You are currently browsing the category archive for the 'Die spinnen die Finnen' category.
Gestern das finnische Wort mit der längsten Aneinanderreihung von Vokalen gelernt: hääyöaie.
(Ich falle eben von einem Extrem ins andere. Früher lernte ich so Sätze wie Strč prst skrz krk.)
Wenn man den Finnen sagt: „Esst weniger Salz!“, dann essen sie fortan ungesalzenes Essen.
Wenn man den Finnen sagt: „Sport ist gesund!“, dann sieht man fortan überall und zu jeder Tageszeit joggende Menschen jeden Alters.
Wenn man den Finnen sagt: „Xylitol ist gut für die Zähne!“, dann kauen fortan alle nach dem Essen Xylitolkaugummi.
Und wenn die Finnen diesmal genauso brav sind, dann hat auch die Schweinegrippe keine Chance in Finnland. ;-)
Derzeit gibt es nämlich wenig Werbung an den Bushaltestellen, sondern Verhaltensmassregeln:
![]() |
![]() |
![]() |
„Huste ins Taschentuch oder in den Ärmel!“
„Wasch dir die Hände!“
„Sei zu Hause krank!“
(Letzteres allerdings sollte man zuallererst den finnischen Ärzten nahebringen, die einen selbst mit einer eitrigen Angina für nicht mehr als drei Tage krankschreiben.)
„Dieser Kiosk ist während des Sommers geöffnet – ab 15.5.“, stand auf dem einen Zettel. Direkt daneben hing ein zweiter: „Wegen Urlaub ab 1.7. geschlossen.“
Dass die Finnen Weltmeister im Eisessen sind, merkt man auch daran, dass es auf dem Turkuer Marktplatz – nicht grösser als 150 x 150 m – fünf (!) Eisbuden gibt.
Kann mir mal jemand erklären, warum in Finnland sämtliche Speisen nahezu salzlos zubereitet werden, Butter und Margarine aber grundsätzlich (und nicht zu knapp!) gesalzen ist?
Und kann mir dann auch noch jemand erklären, warum Butter OHNE Salz doppelt so teuer ist?
Nicht nur die Spielautomaten in den Eingangsbereichen von Supermärkten und auf Busbahnhöfen sind äusserst beliebt:
Sondern auch Bingo-Automaten:
Eigentlich war ich auf der Suche danach, ob das Gerücht stimmt, dass das im November neu eröffnete letzte Stück Autobahn zwischen Turku und Helsinki schon wieder gesperrt ist, weil irgendwas an den Sicherheitssystemen der Tunnel nicht stimmt. (Autobahnbauen in Finnland ist eine teure und zeitaufwändige Angelegenheit – normale Erdarbeiten gibt’s nicht bei dem Granitboden hier, und der überwiegende Teil der neu zu bauenden Strasse muss in die Landschaft gesprengt werden. Über- oder unterirdisch.)
Stattdessen fand ich diesen schönen Artikel über eine Pressekonferenz des Verkehrsministeriums, bei der die finnischen Autofahrer darüber unterrichtet wurden, dass man in Tunneln weder anhalten noch umdrehen darf. Ah ja!
(Es bestand offensichtlich Aufklärungsbedarf im bislang weitestgehend tunnelfreien Finnland. Denn Autofahrer hatten angehalten, um sich so einen Tunnel mal in Ruhe von innen anzusehen. Oder weil das Navigationsgerät ausfiel und eine 180-Grad-Wendung vorschlug. Oder sogar, um im Trockenen ihr Auto von Schnee und Eis zu befreien.)
Ich hoffe, dass die Sperrung der Autobahn wieder aufgehoben ist, wenn wir morgen Abend nach Helsinki fahren. Das würde uns eine Menge Zeit sparen. Und besonders gespannt bin ich auf die sieben neuen Tunnel, von denen der längste immerhin 2,3 km lang ist. Zum Glück wissen wir ja jetzt auch, wie wir uns dort zu verhalten haben: Nicht anhalten, nicht wenden, nicht das Fahrlicht ausschalten. ;-)
Zwei Deutsche auf einem finnischen Weihnachtsmarkt. „Oh, sieh mal da, da gibt’s Bratwürste!“ „Oh, lecker!“ „Ja, aber guck mal, die gibt’s wieder nur in Papier, kein Brot, kein Senf…“ „Hm… wo ich grad solchen Appetit auf Bratwurst hätte…“
„Weihnachtsbratwurst!“, pries da auch schon der Verkäufer an. „100 % Fleisch!“ (Was durchaus bemerkenswert ist, da finnische Bratwurst üblicherweise zu ca. 30 % aus Fleisch und 70 % Pappe Mehl besteht.) „Ja, sieht ja auch wirklich lecker aus“, sagten die Deutschen, „aber so ohne Senf…“ „Da braucht man doch keinen Senf dazu! Die ist doch ganz stark gewürzt!“, entgegnete der Verkäufer. „Nach deutschem Rezept!“, setzte er noch hinzu. „Hm, na gut, aber so ohne alles…“ zweifelten die Deutschen immer noch. „Aber weisst du was?“, sagten sie zueinander, „hier auf dem Weihnachtsmarkt, da gibt’s doch alles, was in der Region von Hand hergestellt wird. Nicht nur Adventskränze und gestrickte Mützen und Wollschühchen für Babys und Puppenpullover und Kerzen und Wichtel aus Holz, sondern auch Lebensmittel. Lass uns Brötchen kaufen und Senf und dann wiederkommen!“
Möhrenbrötchen aus dem Viererpack: 2,20 €
1 babygläschengrosses Glas Senf: 6,00 €
2 Weihnachtsbratwürste: 5,00 €
Lecker. Und das nächste Mal bringen wir Brötchen und Senf gleich von zu Hause mit. ;-)









