… mit der ich schon so dies und das und jenes erleben durfte, lässt auch im Jahr 2007 mein Herz höher schlagen.

Ich muss mal wieder aufs Konsulat. Wegen einer schnöden Identifizierung, um in Deutschland ein neues Bankkonto eröffnen zu können. (Nach langem Suchen habe ich endlich ein ganz und gar kostenloses online-Girokonto gefunden. Genau das, wonach ich seit vier Jahren suche.) Was tut frau? Zuerst im Internet auf den Seiten der deutschen Botschaft Helsinki nach den Öffnungszeiten des Konsulats in Turku suchen. Ha, die Anschrift hat man nun doch in der Zwischenzeit geschafft zu ändern, aber Öffnungszeiten sucht man vergeblich. Immerhin gibt es eine Telefonnummer. Frau greift zum Hörer, wählt – und hört am Ende ein völlig unverständliches Genuschel, aus dem weder das finnische noch das deutsche Wort für Konsulat herauszuhören sind, woraufhin frau so verwirrt ist, dass sie vorsichtshalber auf Englisch nachfragt, ob sie richtig verbunden ist. ”Ja,” schallt es fröhlich auf Deutsch mit finnischem Akzent aus dem Hörer, ”was möchten Sie bitte?” ”Nur ihre Öffnungszeiten.” ”Also, die sind von 9 bis 10.” Frau meint, sich wohl verhört zu haben. Kurze Pause. ”Am Freitag aber nicht vor um elf. Dann wäre es besser, sie kämen am Nachmittag.” Meint frau sowieso. ”Um wieviel Uhr würden Sie denn kommen?” ”Um 17:30 Uhr,” liegt frau auf der Zunge, frau beherrscht sich aber und fragt: ”Na wann haben Sie denn nachmittags auf?” ”Also immer von 13 bis 15 Uhr. Ausser freitags.” ”Hm, also dann vielleicht doch lieber vormittags.” seufzt frau, ”Wie war das gleich nochmal?” ”Immer von 9 bis 12.” Na, gottseidank, denkt frau, war wenigstens das mit 9 bis 10 nur ein Versprecher!

Nächster Tag. Frau macht sich gemeinsam mit Ähämann (der auch ein solches Konto eröffnen will) und Kind auf den Weg ins denkbar entlegenste Gebiet Turkus zum deutschen Konsulat. Nach 7,5 km mit dem Fahrrad ist frau auch schon da. ”Womit kann ich helfen?”, fragt die Konsulatssekretärin. Frau erklärt. ”Aha. Ja, dann haben Sie bestimmt so ein Formular.” ”Nein, haben wir nicht,” erklärt frau, ”aber die Bank hat mir erklärt, das wäre nicht so wichtig, ein formloses Schreiben würde es auch tun.” Nachdem die Sekretärin ca. 5 Minuten in ihren Computerdateien gesucht hat, wie man denn nun in einem solchen Fall zu verfahren habe, während der frau, unterstützt vom Ähämann, einige Lösungsvorschläge vorgebracht hat, beschliesst sie, besagtes formloses Schreiben aufzusetzen. ”Sie müssen mir aber beim Formulieren helfen.”, setzt sie noch hinzu. Allein die Tatsache, dass sie Finnin ist, lässt frau darüber ein klitzekleines bisschen grosszügiger hinwegsehen. Abschliessend wird das Schreiben auf hochfeines geprägtes Papier ausgedruckt, bestempelt und dem Konsul zur Unterschrift vorgelegt. Frau bekommt dafür 15 Euro abgeknöpft. Frau freut sich, dass frau den Ähämann überredet hat, gleich mitzukommen, sonst wären für ihn eigene 15 Euro fällig geworden. Immerhin etwas! Schlussendlich bekommt frau das Schreiben auf dem hochfeinen Papier ausgehändigt, mit dem Zusatz: ”Also hier ist jetzt noch die alte Adresse des Konsulats aufgedruckt. Aber das macht ja wohl nichts?!” ”Nein, überhaupt nicht, sagt frau, ”So im Interesse des Umweltschutzes und so…” Aber was für ein Armutszeugnis eigentlich, denkt frau andererseits.

Im Austausch lässt frau eine Stinkewindel des Kleinkindes da und verlässt mit Ähämann und Kind die Lokalität, hoffend, nicht so schnell wiederkommen zu müssen. (Noch zwei Jahre bis zur finnischen Staatsbürgerschaft! Kleiner Scherz…)

Ach ja, da die Konsulatssekretärin um Weiterverbreitung bat:

Liebe deutsche Leser und Leserinnen nördlich von Kehä III, falls ihr in nächster Zeit einen neuen Pass beantragen müsst, tut es sofort! Ab Oktober 2007 geht das nicht mehr über die Konsulate, sondern nur noch in der Botschaft in Helsinki. Ich stell’ mir grad’ vor, ich wohne in Rovaniemi… *frau wird schlecht* *frau beantragt sofortige finnische Staatsbürgerschaft*