch?“ „Wo?“ „Da unten!“ „Ich seh’s nich’!“ „Doch, gleich hier unten!“ „Boo!“ „Und guck mal, da ist eine Baustelle, da sind ganz viele Kräne!“ „Mama, du sollst weitergehen und mir noch mehr zeigen!“ „Na klar… guck mal, da hinten ist der Hafen, da steht genauso ein grosses Schiff wie das mit dem wir hergekommen sind.“ „Wo ist ein Schiff?“ „Na da!“, hockt sich Mama hin und zeigt. „Wääääääh!“, sagt das Mäuseknäbchen. „Ach ja“, sagt Mama, „jetzt siehst du ja nichts. Aber ich muss doch dem Mäusemädchen mal das Schiff zeigen! Ich steh’ auch gleich wieder auf!“ „Dann woll’n wir noch auf DEN Turm gehen!“, sagt das Mäusemädchen und zeigt auf einen Kirchturm. „Ich weiss nicht, ob man auf den auch gehen kann. Aber wenn wir noch einen Turm finden, auf den man steigen darf, dann gehen wir da rauf, versprochen! Wollen wir jetzt erstmal irgendwo ein Eis essen?“ „Ja! In ein Café gehen!“ „Na dann müssen wir erstmal wieder runter. Gehst du wieder vorneweg?“ „Ja.“ Das Mäusemädchen steigt allein den ganzen Rathausturm wieder runter. „So, komm’ wir gehen da lang!“ „Aber wir wollen doch ein Eis essen!“ „Jaha, das machen wir ja auch, aber wir müssen erstmal einen Eisstand finden!“ „Papa soll mich tragen!“ „Macht der Papa.“ „Wääääääh!“ „Nein, Mäuseknäbchen, die Mütze musst du auflassen. Den Pullover kann ich dir ausziehen. Warte… so… fertig.“ „Da vorn ist ein Café. Lass uns da was trinken.“ „Mama, guck, da ist ein Hubsteiger!“ „Ja.“ „Mama, guck, da! Eine Hüpfburg! Mir woll’n da jetzt hingehen!“ „Ja, wenn wir ausgetrunken haben!“ „Nein jetzt gleich!“ „Nein, wenn wir alle fertig sind. Musst du mal auf Toilette?“ „Ja.“ „Na dann komm!“ „So, jetzt gehen wir zur Hüpfburg. Zieh deine Schuhe aus. Nein, warte noch, da dürfen immer nur zehn Kinder gleichzeitig drauf. Du musst hier warten.“ „Wääääääh!“ „Nein, Mäuseknäbchen, du darfst heute nicht mit auf die Hüpfburg. Die ist ganz voll und nur für grosse Kinder.“ „Wääääh!“ „Komm, wir laufen ein bisschen rum!“ „Bawa!“ „Ja, da ist ein Hund. Der geht spazieren.“ „Mama, ich will auch so einen Luftballon!“ „Da müssen wir mal gucken, wo es die gibt.“ „Mama, war das im Skanssi, wo ich Mäuseknäbchens Luftballon habe wegfliegen lassen? War das dort ganz hoch?“ „Ja, so war das. Und dann hatte Mäuseknäbchen keinen Luftballon mehr. Ah, hier. Komm, da müssen wir uns anstellen.“ „Warum?“ „Weil andere Kinder auch einen Luftballon wollen. Aber wir sind gleich dran. Welche Farbe möchtest du denn?“ „Einen roten. Und Mäuseknäbchen einen grünen.“ „Gib mal deine Hand hin, dann bekommst du ihn gleich drumgebunden, da kann er nicht wegfliegen.“ „Aber Mäuseknäbchen soll seinen Luftballon auch an die Hand gebunden bekommen!“ „Nee, das stört ihn sicher. So am Kinderwagen ist gut! Soll Papa dich tragen?“ „Nein!“ „Aber wir wollen doch noch ein Eis essen, bevor wir zurück zum Schiff müssen, und wir haben nicht mehr so viel Zeit.“ „Nein, ich will selber laufen!“ „Aber wenn der Papa dich auf die Schultern nimmt, dann fliegt dein Ballon gaaanz hoch. Wollen wir das mal probieren?“ „Ja!“ „Oh, guck, hier gibt’s Eis. Was für eins willst du denn?“ „Das hier!“ „Kein Erdbeereis?“ „Nein, das hier!“ „Aber das ist Salmiakeis, das schmeckt doch nicht.“ „Doch, ich will das aber!“ (Es folgt ein müdigkeitsbedingter Trotzanfall samt Auf-den-Boden-Schmeissens, weil sich das Mäusemädchen nicht für eine Eissorte entscheiden kann.) „Äääääääh! Äääääääh!“ „Ja, du bekommst auch was von Mamas Eis!“ „Mama, guck!“ „Ja, da hast du ein bisschen gekleckert, das wischen wir dann weg.“ ”So, Mäuseknäbchen, du legst dich jetzt nochmal kurz schlafen, und du, Mäusemädchen, gehst beim Papa in die Trage!” „Nein!“ „Doch! Wir haben nicht mehr so viel Zeit. Und du bist so müde, du kannst ruhig ein bisschen die Augen zumachen in der Trage.“ „Neeeeeiiiiiin!“ Das Mäuseknäbchen ist binnen zwei Minuten eingeschlafen, das Mäusemädchen kann kaum noch die Augen offen halten, aber an Schlaf ist natürlich nicht zu denken. Eine halbe Stunde später: „Muäh!“ „Ach, bist du aufgewacht? Na, gerade rechtzeitig, wir wollen hier noch was essen! Wartet ihr mit der Oma hier, bis wir das Essen geholt haben?“ „Wääääääh!“ „Na gut, nehme ich dich eben in die Trage.“ ”Ich will auch mitkommen!” „Na dann kommst du eben auch mit!“ „Ich will noch ein Stück Gurke!“ „Hier, bitte!“ „Äh! Ääh!“ „Ja, du kriegst noch ein Stück Brot!“ „Musst du nochmal auf Toilette?“ „Ja!“ „Na dann…!“ „Mama, hier ist auch ein Wickeltisch! Guck mal!“ „Ja, den brauchen wir jetzt aber nicht!“ „“Warum?“ „Weil das Mäuseknäbchen gerade erst eine neue Windel bekommen hat. So, jetzt geh’n wir. Oh, du hast ja die Luft aus deinem Ballon gelassen. Jetzt fliegt der ja nicht mehr!“ „Hm…“ „Naja…“ „Guck mal, pehmeä!“ „Ja, der ist jetzt ganz weich!“ ”So, jetzt müssen wir nur noch unsere Tasche aus dem Schliessfach holen.” „Aus welchem Fleecefach?“ „Schliessfach. Da, wir wir heute früh die Tasche eingeschlossen haben! Und weisste, deinen Luftballon kannst du eigentlich mal in den Müll schmeissen!“ „Mama! Hier! Hier, Mama! Mama!“ „Ach ja, da ist ja ein Mülleimer, den hab ich gar nicht gesehen. Na, dann schmeiss ihn da rein!” ”Ja!” „So, da ist der Papa mit unseren Tickets. So, gut festhalten auf der Rolltreppe. So, Mäuseknäbchen, jetzt darfst du raus aus dem Wagen.“ „Mama, guck!“ „Ja, da sind zwei Kinder. Mit denen kannst du Finnisch reden.“ „Sag mal wie ich heisse!“ „Nee, das kannst du doch selber machen!“ „Nee, Mama, mach du!“ Das Mäuseknäbchen flirtet derweil mit einer Gruppe hübscher Finninnen. „So, jetzt geht’s los. Komm, Mäuseknäbchen, in den Wagen, und du, Mäusemädchen, hältst dich schön fest, damit wir uns nicht verlieren. Möchtest du auf den Fahrstuhlknopf drücken?“ „Ja.“ „So, jetzt schnell noch was essen, dann geht’s ins Bett. Möchtest du was von Mäuseknäbchens puuro?“ „Ja!“ „Noch mehr?“ „Nein. Das schmeckt mir nicht. Ich will BROT!“ „Du hast doch gerade eine ganze Menge Brot gegessen. Wenn du nichts mehr willst, kannst du auch gleich zähneputzen gehen.“ „Ich geh alleine aufs Klo!“ „Mach das. So, Händewaschen, komm, lass dich umziehen. Du auch, Mäuseknäbchen!“ „So, Gutenachtgeschichte… Welches Schlaflied soll ich singen? Schlaft schön!” Das Mäusemädchen ist innerhalb von zwei Minuten eingeschlafen, das Mäuseknäbchen lässt sich ohne Probleme ins Bett verfrachten, obwohl er noch gar nicht so richtig müde ist, guckt noch ein ganzes Weilchen rum und schläft dann die ganze Nacht ohne sich zu rühren, was toll ist, da wir uns ein Bett teilen müssen. Irgendwann in der Nacht höre ich das Mäusemädchen flüstern. „Was willst du denn?“, frage ich. „Die Picknickflasche doch!“, fordert das Mäusemädchen. „Ach du hast Durst… hier!“ Schon wieder eingeschlafen.
Montagmorgen. „Dülülü, dülülü… Saavumme noin tunnin kuluttua Turkuun…” Zwei verschlafene Köpfchen heben sich. ”Mama, fahren wir jetzt gleich in den Kindergarten?” „Ja, und Mama zum Kurs und Papa auf Arbeit und Oma ins Hotel.“
Eigentlich war alles genauso wie bei unserem letzten Besuch. Nur ganz anders. :-)
„Ich will ein richtiges Fahrrad“, sprach das Mäusemädchen letzte Woche auf dem Laufrad sitzend, „eins mit Steigbügeln, nein, Tretbügeln.“ :-) Soll sie haben. Bald.
„Ich will auch Fahrradfahren!“, sprach ich zum Ähämann. „Und zwar jeden Tag. Und zwar so, dass du die Kinder in den Kindergarten bringen kannst und ich sie abholen kann. Dieses Busgefahre hängt mir nämlich zum Hals raus.“ Also gibt es im Hause F. seit neuestem einen Fahrradanhänger, obwohl ich nie, nie, nie einen haben wollte. Und obwohl es sich so anfühlt, als führe man die ganze Zeit mit angezogener Bremse, bin ich sehr glücklich. Dieses Busgefahre hing mir nämlich wirklich sehr zum Hals raus.
(Fragt bitte nicht, wie man in Finnland so einen Fahrradanhänger erwirbt. Oh, wollt ihr doch wissen? Naja, dann… Also, im ersten Fahrradgeschäft wurde uns ein Modell – nicht schlecht, aber definitiv nicht in Frage kommend – vorgeführt, während ein zweites unerwähnt daneben stand. „Das?“, sagte der Fahrradhändler auf Nachfrage. „Das ist Mist.“ Ahja! Im zweiten Fahrradladen gab es genau ein Modell mit der sagenhaften Gewichtsbegrenzung von 20 kg. (Wir sprechen von einem Anhänger für zwei (!) Kinder!) „Habt ihr auch noch ein anderes Modell?“ „Nein. Letztes Jahr hatten wir ein anderes.“ Daraufhin beschlossen wir, den Anhänger dann auch von einem Onlinehändler zu beziehen.)
„Jetzt braucht mein Fahrrad aber wirklich endlich mal eine Generalüberholung!“, sprach der Ähämann, der mit seiner kaputten Schaltung und dem schweren Anhänger dran jetzt öfter mal am Berg steckenbleibt, zu mir. Meins auch, aber ich warte erstmal ab, wie des Ähämanns Fahrrad nach der Reparatur heute aussieht. Vielleicht lohnt es sich ja doch, die Fahrräder aufs Auto zu laden und zum Lieblingsfahrradhändler nach Jena zu bringen… *seufz*






