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Heute früh, auf dem Weg zur Arbeit, stieg beim Kindergarten die Filifjonken-Gruppe in den Bus ein. Einer der kleinen Filifjonken kam neben mir zu sitzen, woraufhin ihn seine Betreuerin aufmerksam machte: ”Weisst du, neben wem du sitzt? Neben Anniinas äiti!” Jahaaa, ich bin eine bedeutende Persönlichkeit, ich bin die Mutter eines Stars!

Das Mäusemädchen ist nämlich der Star des Kindergartens und hat einen richtigen Fanclub. Als sie vor einem Jahr im Kindergarten anfing, war sie ja noch ein richtiges Baby und die Kleinste dort, und schon deswegen die Attraktion schlechthin! Die Mädchen aus der Vorschulgruppe fingen irgendwann an, früh einen Wachposten nahe der Eingangstür zu stationieren, der bei unserem Erscheinen losrannte und den Rest der Gruppe alarmierte: ”Anniina tulee!” Woraufhin drei bis fünf Mädchen angerannt kamen, beim Ausziehen halfen, streicheln wollten und höflich fragten, ob sie denn Anniina auch mal hochheben dürften. Manchmal musste ich direkt darum kämpfen, dass ich Anniina zu ihrer Gruppe tragen durfte und nicht eines der Vorschulmädchen.

Ich glaube, der ”Fanclub” war richtig toll für sie, vor allem am Anfang. Sie hat dort alle die Extra-Aufmerksamkeit bekommen, die ein Kindergartenkind von seiner Mama eben nicht mehr bekommen kann. Auch das ist ein Grund, warum ich auch so ein kleines Kind jederzeit wieder in den Kindergarten geben würde und nicht in den perhepäivähoito, wo eine Tagesmutter vier Kleinkinder betreut. Der Betreuungsschlüssel im Kindergarten ist der gleiche – in Anniinas kleiner Gruppe gibt es eine ”Kindergartenlehrerin” und drei ”Kinderpflegerinnen” für 15 Kinder, oft zusätzlich noch einen Praktikantin – nur dass er eben flexibler und meiner Meinung nach deswegen günstiger ist. Einen weiteren Vorteil des Kindergartens sehe ich in den Betreuungszeiten – normalerweise ist eine Betreuung von 6:30 Uhr bis 17:00 Uhr möglich, aber wir haben das Glück, einen Kindergarten zu haben, der auch Abendbetreuung bis 22:00 Uhr anbietet, für Kinder von Schichtarbeitern zum Beispiel. Nicht, dass wir das normalerweise brauchen würden, aber als wir im September Ausnahmezustand hatten wegen Mama in Konnevesi und Papa ganztags in Espoo, da war der Gold wert.

Aber zurück zum Fanclub. Als das Mäusekleinkind zu laufen anfing, hatte sie es nicht schwer, jemanden zu finden, der ihr dabei half. Die grossen Kinder nahmen sie an der Hand und liefen geduldig mit ihr spielplatzauf, spielplatzab. (Und waren entsprechend enttäuscht, als sie es selbst konnte und sich nicht mehr an der Hand nehmen lassen wollte.)
Wenn sie draussen spielt, dann meistens mit den Grossen.
Frans aus der diesjährigen Vorschulgruppe, der immer ungefähr zur gleichen Zeit abgeholt wird wie das Mäusekleinkind, geht sich immer erst noch, wenn er eigentlich schon abmarschbereit ist, von Anniina verabschieden.
Und manchmal kommt es vor, dass wir auf dem Weg nach Hause ein anderes Kind aus dem Kindergarten treffen, das entweder lauthals freudig oder verschämt flüsternd und auf uns zeigend seinem Vater oder seiner Mutter kundtut, das da wäre Anniina.

Und so sonne ich mich im Glanz unseres kleinen Stars und erwäge ernsthaft die Anschaffung eines gut lesbaren Namensschilds mit der Aufschrift ”Anniinan äiti”, damit auch wirklich jeder gleich Bescheid weiss.

 

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