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Seltsam, wie schnell so ein Jahr um sein kann… Als ich den ersten Tag zu Hause blieb, lag genauso viel Schnee wie jetzt, und am liebsten habe ich Schnee geschippt, trotz des dicken Bauchs. Jetzt guckt mir ein eingemummeltes Mäusekind aus dem Kinderwagen heraus dabei zu.
Ich freu’ mich auf Arbeit. Die Freude wird ungefähr eine Woche lang anhalten. ;-) Oder ein paar Stunden, falls mein grossartiger Chef gleich morgen wieder irgendwas Unmögliches von sich zu geben hat. (Als ich mich letzte Woche anlässlich des Symposiums abends zu einer Besprechung, wie es nun mit meiner Arbeit im letzten Jahr noch weitergehen soll, mit dem australischen Peter und meinem ehemaligen Kollegen traf, wollte er ja nicht mitkommen. So dass ich morgen alles mit ihm nochmal durchkauen muss. Ich hab’ ja sonst nichts zu tun…!)
Ganz schrecklich wird es werden, das Mäusekind morgen für den ganzen Tag im Kindergarten abzugeben. *schnüff* (Zum Glück mache ich das nicht, sondern der Ähämann. Ich hole sie dann wieder ab.) Allerdings war mir die Vorstellung letzte Woche noch viel schlimmer als diese Woche, wo sie immerhin schon drei Mal für kürzere oder längere Zeit ohne mich dort geblieben ist. Immerhin weiss ich, dass sie dort gut aufgehoben ist. Sie muss zum Beispiel nicht im Bett schlafen, sondern wird ihren Mittagsschlaf draussen im Kinderwagen machen. Und bei einer „Kindergartenlehrerin“, drei „Kinderpflegerinnen“ und mindestens einer Praktikantin auf maximal 16 Kinder wird auch immer jemand Zeit für sie haben. Als ich Anniina gestern nach zwei Stunden wieder abholte, lag sie z.B. tief und fest schlafend bei einer der Kinderpflegerinnen auf dem Arm, und das schon seit einer halben Stunde. (Und das unser Kind, das sonst nie irgendwo anders schläft!)
Der Kindergarten wird übrigens nicht nur für Anniinas Finnisch gut sein, sondern auch für meins. Wenn ich sonst in diesem vergangenen Jahr nichts gelernt habe, dann wenigstens eine Menge Finnisch. Zwar beschränkt sich das neue Vokabular hauptsächlich auf Schwangerschafts-, Geburts- und Babybegriffe, aber ich hab’ ja nicht nur Worte gelernt, sondern auch, mich besser auszudrücken und mehr zu verstehen. Als ich am Montag bei der Kindergartenleiterin den Vertrag unterschreiben war, sagte sie mir gleich, wie erleichtert alle gewesen wären, dass sie sich mit mir so gut auf Finnisch verständigen könnten *rotwerd* und dass sie alle schon befürchtet hätten, sie müssten mit mir Englisch reden, wo sie das doch alle nicht so recht könnten.
Wenn ich könnte, würde ich gern halbtags arbeiten. Oder nur drei Tage die Woche. Aber leider macht sich das in der Wissenschaft nicht so gut, und als Doktorand überhaupt nicht. Da muss ich jetzt durch.
Das Beste ist, dass ich jetzt eine deadline für meine Arbeit habe: ich habe noch Geld bis Ende März 2008. Das sollte zu schaffen sein. (Und irgendwann reicht’s ja auch mal. Ehrlich!)
Dann mal los!!!
wenn es erst so richtig kalt wird (Dienstag), dann so richtig dolle schneit (Mittwoch) und wegen der vorangegangenen Kälte gleich alles liegenbleibt, dann so warm wird (Freitag), dass man schnell noch einen Schneemann bauen kann, bevor es wieder knackig kalt wird (Sonnabend).
Schlechtes Timing ist:
wenn man sein Kind im März bekommt, einem Zeitpunkt, zu dem die meisten finnischen Kinder geboren werden. Wenn man dann bei plötzlicher Witterungsänderung seinem Kind angemessene Kleidung kaufen möchte – weil sowohl Witterung als auch Kindeswachstum nicht so wirklich vorhersagbar sind – ist natürlich in der entsprechenden Grösse ALLES schon ausverkauft. Noch schlimmer ist, dass gleich nach Weihnachten Winterschlussverkauf ist und danach die Frühlingssachen in die Geschäfte kommen – zu einer Zeit, wo der Winter gerade mal so richtig anfängt.
Wo bitte kriege ich jetzt für das Kind einen Wechselschneeanzug in Grösse 80, der unter 100 € kostet? *stöhn*
(Ja, es gänge zur Not auch ohne. Aber einer, mit dem sie sich demnächst mal in den Schnee setzen könnte – was mit dem KELA-Anzug definitiv nicht geht – wäre vielleicht doch ganz schön.)
Na, das trifft sich ja gut. Alke will was über Bier wissen – und dann auch noch über finnisches Bier, dabei sagt man dazu lieber gar nichts… - und der Haltungsturner will wissen, wie ich so koche. Ganz unfraulich sage ich gleich mal zu Beginn, dass ich zu ersterem lieber Auskunft gebe. ;-)
Dann mal los:
Weizen, Pils, Alt oder Kölsch?
Pils.
Weizen nur mit Bananensaft. *hmmmm*
Alt und Kölsch? Das sieht doch schon so eklig aus!
Welche Marke?
Reichenbrander. Weil das in unserer Familie schon immer getrunken wurde.
Ansonsten gerne tschechisches oder slowakisches Bier. Wobei mir Budweiser (also das echte jetzt!) zu bitter ist.
Von finnischem Bier gerne die I-er Version, also mit extra wenig Alkohol (III-er Bier entspricht in etwa einem deutschen Pils), besonders gut für die Sauna, weil ich sonst gleich einschlafe, und auch gut, wenn man noch stillt und nicht weiss, ob das Kind wirklich verlässlich die Nacht durchschläft. :-) Lapin Kulta ist wohl die bekannteste finnische Marke, allerdings bei Ausländern aus “Bierländern” eher verschrieen. Wir trinken meist Koff oder Karhu. Aber ganz ehrlich, ich schmecke da keinen Unterschied.
Nenne drei Biere, die jeder einmal getrunken haben sollte?
Weiss ich doch nicht!
Achtest du beim Bier auf das deutsche Reinheitsgebot?
Nö.
Welches Bier musst du noch trinken, weil du das noch nie getan hast?
Oh, da gibt es vermutlich jede Menge. (Ach, übrigens, Alke, ich habe damals in dem heissen Sommer 2003 jede Menge Detmolder getrunken. Fand ich lecker.)
Ein Bier, das keines ist?
Finnisches I-er Bier wahrscheinlich. Aber wie gesagt, ich mag’s.
Beck’s schmeckt nach?
Keine Ahnung. Nie probiert. ”Westbier” ;-) ist nicht so meins, schon gar nicht, wenn es so penetrant beworben wird.
Das schönste Logo hat die Marke…
Von den finnischen Bieren: Karhu. Der guckt so schön grimmig. Und die Werbung für den Karhu-”Sikspäk” fand ich auch klasse.
Ansonsten mag ich die bierservierende Ziege auf dem Kozel.
Ist Saufen gut?
Nein. Aber wenn man die Finnen fragt, dann schon. Kneipen werden hier gerne danach beurteilt, ob man sich mit möglichst wenig Geld möglichst viel besaufen kann.
Macht Bier glücklich?
Wenn man an einem heissen Sommertag so richtig durstig ist, dann macht ein kühles Bier zumindest kurzzeitig glücklich. Ja.
Bist du ein Glas- oder Flaschenkind?
In der Sauna aus der Flasche. Sonst aus’m Glas.
Kannst du eine Bierflasche ohne Öffner öffnen?
Nö. Und muss ich ja auch nicht, ich hab’ schliesslich so schöne DDR-Relikte wie einen Öffner mit hinten dran Hornimitat mit eingearbeiteter Wartburgplakette (sowas Schönes gab’s in meiner Schwiegerfamilie) oder diese unheimlich praktischen Öffner, mit denen man hinterher die Flasche wieder verschliessen kann. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mich dieser Dinger schämen oder stolz sein soll, sowas noch zu haben. ;-)
Hast du einen Bierbauch?
Nö. Bierbäuche haben doch nur Männer! ;-)
Trinkst du Feierabendbiere?
Nö.
Bevorzugst du Kindergrößen, also kleiner als 0,5 ltr?
Oh ja! Da ich Flüssigkeiten egal welcher Art nur in recht kleinen Mengen runterbringe, ist mir auch kleines Bier am liebsten. Da kommen mir die 0,33-l-finnischen-Flaschen übrigens auch gerade recht.
Uff, das waren die Bierfragen. Jetzt wird’s peinlich. Jetzt muss ich mich zum Kochen äussern:
Kannst du kochen? Wenn ja, kochst Du gerne?
Mit Rezept, ja. Meine beste Freundin aus Studienzeiten kann sich heute noch köstlich darüber amüsieren, dass ich ein Heftchen mit selbst aufgeschriebenen Rezepten besass, in dem zu lesen war, dass man Rührei für eine Person aus 2 Eiern und und 2 Esslöffeln Milch zubereitet. Aber ich bin nun mal gern auf der sicheren Seite.
Ob ich gerne koche? Nein.
Wann isst bei Euch die ganze Familie gemeinsam?
Wenn der Ähämann nicht früh zu lange liegengeblieben ist und lieber ohne Frühstück auf Arbeit rennt, dann zum Frühstück. Wochentags esse ich mit Anniina gemeinsam Mittag, am Wochenende kocht uns der Ähämann was, da essen wir erst, wenn sie Mittagsschlaf macht. Abends essen wir auch meist erst, wenn sie schon im Bett ist. Allerdings wird sich das alles nochmal ändern, wenn sie durch den Kindergarten einen anderen Rhythmus hat. Wahrscheinlich werde ich dann auch schon aus dem Haus sein, wenn der Ähämann und Anniina zusammen frühstücken, dafür machen wir dann vielleicht alle gemeinsam Abendbrot.
Was isst Du zum Frühstück?
Auf jeden Fall was Süsses. Toastbrot mit Marmelade oder Honig oder auch mal nur mit Zucker, manchmal nur diese Eierwaffeln mit Butter drauf. Am Wochenende dazu ein Ei. Und als ich so richtig viel stillen musste, habe ich oft früh mit Käsebrot angefangen, seltsamerweise. Aber jetzt wieder ausschliesslich süss.
Wann, wo und wie esst ihr in der Woche?
Mittags jetzt? Also Anniina und ich zu Hause. Ich irgendwas halbfertiges, was schnell geht, so dass wir gemeinsam essen können. Sie maximal ein Viertel Gläschen Babyfutter mit extra gekochtem Reis oder kleinen Makkaroni, weil sie es, genau wie ihre Mama, gar nicht leiden kann, wenn im Essen mehr Sosse als Substanz ist. Der Ähämann meist beim Chinesen bei seiner Arbeit um die Ecke, weil die diversen finnischen Mensen und Kantinen nicht eben besonders leckeres Essen anbieten.
Ab Februar Anniina im Kindergarten, ich auf Arbeit. Wahrscheinlich werde ich mich wieder eher selten durchringen können, in die Mensa zu gehen, weil das Essen wirklich nicht toll ist da, also wird es wohl eher wieder bei Sandwich und munkki bleiben…
Wie oft geht Ihr ins Restaurant?
Sehr unterschiedlich, aber vielleicht im Durchschnitt so zwei Mal im Monat. Schön ist, dass hier nie und nirgends in einem Restaurant geraucht werden darf, also waren wir mit Anniina schon auswärts essen, da war sie gerade mal zwei Wochen alt und schlief im Kinderwagen, während wir assen. Neuerdings liebt sie es, im Hochstühlchen “wie eine Erwachsene” mit am Tisch zu sitzen und rumzugucken, so dass wir halbwegs in Ruhe essen können. :-)
Wie oft bestellt Ihr Euch was?
Bestellen nie. (Oh, ich musste gerade an unsere fetten Nachbarn denken, bei denen alle zwei Tage das Pizzataxi vor der Tür hält…) Aber wir holen uns ziemlich oft takeaway vom Chinesen.
Zu 5 und 6: Wenn es keine finanziellen Hindernisse gäbe, würdet ihr das gerne öfters tun?
Nö. Die Hindernisse sind anderer Art. ;-) (Irgendwann würden wir z.B. ganz gern mal wieder ganz ungehetzt zu zweit abends essen gehen.)
Gibt es bei Euch so was wie Standardgerichte, die regelmäßig auf den Tisch kommen?
Nudelauflauf in diversen Variationen.
Hast Du schon mal für mehr als 6 Personen gekocht?
Nö.
Kochst du jeden Tag?
*stöhn* Bloss nicht! Eigentlich hatte ich ja überlegt, ob ich für Anniina selber kochen sollte, aber bei den winzigen Mengen, die sie isst, lohnt sich wirklich der Aufwand nicht.
Hast Du schon mal ein Rezept aus dem Kochblog ausprobiert?
Nö. Der Ähämann guckt manchmal bei chefkoch.de
Wer kocht bei Euch häufiger?
Der Ähämann. Der kocht fast immer. Ich bin traditionell nur für ein paar wenige bestimmte Gerichte zuständig.
Und wer kann besser kochen?
Der Ähämann natürlich! :-)
Gibt es schon mal Streit ums Essen?
Nö.
Kochst du heute völlig anders, als Deine Mutter / Deine Eltern?
Nö, ganz und gar nicht. :-) Meine Mutter kocht genauso ungern wie ich und grundsätzlich nach Rezept, dafür aber lecker. :-) Mein Vater kocht gar nicht, ist aber mit allem zufrieden, wäre er auch, wenn gar kein warmes Essen auf den Tisch käme. Wenn er doch mal kochen muss, kocht er sich Nudeln, Pudding oder Tütensuppe.
Doch, ich bin meinen Eltern sehr ähnlich. In der Beziehung. ;-)
Wenn ja, isst Du trotzdem gerne bei Deinen Eltern?
Obwohl nein, esse ich gerne bei meinen Eltern, ja. :-)
Bist Du Vegetarier oder könntest Du Dir vorstellen vegetarisch zu leben?
Nein, dafür finde ich ein ordentliches Schnitzel (das es hier leider nicht gibt) oder ein leckeres (Schweine-)steak ab und zu doch zu lecker. Aber ich mach’ mir nicht viel aus Fleisch und mag auch die meisten Fleisch- und Wurstsorten nicht. Ich glaube, ich käme eine ganze Weile gut aus als Vegetarier.
Was würdest Du gerne mal ausprobieren, an was Du Dich bisher nicht rangewagt hast?
So einen voileipäkakku, wie’s ihn bei Ludwig – der das Rezept aus Schweden mitgebracht hat – immer zum Geburtstag gab.
Kochst Du lieber oder findest Du Backen spannender?
Wenn schon, dann lieber backen. Aber auch das macht der Ähämann besser und mit grösserer Begeisterung…
Was war die größte Misere, die Du in der Küche angerichtet hast?
Kann mich an keine erinnern. Wie auch?
Was essen Deine Kinder am liebsten?
Reiswaffel. ;-)
Im Ernst – wenn sie kein Löffelchen Brei mehr will, kein Stückchen Brot, kein Stückchen Banane, keinen Keks – Reiswaffel geht immer noch. Leider kann ich das Kind nicht ausschliesslich von Reiswaffeln ernähren. *seufz*
Was mögen Deine Kinder überhaupt nicht?
Mehr als drei Löffelchen Brei. Zumindest meistens. Und andere Milch als die von Mama.
Was magst Du überhaupt nicht?
Rind, Wild, Leber, Innereien, Thunfisch, Spinat, Rosenkohl… fallen mir jetzt spontan ein.
So, und jetzt seid ihr dran. Ihr alle! ;-)
Während Anniinas Mittagsschlaf hat es 20 cm geschneit. Also sind wir danach schneeschippen gegangen, haben uns mit dem Kinderwagen durch den Tiefschnee bis zur Loipe gequält, um die Schneehöhe im Wald zu prüfen, haben schnell was gegessen, Anniina in die „Kiepe“ gepackt, Mama die Skier angeschnallt, und sind eine Stunde durch den Wald gezogen. Danach haben wir wieder Schnee geschippt.
Sooo schön! Wir zwei schlafen heute Nacht bestimmt wie die Murmeltiere.
Es sind -15 Grad, und ich ziehe meinem Kind an:
Eine Strickjacke…
Eine Strickjacke, Wollsocken…
Eine Strickjacke, Wollsocken, einen Wolloverall…
Eine Strickjacke, Wollsocken, einen Wolloverall, “Stiefelchen”…
Eine Strickjacke, Wollsocken, einen Wolloverall, “Stiefelchen”, Handschuhe…
Eine Strickjacke, Wollsocken, einen Wolloverall, “Stiefelchen”, Handschuhe, einen Schneeanzug…
Eine Strickjacke, Wollsocken, einen Wolloverall, “Stiefelchen”, Handschuhe, einen Schneeanzug und eine Helmmütze aus Wolle (mit extra dicker Fütterung über der Stirn und den Ohren!).
Geschafft! Jetzt können wir den Müll wegbringen gehen.
Es ist fast immer die gleiche Sorte Auto mit den niedrigen Nummern: alte Geländewagen. Und der mit der Nummer Sieben stand heute auf dem Parkplatz, als wir vom Kindergarten zur Bushaltestelle gingen. Das ging jetzt aber mal schnell! :-)
Im Kindergarten war es ganz toll, Anniina ist zwischen den “grossen” Kindern rumgerobbt, hat Spass gehabt und sich um mich gar nicht gekümmert. Die Erzieherinnen sind natürlich alle lieb, und ja, das wird schon werden… *seufz*

So gross schon! Und so süss!
Sie robbt kreuz und quer durch die Wohnung. Nichts ist ihr mehr zu weit. Keine Schwelle zu hoch.
Im Bett dreht sie sich hin und her, und her und hin. Wer bitte hat das nochmal gesagt, dass sich Babys im Schlafsack nicht auf den Bauch drehen können?! Nachdem es eine Zeit lang immer Theater gab, hat sie jetzt endlich gelernt, dass man auch auf dem Bauch schlafen kann, und die Bauchlage nicht nur zum Hochrecken und Aufstehen da ist. Tagsüber schläft sie eigentlich nur noch auf dem Bauch. Sie schläft mittlerweile nur noch ein Mal am Tag, nachdem sie mit zwei Mal schlafen plötzlich jede Nacht eher aufwachte. Wenn es gut geht, schläft sie so zweieinhalb Stunden. Wenn nicht, ist sie nach anderthalb Stunden wieder wach. (Aber nicht ausgeschlafen.) Meist geht es aber gut. Und selbst wenn sie nicht ausgeschlafen ist, kann sie das mittlerweile gut wegstecken. Unser grosses Mädchen!
Sie hat einen Zahn. Naja, ein Zehntel Zahn oder so. Am Donnerstag war er noch überhaupt nicht zu sehen, nur zu hören, wenn sie Saft aus dem Glas trank. Mittlerweile kann man auch was sehen. Der Zahn ist so problemlos gekommen, dass wir ihn noch lange nicht bemerkt hätten, tränke sie nicht aus einem richtigen Glas.
Das heisst allerdings nicht, dass sie jetzt auch kräftig essen täte… *seufz* Ganze 300 g hat sie in den letzten beiden Monaten zugenommen. Sie ist nicht mal so sehr mäkelig – eigentlich isst sie alles, nur alles in winzigen Portiönchen. Und stillen findet sie auch nicht mehr soooo toll – früh nuckelt sie noch recht hingebungsvoll, aber auf das Stillen abends könnten wir fast auch verzichten.
Sie war auch zum zweiten Mal in ihrem kleinen Leben krank. Aber wie beim ersten Mal war es schnell vorbei und hat sie nicht weiter gequält. Diesmal hat sie dolle gehustet, die Arme, aber trotz erst laufender und dann verstopfter Nase konnten wir diesmal auf Nasentropfen verzichten. Diese Klötzchen zum unters Bett legen sind eine prima Erfindung!
Diverse Ängste, die sie vor zwei Monaten noch gequält haben, sind wieder verschwunden. Mittlerweile darf ich sogar in ihrem Beisein staubsaugen.
Und am meisten Spass macht, dass wir anfangen, miteinander richtig zu kommunzieren. Am Anfang hielt ich es noch für Zufall, dass sie mir die Hand entgegenstreckte, wenn ich sie fragte: “Gibst du mir das Würfelchen?“ Oder: „Gib Mama mal die Windel!“, aber nein, Zufall ist das nicht mehr. Und auf die Frage, ob sie noch was essen oder trinken will, gibt sie sehr deutlich Antwort! :-)
Hach, ist das schön mit so einem Mäusekind! Hoffentlich verpasse ich nicht alle wichtigen Sachen, wenn sie dann in den Kindergarten geht… Morgen gehen wir das erste Mal gemeinsam hin. *seufz*
Zuerst sahen wir heute die Acht. (Aber die nützt ja nichts, solange ich die Sechs und die Sieben nicht habe.) Und dann gingen wir zum Domcafé. Rechts um den Dom rum, nicht links rum. Da standen eine Menge Autos. Auch mal wieder eine 1. Aber über die bin ich ja nun schon lange raus! (Sehr komisch nur, dieses Kennzeichen – VER 1 – da die Einsen auf finnischen Kennzeichen nur Striche sind, ergab sich das Wort veri. Bitte, wer fährt denn mit sowas auf dem Kennzeichen rum?!) Ausserdem ein grosses Auto vom Turun Sanomat und irgendein Fernsehübertragungsauto. „Was machen die denn hier“, fragte ich mich noch, und war schon am Weitergehen, als der Ähämann sagte:“Na bitte, ich wusste doch, dass wir die Sechs heute noch sehen!“ Das Turun Sanomat-Auto hatte sie.
Mit dem Foto kann ich auch dienen. Allerdings zweifle ich stark an der Germanophilie eines einzelnen Busfahrers – diese Aufschrift ist hier nämlich des Öfteren zu lesen. Und kaffe mit nur einem e ist schwedisch, und paussi leitet sich wohl auch eher vom schwedischen paus ab als von der deutschen Pause, wie so viele Wörter hier, die ihren Ursprung im Schwedischen haben.
Und „kahvipaussi“? Das sagt kein Mensch! Wenn, dann hiesse es kahvitauko!
Wollen wir doch mal festgehalten haben.
Heute haben wir schon mal den „Ernstfall“ geprobt – wie das dann so ist, wenn Mama den ganzen Tag auf Arbeit ist. Unter erleichterten Bedingungen – Papa war mit dem Mäusemädchen zu Hause. (Mama auf Symposium. Heute und morgen.)
Als ich gerade eine strahlende und aufgedrehte Anniina in die Arme schliessen konnte – hach, war der Tag lang, aber hach, war das auch mal wieder schön! – berichtete mir der Ähämann so nebenbei, ja, das was sie da gerade mache – den Hintern hochrecken beim Robben – das habe sie heute den ganzen Tag gemacht („Aber das macht sie doch schon lange?!“ Nein, tut sie nicht!). „Ach ja, und sie hat übrigens auch einen Zahn.“
Wie?! Da bin ich einen Tag nicht da, und das Kind lernt krabbeln und bekommt seinen ersten Zahn?!
Kann es morgen abend vielleicht laufen?!
Heute sah ich sie wieder während ihrer kurzen Pause. Gross, schlank, lange blondierte Haare. Weisse Bluse, dunkelblauer Pullover, enge Stoffhose. Aufwändig geschminkt. Die Geldtasche wie ein kleines Handtäschchen mit langen Fingern schwenkend, schritt sie auf zehn Zentimetern hohen, dünnen Absätzen elegant zur Toilette.
Was die Frau arbeitet?
Sie ist Busfahrerin auf der Linie 4.
… so vor geschätzten neunzigeinhalb Jahren, als noch nicht jeden Morgen gegen fünf ein kleines, zappelndes, forderndes, warmes, kuscheliges, gieriges Wesen in unser Bett kam, war alles anders.
Da wurde zum Beispiel der Ähämann viel öfter krank als ich. Und ich steckte mich nie beim ihm an. Und wenn ich doch mal krank wurde, dann steckte sich der Ähämann nicht bei mir an. Heute teilen wir als „richtige“ Familie alles. Auch unsere Krankheiten. Diesmal hat es zuerst den Ähämann erwischt, der hat das Mäusemädchen angesteckt, und als Letzte war ich dran. Bin es immer noch. *hust* *schnief* *röchel* (Das einzig Positive daran ist, dass ich mir mehrmals täglich einen Löffel Bromhexin auf Zucker zu Gemüte führen darf *njam* das schon im vorletzten Weihnachtspäckchen war, aber mangels Husten bisher nicht angerührt werden durfte.)
Das kann ja noch heiter werden. Insbesondere, wenn das Mäusemädchen ab Februar in den Kindergarten geht.
(Ja, sie bekommt definitiv einen Kindergartenplatz, wie jedes Kind in Finnland. Aber wir wissen immer noch nicht wo. Dabei wollten die heute anrufen. Haaach…!)
…gehört, diverse Stöckchen, von denen man getroffen wird, aufzuheben. Dann mal los. Gefragt waren diesmal Lieblingsorte.
Im Wohnort
Der Dom.
Das Café im Stockmann-Kaufhaus – zum Mütter-mit-Babys- und Frauen-mit-Babybauch-Gucken. :-)
Meg und Geoffreys Wohnung. Komplett mit Megs leckerem Essen und Geoffreys Anekdoten aus seiner Kindheit in Afrika und seiner Zeit als Ausländer in Finnland, von “Mister Peruutus“ zum Beispiel, der manchmal die Sauna bucht und manchmal auch nicht *prust*… Irgendwann lassen wir uns adoptieren und ziehen da ein. ;-)
Die Eisbade-Sauna auf Ruissalo.
Die Landzunge auf Ruissalo, an der die Schwedenfähren nur ein paar Dutzend Meter entfernt wie riesige Häuser vorbeifahren.
Der Weg am Fluss entlang – im Sommer, wenn das Gras am Ufer so fett grün ist, wie es das eigentlich gar nicht gibt, und der Fluss träge wie ein schlammiger See daliegt, oder im Winter, wenn der Fluss gefroren ist und der Schnee darauf in der Sonne blendet.
Die Skiloipe hinter unserem Haus, wenn die Laternen schon eingeschaltet sind (und am liebsten natürlich mit Schnee und Skiern an den Füssen… *seufz*).
In der Nähe
Der Bootssteg in Konnevesi.
Die Mannerheimintie in Naantali, wenn die Touristen weg sind.
Die Domstufen in Helsinki, von denen aus man die Fähren wie Hochhäuser über den Präsidentenpalast ragen sehen kann.
Ein Schlafwagenabteil im Zug nach Lappland.
Der Leuchtturmhügel auf Utö, von wo aus man die ganze Insel überblicken kann, im Norden das Archipelago, im Süden das offene Meer, und den Frachtern, die beim Passieren von Utö entweder einen Lotsen an Bord nehmen oder wieder absetzen, lange, lange hinterherschauen.
In der Ferne
Der Gipfel des Kleinen Rozsutec in der Malá Fatra, von dem aus man auf Jožkos Hof gucken kann und mit Fernglas sehen kann, auf welcher Wiese seine Kuh angepflockt ist, ob „der Professor“ aus Bratislava in seiner Sommerhütte ist oder nicht, und ob der Bus aus Žilina pünktlich ist.
Die Kernberge in Jena. Auf dem Gipfel des Jenzig. Auf dem Uniturm in Jena. (Merkt man irgendwie, dass ich weite Ausblicke mag?!) Das „Stilbruch“ in Jena. Ach, sagen wir gleich Jena. ;-)
Die Erzgebirgsdörfer in der Adventszeit. Die Fichtenwälder des Erzgebirges (immer).
Dieser Berg in Narvik, auf den uns vor vier Jahren eine Seilbahn im Abendsonnenschein gebracht hat und dessen restliche Höhenmeter wir in der Mitternachtssonne erklommen – diese totale Stille da oben, die nur unterbrochen wurde, als kurz vor Mitternacht ein kleines Flugzeug weit, weit unter uns in Narvik landete, und dieses Sommernachtslicht, haaach *schwärm* - obwohl wir dort nur ein Mal waren und somit die Definition „Lieblingsort“ vielleicht falsch ist, aber der kommt mir immer in den Sinn, wenn ich nach einem schönen Ort gefragt werde.
…
Ich behalte das Stöckchen mal noch und kaue noch ein bisschen darauf rum – bestimmt fallen mir noch dreiundzwanzig andere schöne Orte ein. Wer das Stöckchen dringend haben will, der nehme es mir einfach weg!
…Plusgrade, und ab und zu schüttet es wie aus Eimern. Wasser, versteht sich, kein Schnee. :-(
Eigentlich müsste ich seit gestern wieder arbeiten gehen. Nun versuche ich, den geschenkten Monat dazu zu nutzen, endlich die Leserei für mein Buchexamen ernsthaft anzugehen. Eigentlich sollte das kein Problem sein, denn selten habe ich ein so gut und interessant geschriebenes Lehrbuch gelesen. (Tim Caro “Antipredator defenses in birds and mammals“. Und weil’s so schön ist, werde ich, um auf die geforderten 1000 Seiten zu kommen, auch gleich noch sein “Behavioural ecology and conservation biology” lesen.). Ausserdem schläft das Mäusemädchen ja inzwischen recht verlässlich tagsüber. Neuerdings weint sie, wenn sie nicht schnell genug in ihr Bettchen kommt – „Nein, Mama, nicht erst den Schlafsack anziehen! Nein, kein Schlaflied singen! Ich will endlich schlafen!“ – statt wenn sie dann im Bettchen liegt und schlafen soll. :-) Dann entziehe mir nur noch jemand den Internetanschluss, und ich kann gleich im Februar mein Buchexamen ablegen. Naja, oder ein paar Wochen später. ;-)
Nun warten wir nur noch dringend auf den Bescheid, in welchem Kindergarten ein Platz für Anniina frei ist. In dem, der uns am liebsten wäre, höchstwahrscheinlich nicht. *seufz*
Letzte Woche schon beim Spazierengehen in Halinen entdeckt. Vor dem Haus mit dem grossen Fenster, durch das man immer drei kleine Kinder beim Durch-die-Küche-Wuseln sehen kann. :-) Allerdings fehlte mir da noch die Vier. Und als ich die hatte, war’s auch nicht so einfach. Drei Mal mussten wir vorbeigehen, bis das Auto heute Abend endlich wieder davor stand. (Zwischendurch befürchteten wir schon, es wäre nur ein Besucherauto gewesen.)
Eigentlich war alles wie immer. Nur schöner. Unser erstes Weihnachten zu dritt. :-)
Ohne Schnee. Mit Weihnachtsfriedensverkündigung ohne Regen. Mit Weihnachtsgottesdienst wie immer in der Katariinankirkko, nur diesmal zwei Stunden eher, in dem für Kinder. (Leider war das Mäusemädchen zu diesem Zeitpunkt schon mehr als reif für Mittagsschlaf. Im Auto nach Hause – Busse fahren ja ab Heiligabend 14:00 Uhr bis zum zweiten Feiertag nicht – ist sie dann sofort eingeschlafen und hat anschliessend, weil sie so fest schlief, dass wir sie nicht ins Bettchen umlagern wollten, im Autositz in voller Montur im Schlafzimmer bei weit geöffnetem Fenster noch eine Stunde weitergeschlafen.) Mit vielen, vielen Geschenken unterm Weihnachtsbaum. Wir haben eine Stunde lang die verschiedenen Geschenk- und Postpakete ausgepackt, und Anniina ist aufgeregt unter dem Baum herumgerobbt. An den Feiertagen haben wir gefaulenzt und ausführlich gesungen – am 26. im Weihnachtsgottesdienst unserer Gemeinde wie immer ”Stille Nacht” und ”O du fröhliche” auf Deutsch, und am 27. haben wir gleich nochmal mit der Gemeinde geträllert, die schönsten Christmas Carols. Anniina ist derweil auf dem Bauch kreuz und quer durch die Kapelle gerutscht. :-)
[Weihnachtsfotos]
Am Mittwoch sind wir auf ”Kreuzfahrt” nach Stockholm und zurück gegangen. Weil der Ähämann dieses Jahr zwei ”dienstliche” Kreuzfahrten verpasst hat und darob sehr traurig war, hat ihm eine Kollegin ihre Freikarten überlassen. Schön war’s, mal wieder im Archipelago unterwegs zu sein, das Essen war lecker, und Anniina war zum ersten Mal in einem Ballmeer (süüüss!). Allerdings wissen wir jetzt endgültig, dass Silja-Line tatsächlich schon längst nicht mehr so gut ist wie ihr Ruf. Das nächste Mal können wir also getrost wieder ”Zigeuner-Line” Viking fahren.
Freitag war der einzige Frost- und Sonnentag zwischen den Jahren. Wir sind gleich nach Anniinas Vormittagsschlaf los nach Ruissalo, haben im Aurinkoravintola Mittag gegessen und sind dann zum Honkapirtti gelaufen – währenddessen hat Anniina Mittagsschlaf im Kinderwagen gemacht – zum Kaffeetrinken und pannukakku-Essen, und von da wieder zurück. Das war sooooo schön nach den endlosen Wochen Regen und Finsternis…!
[Fotos vom Spaziergang]
Hinterher waren wir noch schnell im Gigantti und haben einen Geschirrspüler erstanden. Jaja, eigentlich wollte ich ja niemals nicht einen haben (und bestimmt werde ich mich gleich wieder furchtbar ärgern, wenn ich ihn das erste Mal ausräume und sich das Geschirr so quietschig anfühlt *schüttel*), aber, es spart halt doch eine Menge Zeit, und die brauch’ ich doch für das Mäusekind…!
Samstagabend waren wir bei Freunden eingeladen, und Silvester haben wir allein verbracht – endlich die Halušky zubereitet, die uns Lenka samt dazugehörigem bryndze und Speck schon vor Ewigkeiten von zu Hause, aus der Slowakei, mitgebracht hatte, Bowle mit wenig Alkohol getrunken, die ”Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten” angeguckt und uns gefreut, dass Anniina die Knallerei so gar nichts ausgemacht hat. Beim Spazierengehen abends ist sie nicht ein Mal erschrocken, und um Mitternacht hat sie süss und selig geschlafen, die süsse Maus! :-) Dass wir dieses Jahr nicht auf den Mondberg gehen konnten, musste uns auch nicht weiter ärgern – herrschte sowieso Nebel gestern Nacht.
Und das neue Jahr haben wir auch ganz traditionell – zwar nicht mit Ausschlafen diesmal – begonnen und Anniina auch gleich daran gewöhnt:
Anniina guckt Neujahrskonzert! :-)

















